Roggen (Secale cereale)

Wirkung:

stoffwechselanregend, antikongestive, krampflösend

Anwendungsbereiche:

um schlank zu bleiben oder schlank zu werden, Hautentzündungen, anschwellende Insektenstiche oder -bissen, Geschwüre, Ohrenschmerzen, Schmerzen, Verstauchungen, Überdehnung des Gelenkes, Harnentleerungsbeschwerden,  bei gutartiger Prostatavergrößerung, bei der Behandlung der chronischen nicht bakteriellen Prostataentzündung

Verwendete Pflanzenteile:

Samen

Sammelzeit:

Ende Juli

Zu finden:

bei Bauern, auf Roggenfelder

Inhaltsstoffe:

Aminosäuren, Lysin, fettes Öl, Mineralstoffe, Vitamine

Sonstiges:

Der Roggen ist eine einjährige Pflanze, die bis zu 1,5 Meter hoch wird und meist in Büscheln wächst. Jeder Halm hat 4 bis 5 kahle Knoten. Die Blattscheiden sind glatt und kahl, die Ligula ist ein häutiger Saum von 0,5 bis 1 Millimeter. Die Blattspreiten sind lang und schmal, mit zwei öhrchen am Grund. Der Roggen hat eine vierkantige Ähre, die 5 bis 20 Zentimeter lang ist und zwei Reihen von Ährchen trägt. Diese Ährchen sind zweiblütig und etwa 10 bis 16 Millimeter lang. Die Hüllspelzen sind 8 bis 12 Millimeter lang, während die Deckspelzen bis zu 15 Millimeter lang sind und in eine raue Granne auslaufen. Die Staubblätter haben Staubbeutel von 10 bis 12 Millimeter. Die Tausendkornmasse beträgt 28 bis 50 Gramm. Die Früchte sind Karyopsen, wobei Samen und Fruchtschale verwachsen sind. Das Roggenkorn ist nicht fest in den Spelzen, weshalb alte Sorten bei leichter Berührung zur Reifezeit die Körner verlieren können. Die Fruchtreife tritt von Juli bis August auf, und die Zeit von der Samenkeimung bis zur Fruchtreife beträgt beim Winterroggen etwa 280 bis 320 Tage.

Wie auch andere pflanzliche Prostatamittel lindern Roggenpollen nur die Beschwerden, ohne die Vergrößerung der Prostata selbst zu beheben.

Roggen wurde bereits von den Germanen angebaut und verbreitete sich über Kleinasien zu uns aus. Weizen hat mehr Kleber als das Roggenmehl und gibt ein dunkles, kräftig schmeckendes Brot, so wie wir es kennen. Das Roggenbrot ist besonders lange haltbar und das enthaltene Lysin ist für unseren Nährstoffbedarf unverzichtbar. Das Roggenbrot sollte prinzipiell mit Sauerteig hergestellt werden.

Roggen enthält mehr Ballaststoffe als andere Getreidesorten, man kann davon wesentlich mehr essen, ohne zuzunehmen. Wer also schlank bleiben oder schlank werden möchte, sollte viel Roggen essen. Vorausgesetzt man ist dagegen nicht allergisch!

Der Roggen ist eine Allergiepflanze: Roggenpollen gelten als die stärksten Allergieauslöser unter den heimischen Gräsern.

Roggen wird hauptsächlich für die Brotherstellung angebaut und galt früher als Hauptbrotfrucht. In Deutschland wächst er vor allem im Norden, in den Mittelgebirgen und in den Alpen sowie in Mittel- und Osteuropa. Roggen wird für Roggenbrot, Roggen-Mischbrot und Roggen-Vollkornbrot verwendet. Aus Roggengrieß können auch Teigwaren gemacht werden, doch ist der Anbau dieser Getreideart wenig verbreitet, weshalb ihr Anteil an der Weltgetreideerzeugung nur ein Prozent beträgt. Roggen findet jedoch auch Verwendung zur Branntweingewinnung (z. B. „Doppelkorn“) und als Futtergetreide.

Die Backeigenschaften von Roggenmehl sind anders als die von Weizenmehl. Das liegt daran, dass im Roggenteig das Gluten durch Pentosanen kein stabiles Klebergerüst für die Gashaltung bilden kann.

Getrocknete und dann geröstete Roggenkörner sind ein Kaffee-Ersatz. Zucker kann man sich hier sparen, den er ist bereits süß genug. Roggenkörner werden nicht nur als Kaffee-Ersatz verwendet, sondern aus ihnen wird auch der hochwertige Wodka hergestellt.

Die Zusammensetzung von Roggen schwankt naturgemäß, sowohl in Abhängigkeit von den Umweltbedingungen (Boden, Klima) als auch von der Anbautechnik (Düngung, Pflanzenschutz). Angaben je 100 g essbarem Anteil:

Bestandteile
Wasser 13,7 g
Eiweiß 8,8 g
Fett 1,7 g
Kohlenhydrate 60,7 g
Ballaststoffe13,2 g
Mineralstoffe1,9 g
Mineralstoffe
Natrium 4 mg
Kalium 510 mg
Magnesium 90 mg
Calcium 35 mg
Mangan 2,9 mg
Eisen 2,8 mg
Kupfer 0,39 mg
Zink 2,9 mg
Phosphor 335 mg
Selen 0,002 mg
Vitamine
B1 360 µg
B2 170 µg
B3 1800 µg
B5 1500 µg
B6 235 µg
Folsäure 145 µg
E 2000 µg
Aminosäuren
Tryptophan 110 mg
Threonin 360 mg
Isoleucin 390 mg
Leucin 370 mg
Lysin 400 mg
Methionin 140 mg
Valin 530 mg
Phenylalanin 470 mg
Tyrosin 230 mg
Arginin 490 mg
Histidin 190 mg

Bitte beachte: Der Besuch dieser Seiten, kann nicht den Besuch beim Arzt ersetzen. Solltest du ernsthafte oder unklare Beschwerden haben, solltest du unbedingt einen Arzt zu Rate ziehen.

Bild: Wikipedia, Rasbak, CC BY-SA 3.0

Kommentar verfassen