Schwach Giftig??
Wirkung:
entzündungshemmend, schmerzstillend, stark adstringierend, brech- und fiebersenkend
Anwendungsbereiche:
Verdauungsstörungen, Blutstillung, Wunden, Insektenstichen, rheumatischen Gelenken, verschiedene Hautbeschwerden, Fieber, Lungenentzündung, Übelkeit, Darmkrämpfen, Durchfall, Schleimabsonderungen
Homöopathie: Heuschnupfen, Sommerdurchfall
Verwendete Pflanzenteile:
Blätter
Sammelzeit:
–
Zu finden:
Stammt aus Nordamerika, in Gärten und Ruderalflächen
Inhaltsstoffe:
?
Sonstiges:
Das Beifußblättrige Traubenkraut ist eine einjährige, krautige Pflanze, die 20 bis 150 Zentimeter hoch werden kann. Sie hat ein faseriges Wurzelsystem und einen behaarten, stark verzweigten Stängel. Ihre Laubblätter sind meist doppelt fiederteilig und stehen unten gegenständig und oben wechselständig. Die Blütezeit ist von Juli bis Oktober. Die Pflanze ist einhäusig, das heißt, sie hat sowohl weibliche als auch männliche Blüten an einem Exemplar. Männliche Blütenkörbchen bilden dichte Gesamtblütenstände am Stängelende und enthalten 5 bis 15 gelbliche Röhrenblüten. Sie können bis zu eine Milliarde Pollenkörner produzieren. Die weiblichen Blütenkörbchen befinden sich meist unterhalb der männlichen und haben eine meist einzige Blüte. Diese wird von einer behaarten Hülle umgeben und hat stark reduzierte Blütenkronblätter. Bei der Reife fallen die Körbchen zusammen ab, während die Achänen im Korbboden verbleiben.
🛑 Die Pollen des Traubenkrauts lösen starke Allergien aus; in Deutschland sind 15,7 Prozent der Bevölkerung allergisch gegen Ambrosia-Pollen. Die unbehandelte Allergie kann allergische Reaktionen der Augen und der Atemwege auslösen und im schlimmsten Fall auch zu Asthma führen. Eine Kreuzallergie kann mit Goldrute, Sonnenblume, Kamille, Arnika und anderen Korbblütlern auftreten.
https://www.umweltbundesamt.de/themen/ambrosia-gefaehrliches-gewaechs-fuer-allergiker
Das Beifußblättrige Traubenkraut ist bei uns ein Neophyt. Damit die Pflanze sich nicht weiter rasant ausbreitet sollte auf folgendes beachtet werden: Beim Kauf von Vogelfutter sollte darauf geachtet werden, ambrosiafreie Produkte zu kaufen, um eine weitere Ausbreitung des Traubenkrautes zu vermeiden. Sollte sich die Pflanze doch ausbreiten im Garten, so wird empfohlen noch vor der Blüte die gesamte Pflanze mitsamt Wurzel auszureißen bzw. auszugraben und in einem Plastiksack über den Restmüll zu entsorgen. Vom verbrennen, kompostieren oder die Entsorgung über den Biomüll wird dringend abgeraten. Vorkommen auf öffentlichem Grund sollte man dem kommunalen Grünflächen- oder Pflanzenschutzamt melden. Da die Samen mehrere Jahre überdauern können, sollte man Stellen mit früheren Vorkommen über mehrere Jahre kontrollieren.
In mehreren Bundesländern in Deutschland wurden 2013 Meldestellen eingerichtet, um Funde von Ambrosia zu registrieren und auf deren Beseitigung hinzuweisen. Bayern hat seit 2007 ein Programm zur Eindämmung der Beifuß-Ambrosie, das gemischte Ergebnisse geliefert hat: Einige Vorkommen wurden reduziert, während sich die Art weiterhin ausbreitet. In Nordrhein-Westfalen sind zwischen 2007 und 2012 etwa 400 Standorte gemeldet worden. Durch die Zusammenarbeit mit lokalen Behörden konnten einige Vorkommen bekämpft werden. Die niederösterreichische und burgenländische Landesregierung sowie die Medizinische Universität Wien führten 2017 die Online-Meldestelle ragweedfinder.at für ganz Österreich ein, um die Bekämpfung besser zu koordinieren. Funde können auch in der Naturkalender ZAMG App gemeldet werden. Die Pflanze wird auch zur Erforschung von Klimaveränderungen genutzt und steht auf der Schwarzen Liste invasiver Neophyten in der Schweiz. Seit Juli 2006 gilt eine Meldung- und Bekämpfungspflicht für Ambrosia artemisiifolia, und Landwirte können für entstandene Schäden entschädigt werden.
Früher wurde Ambrosia als Gewürz und Gemüse sehr geschätzt.
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