Sehr giftig
Wirkung:
harntreibend, wurmtreibend, abführend
Anwendungsbereiche:
Blutungsförderung im Genitalbereich der Frau, Fußgeschwüre, Geschwüre mit bösartigem, krebsartigem Charakter, Verstopfung, Hämorrhoiden, Gicht, Leberleiden, Hauterkrankungen
Wegen der Giftigkeit ist eine Selbstmedikation gefährlich!!!
Verwendete Pflanzenteile:
das blühende Kraut
Sammelzeit:
kurz vor und während der Blüte
Zu finden:
An Gräben, Ufern und in feuchten Wiesen. Gottesgnadenkraut ist streng geschützt, auf keinen Fall von Wildstandorten entfernen.
Inhaltsstoffe:
Glykoside, Gratiogenin, ätherisches Öl, Harz, Gerbstoffe, Curcurbitacine
Sonstiges:
Das Gottes-Gnadenkraut ist eine ausdauernde krautige Pflanze, die zwischen 15 und 60 Zentimeter hoch werden kann. Sie bildet kurze Ausläufer und hat einen runden Stängel unten, der oben fast viereckig ist. Die Pflanze hat scheinbar kahle, schmal lanzettliche, spitze Laubblätter, die hellgrün sind und durch Drüsenhaare punktiert wirken. Die Blütezeit ist von Juli bis August, wobei die Blüten einzeln in den Blattachseln stehen. Die zwittrigen Blüten sind zygomorph und haben blassrosafarbene bis weiße Kronblätter, die 10 bis 18 Millimeter lang sind. Die Kronröhre ist gelb und behaart. Die Kapsel ist 5 Millimeter lang und tropfenförmig, sie springt vierkappig auf und enthält Samen von etwa 6 bis 8 Millimeter Länge mit netzartiger Schale.
🛑 Achtung: Kann bei Überdosierung zum Tod führen und bei Schwangeren Frauen zu einer Fehlgeburt!!! Vergiftungserscheinungen sind Übelkeit, Erbrechen, Bauchschmerzen, blutige Durchfälle und Nierenentzündung. In schweren Fällen kann der Tod durch Atemstillstand eintreten. Auch das Sehvermögen kann beeinträchtigt werden. Die Substanz ist zuerst reizend und dann lähmend. Bei Tieren sind vereinzelt Vergiftungen aufgetreten.
Wenn Kühe, Schafe oder Ziegen Gottesgnadenkraut fressen, wird das Gift über die Milch weitergegeben.
Im Mittelalter hat man das getrocknete Kraut als Abführ- und Brechmittel verwendet, ebenso als Aphrodisiakum und Abtreibungsmittel. Durch die Gefahr der Überdosierung wird von jeder Verwendung auf jeden Fall abgeraten. Heute wird es nur noch homöopathisch gegen Juckreiz genutzt.
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