Wirkung:
blutstillend, antiasthmatisch, antiemetikum, antipyretisch, hustenstillend, entschlackend, harntreibend, fiebersenkend, steinausscheidend, beruhigend, sialagog, magenstärkend
Anwendungsbereiche:
Husten, Übelkeit, lindert Bronchitis, Cholera und Lebensmittelvergiftungen (vor allem von Meeresfrüchten), übelriechende Wunden, Durchfall, Fieber, Erbrechen, Lungenabszessen, Harnwegsinfektionen, Mundgeruch, Zahnschmerzen
Verwendete Pflanzenteile:
Wurzel, Blätter
Sammelzeit:
Wurzel im Herbst
Zu finden:
Als Grundwasseranzeiger auf feuchten und nährstoffreichen Wiesen. In Quellmooren, auf Moorwiesen oder in Erlenbruch- und Weidenauenwäldern.
Inhaltsstoffe:
Stärke, Asparagin, Kieselsäure, Rohrzucker
Sonstiges:
Das Schilf ist eine Sumpfpflanze und wächst bis zu 4 Meter hoch. In der Wachstumsperiode verlängern sich die Rhizome täglich um bis zu 3 Zentimeter. Ältere Rhizome sterben ab. Die Blätter sind wechselständig am Halm angeordnet und haben eine Blattscheide sowie eine Blattspreite mit einem Haarkranz anstelle eines Blatthäutchens. Die Blütezeit ist von Juli bis September und der Blütenstand kann bis zu 50 Zentimeter lang sein. Die Blüten haben männliche und zwittrige Teile, und die Früchte reifen im Dezember.
Trägt zur Selbstreinigung der Gewässer bei und wird auch als natürliche Kläranlage gepflanzt.
In der Küche kann man die jungen Triebe roh, mariniert oder gekocht zu Salaten, Suppen und verschiedenen Gerichten geben. Die Wurzelstöcke wurden früher als Kaffeeersatz geröstet und mit Mehl vermischt verbacken. Die Samen wurden, ähnlich wie Getreide, gesammelt, gedroschen und zu Grütze verarbeitet. Im Burgenland werden zur Herstellung des traditionellen Schilfweins Weintrauben auf Schilfmatten gelagert.
In der Antike war das aus einem Schilfstängel geschnittene Schreibrohr jahrhundertelang das wichtigste Schreibgerät. Etwa um das 6. Jh. wurde es in Europa von der Schreibfeder (aus einer Vogelfeder) verdrängt. Im islamischen Kulturkreis ist es bis heute für Kalligrafie in Gebrauch.
Dünne Schilfrohrmatten dienen zur Beschattung von Gewächshäusern, dickere als Wärmedämmung oder Windschutz. Die Pflanzen werden auch zur dekorativen Gestaltung von Uferpartien und zur Landgewinnung eingesetzt. Die Matten wurden lange durch Weben hergestellt, wobei das Schilfrohr im Winter von zugefrorenen Seen geschnitten und ein Jahr lang im Freien getrocknet wurde. Danach wurde es luftig gelagert und zu dünnen Matten verwoben, meist von Hand. Maschinell hergestellte Schilfmatten halten nur etwa zwei Jahre, während handgefertigte mehrere Jahre halten. In Pritzerbe, Brandenburg, gibt es seit 2020 die einzige verbliebene Schilfrohrweberei in Deutschland.
Schilfrohr spielt vor allem eine Rolle als Naturbaustoff. Es nimmt keine Feuchtigkeit auf und verrottet daher nur langsam, es ist stabil und aufgrund seiner griffigen Oberflächenstruktur ein ausgezeichneter Putzgrund. Aufgrund seines Gehalts an Kieselsäure ist es brandhemmend.
Sie werden zum Decken von Dächern verwendet. Sie können 100 Jahre lang halten. Die Stängel und Blätter werden von den Indianern auch zum Bau von Behausungen, Gittern, Zäunen und Pfeilen verwendet und zum Flechten von Matten, Tragenetzen, zur Korbflechterei, als Isolierung, Brennstoff, als Korkersatz usw.
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