Knoblauch (Allium sativum)

Wirkung:

auswurffördernd, antiseptisch, anregend, blutdrucksenkend, antibakteriell, tonisch, anthelmintisch, antiasthmatisch, anticholesterinämisch, krampflösend, galletreibend, schweißtreibend, harntreibend, schleimlösend, fiebersenkend, stimulierend, stichlösend, magenstärkend, gefäßerweiternd

Anwendungsbereiche:

senkt den Cholesterinspiegel, beugt Arteriosklerose vor, bestimmte Krebsarten (Magen-, Darm-, Prostata- und Gebärmutterkrebs), Leukämie, Thrombose, Herzinfarkt, Schmerzen im Darmbereich, unterstützt die Galle, Gefäßerweiternd, Alterserscheinung, Halsstarre, Rheuma, Gicht, Raucherhusten, Keuchhusten, akute Bronchitis, Asthma bronchiale, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Erkältungen, Grippe, Halsschmerzen, Magen-Darm-Grippe, Verdauungsprobleme, Hypertonie, Arteriosklerose, akuten und chronischen Magen- und Darmkrankheiten, Oxyuriasis, Nikotinvergiftungen, Ringelflechte, Vaginalis, Candida

Verwendete Pflanzenteile:

Zwiebel

Sammelzeit:

Herbst

Zu finden:

In Gärten, die Wildform des Knoblauchs ist von Zentralasien bis zum nordöstlichen Iran verbreitet. A. sativum wird in vielen Ländern angepflanzt oder kommt verwildert vor.

Inhaltsstoffe:

Hormone, Fermente, Cholin, Jod, Vitamine A, B1, B6, C, ätherische Öle, Glykoside, Allicin

Sonstiges:

☕ Tee: 20 g Weißdornblüten, 20 g Mistelstängel, 20 g Schachtelhalmkraut, 20 g Brennnesselblätter und 20 g Knoblauch gut vermischen. Dann 1 Teelöffel mit 200 ml kochendem Wasser übergießen und 5 Minuten ziehen lassen. Anschließend abseihen und den Tee heiß und schluckweise bei Gicht trinken. 2 bis 3 Tassen täglich sind ausreichend.

Der Knoblauch ist eine ausdauernde, krautige Pflanze, die 30 bis 90 Zentimeter hoch wird. Die bläulich grünen, spitzen Laubblätter sind bis zu 15–30 Millimeter breit und 50–80 Zentimeter lang. Als Überdauerungsorgan bildet sie eine 5–7 Zentimeter große Zwiebel, die von einer dünnen, trockenen Hülle umgeben ist. Diese besteht aus mehreren Beiknospen der Blätter. Eine Zehe enthält einen Vegetationskegel, der von einem schützenden Hüllblatt umgeben ist. Drei bis fünf dieser Zehen sind von einem trockenen Zwiebelblatt umgeben, das die Tunika bildet. Die Pflanze vermehrt sich vegetativ und bildet Tochterzwiebeln. Im Sommer kann ein Teil der Pflanze einen Stängel mit kleinen Brutkörpern ausbilden. Die Zehen schmecken scharf-aromatisch, und aus der Zwiebel wächst ein stielrunder Stängel. Die Blattscheiden formen einen langen Pseudostängel, der echte Stängel ist nur an der Zwiebelbasis. Der lange Blütenstand trägt einen kugeligen Blütenstand mit einigen Blüten. Neben meist unfruchtbaren Blüten entwickeln sich in einem papierigen Hütchen runde Brutzwiebeln. Die Blüten sind dreizählig mit einfacher Blütenhülle und die Staubblätter stehen in zwei Kreisen. Der Fruchtknoten ist oberständig und es entstehen selten dreiklappige Kapselfrüchte mit schwarzen, skulptierten Samen.

🛑 Vorsicht! Manche Menschen reagieren empfindlich auf große Mengen von Knoblauch, es kann zu leichten Magen-Darm-Reizungen oder auch Schlafstörungen kommen. Wer Medikamente einnimmt die die Blutgerinnung hemmen oder HIV-Patienten, sollten Rücksprache mit ihren Arzt halten. Auch wenn eine Operation oder eine Geburt an steht, sollte man auf den Knoblauch verzichten, Grund dafür ist eine verlängerte Blutungszeit. In der Stillzeit bitte auch darauf verzichten, da das Baby alles über die Milch mitgegeben wird was du selber isst und der Säugling noch kein voll ausgebildetes Verdauungssystem hat.

Damit ein kleines Kind, was gelobt wurde, nicht von missgünstigen Geistern behext wird, muss man „Knoblauch, Knoblauch“ rufen. Wer in der Neujahrsnacht Knoblauch in der Tasche trägt, ist imstande Geister zu sehen. Wie man in Filmen schon oft gesehen hat, hält sich der hartnäckige Glaube in Rumänien, das Knoblauch vor Vampiren schützt. Allgemein schützt der Knoblauch vor Verhexungen und dem Bösen allgemein.

Im Knoblauch gibt es die schwefelhaltige Verbindung Allicin die ein Schutz vor Fressfeinde entwickelt.

Wusstet ihr, dass nach einen Knoblauchgenuss sich Viren, Bakterien, Pilze oder Parasiten nicht im Gewebe breitmachen können? Das enthaltene Allicin ist ein antibakterieller und antimykotischer (Pilzhemmend) Wirkstoff. Mittlerweile sind viele Menschen resistent gegen gängige Antibiotika, aber kaum unempfindlich gegen Allicin.

Die schwefelhaltige Verbindung Allicin löst den Geruch an Händen, Fingern und im Mund aus. Da wir auch gern Knoblauch essen, würde ich wieder sagen „Du hast Mundpups“ 😂. Der Mundgeruch hält nach dem Knoblauchverzehr bis zu 24 Stunden und mehr an. Wer ihn loswerden möchte kann es mit einem Glas Milch, Petersilie oder Zitrone essen probieren. Der Knoblauchgeruch dringt auch über die Haut nach außen. Hier würde es helfen viel zu schwitzen und viel alkoholfreie Getränke trinken, um so den Geruch aus dem Körper zu bekommen. Eine Idee hätte ich auch noch, wer regelmäßig Knoblauch konsumiert, riecht irgendwann weniger nach der Schwefelverbindung.

Knoblauch ist weltweit als Gewürz und Gemüse bekannt. Frische oder in Öl eingelegte Knoblauchzehen sind in vielen Ländern erhältlich. Besonders wichtig ist er in der mediterranen Küche und in Asien. Er findet sich in Gerichten mit starkem Knoblauchgeschmack wie Spaghetti aglio e olio, Gambas al ajillo und Knoblauchbrot, wird aber auch als Geschmacksverstärker in verschiedenen Braten, Schmorgerichten und Eintöpfen verwendet. In einigen Regionen Österreichs wird er als „Vanille des armen Mannes“ bezeichnet, da dort ein Gericht, der Vanillerostbraten, mit Knoblauch statt mit Vanille gewürzt wird. Schwarzer Knoblauch, eine Delikatesse in Japan, China und Korea, entsteht durch Gärung bei kontrollierter Hitze und Luftfeuchtigkeit, wodurch sich sein Geschmack verändert und eine süßliche Note annimmt. In Spanien werden statt Knoblauchzehen auch Knoblauchsprossen in der Tortilla Española verwendet, die mild schmecken und wie grüne Bohnen aussehen.

Knoblauch wurde im Altertum als Nahrungs- und Heilmittel geschätzt. Er wird im Papyrus Ebers erwähnt. Herodot berichtete, dass Arbeiter an den Pyramiden Zwiebeln, Knoblauch und Rettich bekamen. Im 4. Buch Mose erinnern sich die Israeliten in der Wüste wehmütig an die Speisen aus Ägypten, darunter Fisch, Gurken, Melonen, Lauch, Zwiebeln und Knoblauch. Eine Paste aus Knoblauch, Öl und Salz wurde gegen Aussatz verwendet. Vor dem Sabbat galt Knoblauch als unrein, möglicherweise wegen seiner aphrodisierenden Wirkung oder weil er mit unreinem Wasser in Berührung kam. In Griechenland wurde Knoblauch auf dem Markt verkauft, und Plinius beschreibt seinen Anbau. Römer und Griechen erkannten die Heilkraft der Pflanze, und Dioskurides empfahl sie im ersten Jahrhundert für verschiedene medizinische Zwecke. Im Mittelalter wurde Knoblauch in Klöstern kultiviert, und Karl der Große nannte ihn in seinem Capitulare de villis als Nutzpflanze. Dioskurides‘ Empfehlungen blieben lange gültig, zum Beispiel zur Behandlung von Bisswunden, Haarausfall, Zahnschmerzen und Hautausschlägen. Auch in der angelsächsischen Medizin wurde Knoblauch eingesetzt.

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