Langer Pfeffer (Piper longum)

auch Stangenpfeffer

Wirkung:

verdauungsfördernd, stark schleimlösend, stoffwechselanregend, entzündungshemmend, schmerzlindernd

Anwendungsbereiche:

In der Ayurveda (bekannt als Pippali): regt den Speichelfluss an, die Magensaftsekretion und die Verdauungsenzyme, bei Erkrankungen der Atemwege (Kapha-Störungen) wie Husten, Erkältungen, Bronchitis, Asthma und chronisch obstruktiver Lungenerkrankung (COPD), Stoffwechsel, rheumatischen Beschwerden, Gicht, Arthritis, Muskelschmerzen, als Verjüngerungsmittel, zur Entgiftung, bei Fettleibigkeit (in Kombination mit Honig), Milzstörungen, chronischem Fieber, Hautproblemen

Verwendete Pflanzenteile:

Fruchtstände, Wurzel

Sammelzeit:

variiert je nach Anbauregion und Klima, oft von November bis Februar (in Indien)

Zu finden:

wächst wild in ganz Indien.

Inhaltsstoffe:

Alkaloid – Piperin, Piperlongumin, ätherische Öle, Saponine, Amygdalin

Sonstiges:

Langer Pfeffer ist eine ausdauernde Pflanze oder ein Halbstrauch, der bis zu 1 Meter hoch wächst. Die Laubblätter sind wechselständig, ei- bis herzförmig und bis 8 cm lang und breit. Der Lange Pfeffer ist diözisch mit eingeschlechtlichen Blüten, die in schlanken Ähren stehen. Männliche Ähren können 5 bis 8 cm lang und weibliche 2,5 bis 5 cm lang werden. Es entstehen kleine, rötlich-braune Früchte, die meist in einem Fruchtverband verwachsen sind.

Der Lange Pfeffer gilt als die erste Pfefferart, die das Mittelmeer erreichte. Aus Indien soll Alexander der Große ihn nach Europa eingeführt haben, wo er schnell an Beliebtheit gewann. Historische Aufzeichnungen zeigen, dass der Lange Pfeffer in der Antike sehr geschätzt wurde, da sein einzigartiges Aroma und die komplexen Geschmackseigenschaften die europäischen Küchen bereicherten. Bis ins 17. Jahrhundert wurde der Lange Pfeffer in Europa viel genutzt, bevor er dann vom echten Pfeffer fast vollkommen verdrängt worden ist, dessen einfacher Anbau und größere Verfügbarkeit ihn zur bevorzugten Wahl machten. Heute bekommt man den Langen Pfeffer nur noch in speziellen Geschäften, da er als exotisches Gewürz zählt, das vor allem in Gourmetküchen und von Experimentierfreudigen geschätzt wird. Sein unverwechselbarer Geschmack kann Gerichte wie Fleisch marinieren oder sogar Desserts verfeinern, was ihn zu einer interessanten Zutat für kreative Köche macht.

In verschiedenen Reifestufen werden die Fruchtstände geerntet und getrocknet. Sie werden überwiegend als Gewürz und als Heilmittel verwendet. Aber nicht nur die Fruchtstände werden so genutzt, sondern auch die Wurzel. In Indien findet man sie unter den Namen „Ganthoda“, die Wurzel wird pulverisiert und dann anschließend als Gewürz oder in der ayurvedischen Medizin verwendet. Der Lange Pfeffer ist recht selten, teurer und schärfer als der Schwarze Pfeffer und er hat einen leicht süßlich-säuerlichen Geschmack. Erst kurz vor der Verwendung sollte man die Fruchtstände zerkleinern, um sie so gut in der Küche einzusetzen.

Piperin ist bekannt dafür, die Bioverfügbarkeit und Aufnahme anderer Nährstoffe, Vitamine (z.B. Curcumin) und Medikamente im Körper zu erhöhen. Es „zündet das Verdauungsfeuer Agni an“ und fördert den Stoffwechsel.

Pippali wird in der Ayurveda als Rasayana (Verjüngungsmittel) eingesetzt, das die Lebensdauer verlängern und das Immunsystem stärken soll.

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