Wirkung:
wassertreibend, abtreibend, appetitanregend, krampflösend, gebärmutteranregend, verdauungsfördernd, harntreibend, geburtsbeschleunigend, gedächtnissteigernd, blutreinigend, hautglättend, aphrodisierend
Anwendungsbereiche:
Blasenerkrankungen, Wassersucht, Nierenbeschwerden, Blähungen, Überfunktion der Schilddrüse, Stoffwechselleiden, Gicht, Rheuma, Harnwegsinfektionen, Harngrieß, Nierengrieß, verzögerte Menstruation, Blasenlähmung, Zahnschmerzen, zum Abstillen, Haarausfall, Nierensteine, Blasensteine, Gelbsucht, Gastritis bis zu Zystitis, Menstruationsbeschwerden, ausbleibende Menstruation, Abtreibung, Gonorrhoe, Brustschmerzen, Verschleimung von Brust, Magen und Nieren, Fieber, Uterusleiden, geschwollener Schilddrüse, chronischem Husten, Mückenstichen
Verwendete Pflanzenteile:
Wurzel, Samen, Blätter
Sammelzeit:
Wurzel im Herbst, Blätter im Sommer
Zu finden:
Gartenpflanze
Inhaltsstoffe:
Apiol, Appin, ätherisches Öl, fettes Öl, Flavonoide, Nicotinsäureamid, Vitamin C
Sonstiges:
☕ Tee: 1 Teelöffel Wurzel oder Kraut in 1/4 Liter kaltem Wasser aufkochen und nach einer kurzen Ziehzeit abseihen. 2 Tassen pro Tag sind ausreichend. Man kann aber auch mit kochendem Wasser aufgießen und etwa 1/4 Stunde ziehen lassen.
Die Petersilie ist eine zweijährige krautige Pflanze, die 30 bis 90 Zentimeter hoch wird. Sie hat eine rübenförmige Wurzel, und alle oberirdischen Teile sind kahl. Meist gibt es mehrere kahle Stängel, die aufrecht und leicht gerillt sind. Die Grundblätter und unteren Stängelblätter sind gestielt, während die oberen am Stängel sitzen. Die Laubblätter sind dunkelgrün, doppelt bis dreifach gefiedert, mit keilförmigen bis breit-eiförmigen Blattzipfeln, die eine knorpelige Spitze tragen. Kulturformen können glatte oder krause Blätter haben, die in verschiedene Gruppen unterteilt werden. Ein langer Blütenstand trägt bis zu 20 gleich lange Doldenstrahlen, mit lanzettlichen Hüllblättern und Hüllchenblättern, die halb so lang sind wie die Blütenstiele. Die Kronblätter sind grünlichgelb mit rötlichen Rändern und die Doppelachänen sind breit-eiförmig und herzförmig am Grund.
🛑 Vorsicht bei wildgewachsenen, giftigen Hundspetersilie! Lieber im Garten selber säen und dort ernten. Wegen ihrer giftigen Samen wurde die Petersilie zur Giftpflanze des Jahres 2023 gewählt. In höherer Dosierung erzeugt das Apiol allerdings eine gesteigerte Kontraktilität der glatten Muskulatur von Darm, Blase und vor allem der Gebärmutter. Insbesondere die Wurzeln und Samen der Petersilie enthalten große Mengen an Apiol. Schwangere sollten speziell Petersilien-Öl meiden, da es abortiv wirken kann.
Im Mittelalter wurden mit den Stängeln Liebeszauber gewirkt, in manchen Gegenden mischte man die geschabte Wurzel in Hexen- oder Flugsalben.
In der Küche ist Petersilie nicht mehr wegzudenken. Es wird gewürzt zu Fleisch, Geflügel, Fisch, Soßen, Suppen, Gemüse, Salate und Eierspeisen. Man kann es roh oder kurz erhitzt essen. In der Französischen Küche wird die Petersilie nicht nur kurz mitgegart, sondern schon zu Anfang der Garzeit hinzugegeben, sie gibt dann Brühen und Saucen einen würzigen Grundgeschmack. 100 Gramm Petersilie enthalten annähernd 100 Milligramm Vitamin C. Petersilie ist Bestandteil der Grünen Soße nach Frankfurter und Kasseler Rezepten. Petersilie wird auch verwendet, um Suppe zu machen, indem man sie in Gemüsebrühe kocht und püriert.
Und sie ist für den Menschen besser und nützlicher roh als gekocht zu essen. Und gegessen mildert sie die Fieber, die den Menschen nicht erschüttern, sondern leicht berühren. aber wer oder in der Milz oder in der Seite Schmerzen hat, der koche Petersilie in Wein und füge etwas Essig und genug Honig bei.
Nach Kneipp ist Petersilie sehr bewährt bei Wassersucht. Die Kneipp-Nachfolger Eckstein und Flamm fanden zusätzlich eine leichte Anregung von Verdauung und Menstruation und empfahlen sie bei Wasser in den Beinen, in Bauch- und Brusthöhle oder im Herzbeutel, auch sonst bei schlechter Nierenfunktion, wo nicht entzündliche Prozesse bestehen.
Hildegard von Bingen: Wer am Stein leidet, der nehme Petersilie und ein Drittel Steinbrech und koche das in Wasser. Mit dem Wasser übergieße er die erhitzten Steine in einem Schwitzbad, und es wird ihm besser gehen.
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