Wirkung:
adstringierend, abführend, fiebersenkend, stärkend, milchbildend, wurmtreibend
Anwendungsbereiche:
Haut- und Schleimhauterkrankungen, Mund- und Rachenschleimhaut, Zahnfleischbluten, unreiner und fettiger Haut, Fieber, Wunden, äußerliche Blutungen, Läuse, Krätze, Schorf, reduziert Brustdrüsenschwellungen bei stillenden Müttern, Brustkrebs, Zwölffingerdarm, Speiseröhre, Magenpförtner, Bauchspeicheldrüse, Mastdarm, Rachen, Zunge und Gebärmutter
Verwendete Pflanzenteile:
Blätter, Rinde
Sammelzeit:
Sommer
Zu finden:
In Auwäldern und Bruchwäldern sowie als Saumgehölz entlang von Bächen, Flüssen und Seen.
Inhaltsstoffe:
Gerbstoffe, Flavonoide wie Hyperosid und β-Sitosterin
Sonstiges:
Die Schwarz-Erle ist ein sommergrüner Laubbaum, der bis zu 30 Meter hoch wird und selten 40 Meter erreicht. Der Stamm ist gerade und die Krone hat meist eine pyramidal Form. Ihre relative Lebensdauer beträgt 100 bis 120 Jahre. Die Rinde junger Bäume ist glatt und grünlich braun, während sie bei älteren Bäumen dunkelgrau bis schwarzbraun wird. Das Holz ist zerstreutporig und zeigt kaum Jahresringe. Die Erle hat ein tiefes Wurzelsystem, hauptsächlich bestehend aus Vertikalwurzeln. An der Stammbasis und den oberflächennahen Wurzeln erfolgt der Luftaustausch. Die Erle bildet Wurzelknöllchen, die mit dem Bakterium Frankia alni zusammenleben und Stickstoff binden. Die Blätter sind eiförmig bis rundlich mit grob gesägt Blattrand und verfärben sich braunviolett. Die Baum blüht bereits ab etwa zehn Jahren, meist aber erst nach 40 Jahren. Sie hat sowohl männliche als auch weibliche Blüten und blüht früh im Jahr, oft bereits im Januar. Die Nussfrüchte reifen von September bis Oktober, sinken schnell zu Boden und werden durch Wind und Wasser verbreitet. Die Zapfen bleiben im Winter am Baum und dienen vielen Vogelarten als Nahrungsquelle.
🛑 Die frische Rinde verursacht Erbrechen, verwenden Sie daher getrocknete Rinde für alles außer Brechmittel. Erlenpollen sind neben den Pollen von Birke und Hasel die wichtigsten Auslöser von Baumpollenallergien. Dass eine Allergie nur auf Erlenpollen zurückzuführen ist, ist jedoch nicht bekannt; meist besteht zusätzlich eine Sensibilisierung gegenüber den Pollen von Birke, Hasel, Hainbuche und Eiche.
Früher hat man aus den Fruchtzapfen Tinte und schwarzen Farbstoff zum Einfärben von Leder hergestellt. Die Blüten liefern grüne Farbstoffe, die Zweige, Blätter und Rinde braune.
Da die Schwarz-Erle gerne an sumpfigen Gebieten wächst, war der Baum damals für den Menschen unheimlich. Sie wurde mit Wassergeistern, Irrlichtern, Erlkönigen und Hexen in Verbindung gebracht.
Das Holz wird gern zum räuchern von Fisch und Fleisch verwendet.
Die Schwarz-Erle wurde in Deutschland 2003 zum Baum des Jahres gewählt und in Österreich war es 1998.
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