Wirkung:
schleimhautschützend, aufbauend
Anwendungsbereiche:
bei entzündeten Magen- oder Darmschleimhäuten, Durchfall, Magen- und Darmbeschwerden, verbessert die Potenz, Husten,
Verwendete Pflanzenteile:
Wurzel
Sammelzeit:
zeitiges Frühjahr und Herbst
Zu finden:
Alle heimischen Orchideenarten stehen unter Naturschutz!
Gibt es in den Apotheken zu kaufen.
Inhaltsstoffe:
Schleimstoffe, Mamnose, Stärke
Sonstiges:
Es sind ausdauernde krautige Pflanzen mit Wuchshöhen von 15 bis 40 cm, in kräftigen Fällen sogar bis 60 cm. Die drei bis acht dunkel gefleckten Laubblätter sind am Stängel verteilt. Die unteren Blätter sind eiförmig bis eiförmig-lanzettlich, 6 bis 18 cm lang und 1,5 bis 3,5 cm breit. Die oberen Blätter sind kleiner und lanzettlicher. Die Tragblätter sind etwa so lang wie die Blüte und decken sie vor dem Aufblühen ab. Der 4 bis 15 cm lange Blütenstand ist zunächst konisch und wird zylindrisch, mit 7 bis 40 Blüten. Die Blüten sind purpurrot, manchmal hellrosa oder weiß. Die seitlichen Blütenhüllblätter des äußeren Kreises stehen schräg oder senkrecht und sind 7 bis 12 mm lang sowie 2,5 bis 5 mm breit. Das mittlere Blütenhüllblatt ist kleiner und bildet mit den inneren Blütenhüllblättern einen „Helm“, der 6 bis 11 mm lang ist. Die dreilappige Lippe ist 5 bis 10 mm lang und 7 bis 14 mm breit, mit variablen Mustern aus Linien oder Punkten. Der Sporn ist leicht abwärts gebogen und etwa so lang wie der Fruchtknoten. Die Blütezeit beginnt in tiefen Lagen bereits Anfang Mai und endet in höheren Lagen Ende Juli; die untersten Blüten öffnen sich oft vor dem Erreichen der endgültigen Stängelhöhe. Die Knolle ist flach und dreiteilig-handförmig.
🛑 Die oberirdischen Teile sind etwas giftig! Die Wurzel nicht.
Die heimische Orchidee war Symbol für Fruchtbarkeit und vor allem für Liebeskraft.
Den wie Finger geformten Wurzelknollen der wie andere Knabenkräuter auch Stendelwurz genannten Pflanze wurden früher übersinnliche Kräfte zugeschrieben, wobei die vorjährige (dunkel gefärbt und älter) als Teufelsfinger, Teufelshand oder Satanshand, die diesjährige (heller gefärbt) als Marienfinger, Glückshändchen oder Johannishand bezeichnet wurde. Im Volksglauben konnte die Wurzel am Mittag des Johannistages (24.6.) kranke Körperteile durch Berührung heilen, weshalb an diesem besonderen Tag viele Menschen die Wurzel suchten und sich darauf konzentrierten, ihre Kräfte wirksam zu nutzen. Man glaubte, dass die einfachsten Handlungen, wie das Reiben der Wurzel auf der betroffenen Stelle, ausreichen würden, um Linderung zu verschaffen und selbst chronische Beschwerden zu behandeln. Diese Überzeugungen waren tief in der ländlichen Tradition verwurzelt und fanden oft ihren Platz in Festen und Zusammenkünften, wo Geschichten über die wunderbaren Heilkräfte der Pflanze erzählt wurden. In vielen Regionen war dies auch eine Gelegenheit, um Rituale und Gebete abzuhalten, die die Kräfte der Wurzel stärken sollten, und um die Verbindung zu den alten Bräuchen und dem Rückgriff auf die Natur zu feiern.
Die bei uns kostbare, fast ausgestorbene Knabenkraut, ist in der Türkei offenbar noch reichlich vorhanden. Die pulverisierten Orchideenbulben werden in riesigen Mengen von den Zuckerbäckern angekauft. 1 kg Saleppulver kosten in der Türkei etwa 100 Euro und wird in der Speiseeis-, Schokoladen, oder Puddingerzeugung verwendet. Das gepulverte Wurzelknollenpulver gibt dem Eis in warmen Klima Konsistenz, damit es nicht zerrinnt.
Aufbausirup für schwache Kinder:
100 g Puderzucker wird mit 50 g zerriebene Knolle, in einen größeren Topf gemischt und mit 1/2 Liter Wasser angerührt und stehen gelassen. Dann nach ca. 1 bis 2 Stunden mischt man 1 Liter kochendes Wasser hinzu und sollte dabei kräftig rühren. Dann das Ganze nochmals bis zum Siedepunkt erwärmen und etwa 1/4 Stunde bei kleiner Temperatur stehen lassen. Zum Schluss alles in Gläsern mit breiter Öffnung füllen und gut verschließen. Beschriftung nicht vergessen mit Name und Datum.
Dem Kind jede Stunde 1 Teelöffel geben.
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