Gewöhnliche Traubenkirsche (Prunus padus)

In hohen Dosen giftig!

Wirkung:

leicht schmerzstillend, harntreibend, fiebersenkend, beruhigend

Anwendungsbereiche:

Fieber, rheumatische Schmerzen, zur Anregung der Verdauung, Reizhusten, Erkältung

Verwendete Pflanzenteile:

Früchte, Rinde

Sammelzeit:

Juli

Zu finden:

in Auwäldern und feuchten Mischwäldern

Inhaltsstoffe:

Früchte: Vitamin C, Gerbstoffe, Blüten: Flavon-Glykoside, Blausäureglykosid, Blätter: Flavon-Glykoside, Blausäureglykosid, Gerbstoffe, Bitterstoffe
Amygdalin, Prunasin

Sonstiges:

Die Gewöhnliche Traubenkirsche ist ein schnell wachsender Baum oder Strauch mit einer Höhe von bis zu 15 Metern. Die Krone ist schlank und kegelförmig, bei älteren Bäumen eher säulenförmig. Der Stamm ist relativ gerade und kann bis zu 60 cm dick werden. Die Äste sind bogig aufsteigend und die Zweige hängen häufig über. Ihre Wurzeln können sich gut ausbreiten. Die Gewöhnliche Traubenkirsche kann bis zu 80 Jahre alt werden. Die glatte, dunkelgraue Rinde verströmt bei Verletzung einen unangenehmen Geruch. Die leicht behaarten Blätter sind 6 bis 14 cm lang und haben zwei Nektardrüsen am Blattstiel. Die Herbstfärbung ist gelbrot und die Blütezeit von April bis Juni hat duftende, weiße Blüten in traubenförmigen Gruppen. Die Früchte sind zuerst rot und dann schwarz, reifen im Spätsommer und werden von Vögeln gefressen. Das Fruchtfleisch ist ungiftig, aber der Stein enthält giftige Blausäureglykoside.

🛑 In Rinde und Samen ist das cyanogene Glykosid Amygdalin enthalten, welches in Verbindung mit Wasser Blausäure abspalten kann. Die Samen und Blätter enthalten Blausäure, ein Gift. Dieses Toxin ist leicht an seinem bitteren Geschmack zu erkennen. Normalerweise ist es in zu geringen Mengen vorhanden, um Schaden anzurichten; sehr bittere Samen oder Früchte sollten daher nicht gegessen werden. In kleinen Mengen regt Blausäure nachweislich die Atmung an und verbessert die Verdauung. Außerdem soll es bei der Behandlung von Krebs hilfreich sein. In übermäßigen Mengen kann es jedoch zu Atemstillstand und sogar zum Tod führen.

In der Küche können die Blüten und Blätter in geringer Dosis zum Aromatisieren verwendet werden. Sie haben einen bittermandelartigen Geschmack. Die Beeren sind nach entfernen der Kerne essbar und können zu Saft, Gelee, Marmelade, Obstwein, Likör und verschiedene andere Speisen verarbeitet werden.

Aus den Blättern kann ein Absud gegen Ungeziefer an Zimmerpflanzen hergestellt werden.

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