auch Stinkasant oder Teufelsdreck
Wirkung:
verdauungsfördernd, blähungstreibend, krampflösend, schleimlösend, auswurffördernd, antimikrobiell, antibakteriell, antivirale, antimykotische, nervenberuhigend, schmerzlindernd
Anwendungsbereiche:
besonders in der Ayurveda und in der persischen Heilkunst: Blähungen, Völlegefühl, Verdauungsstörungen, lindert Magen- und Darmkrämpfe, Atemwegserkrankungen, Husten, Asthma, Bronchitis, Keuchhusten, stärkt das Immunsystem, hilft bei Infektionen, als Beruhigungsmittel bei Nervosität, Hysterie, Angstzuständen, Schmerzen, Zahnschmerzen, Kopfschmerzen
Verwendete Pflanzenteile:
Wurzel / Harz, Saft
Sammelzeit:
Winter/Frühjahr bevor sie blüht
Zu finden:
in Zentralasien und im Nahen Osten, insbesondere in den trockenen, steppenartigen Regionen des Iran und Afghanistans.
Inhaltsstoffe:
Das gelblich- bis orangebraune Gummiharz besteht aus: 24 bis 65 % Harz, Gummi und 6–16 %, ätherischem Öl, Ferulasäure und verschiedene schwefelhaltige Verbindungen
Sonstiges:
Der Asant ist eine ausdauernde, monokarpische krautige Pflanze, die Wuchshöhen von 1,5 bis 3 m erreicht und einen dicken, aufrechten Stängel mit schwammigem Mark bildet. Sie hat stinkenden Geruch und Milchsafte, während die großen, ledrigen Laubblätter wechselständig angeordnet sind. Die Blütenstände sind weiblich oder gemischt, kompakt und terminal, mit großen Deckblättern bei den unteren Doldenstielen. Die Blüten haben eine doppelte, fünfzählige Blütenhülle, wobei die Kronblätter weiblicher Blüten weißlich und bei männlichen gelb sind. Es entstehen orange-braune Doppelachänen, die länglich bis elliptisch sind.
🛑 Während Asant in geringen Mengen als sicher gilt, kann ein übermäßiger Verzehr bei manchen Menschen Verdauungsprobleme, Übelkeit oder Schwindel verursachen. Schwangere sollten Asant in größeren Mengen meiden, da es wehenfördernd wirken könnte.
Die Ernte von Asant (Stinkasant) ist ein aufwändiger, manueller Prozess, bei dem das Harz aus den Wurzeln der Pflanze gewonnen wird.
- Zeitpunkt der Ernte: Die Ernte findet am Ende des Winters oder im Frühjahr statt, kurz bevor die Pflanze blüht. Zu diesem Zeitpunkt ist der Saftfluss in den Wurzeln am stärksten.
- Vorbereitung der Pflanze: Die Erde um die dicke, karottenähnliche Wurzel wird vorsichtig entfernt, und die oberirdischen Teile der Pflanze werden abgeschnitten.
- Anschneiden der Wurzel: Die Spitze der freigelegten Wurzel wird quer angeschnitten. Aus der Schnittstelle tritt ein milchiger, klebriger Saft aus.
- Sammeln des Harzes: Der austretende Saft wird an der Luft gesammelt. Er trocknet innerhalb von zwei bis drei Tagen zu einer gummiartigen, rötlich-braunen Masse, dem rohen Asant-Harz.
- Wiederholung des Prozesses: Nach dem Sammeln des getrockneten Harzes wird die Schnittstelle erneut angeschnitten oder eine dünne Scheibe abgeschnitten. Dieser Prozess wird über einen Zeitraum von mehreren Wochen bis zu drei Monaten wiederholt, bis die Wurzel erschöpft ist oder die Pflanze abstirbt. Eine einzelne Pflanze kann etwa 100 Gramm bis zu 1 Kilogramm Harz liefern.
- Verarbeitung: Das gesammelte Rohharz wird zu Blöcken geformt und oft gemahlen oder in Alkohol gelöst, um es als Gewürzpulver (meist mit Reismehl oder Kurkuma gestreckt, um es streufähiger zu machen) zu vermarkten.
In der Küche kann das Asantharz als Gewürz verwendet werden, vor allem im Nahen Osten und in der indischen Küche findet es anklang. So ist es zum Beispiel auch in der Worcestershiresauce zu finden. Außerdem kann man ihn als Paste verarbeiten und zum Beispiel auf schmerzende Gelenke aufstreichen und man kann ihn auch zum Räuchern nutzen.
Für den sehr unangenehmen Geruch und den bitter, beißenden Geschmack ist das Harz verantwortlich, dies verändert sich bei Verwendung in einen Zwiebel-Knoblauch-artigen Geruch.
In der damaligen Heilkräuterkunde wurde Asant vielseitig verwendet und fand schon bei Dioskurides und Paracelsus Anwendung. Diese bedeutenden Mediziner erkannten die wertvollen Eigenschaften der Pflanze und setzten sie in ihrer Praxis ein. So nutzte Paracelsus die Pflanze zum Ausräuchern von Pesthäusern, da er glaubte, dass der Rauch die schädlichen Miasmen vertreiben konnte, die die Krankheit verbreiteten. Asant wurde auch in verschiedenen Tinkturen und Salben verarbeitet, die zur Behandlung von Atemwegserkrankungen und zur Linderung von Schmerzen eingesetzt wurden. Darüber hinaus fand Asant auch in rituellen Anwendungen und als Bestandteil von Zaubertränken seine Verwendung, was die vielseitige Rolle der Pflanze in der Volksmedizin und im Aberglauben jener Zeit unterstreicht.
Asant wurde unter anderem auch als Bestandteil einer brennbaren Mischung unterschiedlicher Stoffe in sogenannte Stinktöpfen als Waffe beziehungsweise als Kampfmittel eingesetzt. Es sollte den Gegner beeinträchtigen und zur Aufgabe zwingen, diese Zusammensetzungen waren nicht nur übelriechend sondern teilweise sogar giftig.
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