Nachtschatten, Bittersüßer (Solanum dulcamara)

Giftig

Wirkung:

schmerzlindernd, abschwellend, entzündungshemmend, harntreibend, brechmittel, schleimlösend, leberfördernd, leicht narkotisch, abführend

Anwendungsbereiche:

Von einer Selbstanwendung wird abgeraten!

Schmerzmittel, Knochenschmerzen, Gelenkschmerzen, entzündungsbedingte Schwellungen, zur Blutreinigung, Übelkeit, chronische Bronchitis, Hautkrankheiten, Stoffwechselkrankheiten, Asthma, Rheuma, Gicht, Wassersucht, Schuppenflechte, Ekzeme, Neurodermitis, Cellulite, Geschwüre

Siehe Hinweis unten!

Homöopathie: Erkältungen, asthmatischer Husten, Blasenentzündung, Hautausschläge, fieberhafte Infekte, Erkrankungen der Atmungsorgane, Magen-Darm-Kanal, Harnwege, Gelenke

Verwendete Pflanzenteile:

Stängel, Rinde

Sammelzeit:

Herbst, Frühjahr

Zu finden:

Meist in der Nähe von Wasser und an offenen Standorten mit ausreichend Licht.

Inhaltsstoffe:

Alkaloide (Soladulzin, Solasonin), Bitterstoff-Glykoside, Saponine, Gerbstoffe

Sonstiges:

☕ Tee: 1 Teelöffel mit 1/4 Liter kochendem Wasser übergießen, 10 Minuten ziehen lassen. Über den Tag verteilt trinken.

Bittersüßer Nachtschatten ist eine Kletterpflanze, die bis zu 10 Meter hoch wachsen kann. Die Sprosse sind meistens behaart, und die Trichome sind meist weiß und können einfach oder verzweigt sein. Die Blätter sind variabel in Form und Größe, einfach oder fiederspaltig, mit einer Vielzahl von Spitzen und Formen. Die Blütenstände sind seitlich oder oben an den Sprossen und enthalten bis zu 40 Blüten, die nie gleichzeitig blühen. Die Blüten sind fünfzählig, mit einer breiten Kelchröhre und einer tief gespaltenen Krone, die purpurn oder weiß gefärbt ist. Die Früchte sind kleine, leuchtend rote Beeren, die mehr als 30 flache Samen enthalten.

🛑 Alle Pflanzenteile enthalten giftige Steroidalkaloide und mit diesen verwandte Saponine. In den grünen und gelb werdenden Beeren ist der Glyco-Alkaloidanteil (Giftigkeit) am höchsten, niedriger in den Blättern und Stängeln und am niedrigsten, bis fast fehlend, in vollreifen Früchten. Zwar haben die reifen Beeren im Verhältnis zum Kraut und den grünen Beeren den geringsten Alkaloidgehalt, trotzdem ist der Genuss von etwa 10 Beeren in der Literatur als tödliche Dosis angegeben. Für Kinder können bis 10 (oder weniger) unreife Beeren tödlich sein!!! Zu den Nebenwirkungen zählen Übelkeit, Erbrechen, Durchfall und erweiterte Pupillen. Der Stamm enthält nur geringe Konzentrationen an Alkaloiden und ist daher toxisch. Eine Überdosierung kann zu Lähmungen des zentralen Nervensystems, verlangsamtem Herz und langsamer Atmung, niedrigem Fieber, Schwindel, Delirium, Krämpfen und zum Tod führen. Bitte die innerlich Einnahme nur mit einem qualifizierten Arzt besprechen und abklären! Nicht in der Schwangerschaft und Stillzeit verwenden.

Die Tagesdosis vom Nachtschatten soll für einen Erwachsenen nicht höher als 1 bis 2 g sein! Vor der Anwendung sicherheitshalber mit einem Fachmann (Arzt) Rücksprache halten!

Im alten Volksglauben meinte man, damit Dämonen und Hexen bannen zu können.

Die Anwendung vom Bittersüßen Nachtschatten ist heute nur noch in Fertigpräparaten mit standardisierten Extrakten aus den Stängeln. Diese Extrakte werden zur äußeren Anwendung nach Kommission E akzeptiert und sind zur Unterstützung bei chronischen Ekzemen. Die immunsuppressiven, cortisonähnlichen, entzündungshemmenden und juckreizmindernde Wirkungen der Präparate gelten heute als gesichert. Dementsprechend werden sie zur unterstützenden Therapie bei chronischen Hautleiden eingesetzt wie bei Ekzemen oder Neurodermitis. Nach Ansicht der europäischen Arzneimittel-Agentur (EMA) sollte sich die Anwendung auf Erwachsene beschränken, nicht länger als zwei Wochen dauern und nicht oral vorgenommen werden.

Die deutsche Tabakverordnung verbietet die Verwendung des Bittersüßen Nachtschattens in Tabakprodukten.

Hildegard von Bingen: Wer an Herzweh leidet oder ein schwaches Herz hat, der koche mäßig Nachtschatten in Wasser und nach dem Ausdrücken lege er ihn ganz warm auf das Herz und es wird ihm besser werden. Und wer Zahnweh hat, der wärme ihn in Wasser und lege ihn warm auf die Kinnlade, dort, wo es schmerzt, und der Schmerz wird weichen. Und wenn die Füße anschwellen, so lege er das in Wasser erwärmte Kraut über die Schwellung und sie wird zurückgehen. (Wahrscheinlich ist der Schwarze Nachtschatten gemeint.)

Bitte beachte: Der Besuch dieser Seiten, kann nicht den Besuch beim Arzt ersetzen. Solltest du ernsthafte oder unklare Beschwerden haben, solltest du unbedingt einen Arzt zu Rate ziehen.

Bild: Wikipedia, Bibliothek der Universität Laval, 15-p.bot-solana.dulca-042, CC BY-SA 4.0

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