Giftig
Wirkung:
hautreizend
Anwendungsbereiche:
Als Einreibung bei rheumatischen Beschwerden, Homöopathie: Zahnschmerzen, Kopfschmerzen, Gürtelrose, offene Beine, Ausschläge, Ekzeme, Nervenschmerzen, Hauterkrankungen mit Juckreiz
Verwendete Pflanzenteile:
Rinde
Sammelzeit:
vor der Blüte (Blütezeit: März bis April)
Zu finden:
Streng geschützte Pflanze. Selten in Auwäldern, an Bachufern und in Naturhecken.
Inhaltsstoffe:
Daphnetoxin, Mezereumharz, Daphnin, Daphnetoxin, Flavonoide, Sitosterin, Mezerein
Sonstiges:
Der Echte Seidelbast ist ein kleiner, aufrechter Strauch, der 40 bis 125 Zentimeter hoch wird. Die jungen Zweige haben eine gelblich-braune Rinde, die später reißt und braun-grau wird. Die Blattknospen sind länglich und spitz, und die Laubblätter sind wechselständig angeordnet. Sie haben einen kurzen Blattstiel und die Blattspreite ist 4 bis 9 Zentimeter lang und 1,5 bis 2,5 Zentimeter breit. Die Oberseite der Blätter ist frischgrün, die Unterseite grau-grün und sie sind anfangs behaart. Die Blüten wachsen in Gruppen und erscheinen direkt über den abgefallenen Blättern. Sie sind rosafarben bis purpurrot, 7 bis 9 Millimeter lang und haben keine Blütenkrone. Stattdessen besteht die Blütenhülle aus einer behaarten Kelchröhre. Es gibt acht Staubblätter und die Blüten sind meist zwittrig, können aber auch rein weiblich sein. Die Früchte sind erbsengroß, leuchtend rot oder selten gelb und reifen von August bis September. Sie sind giftig und sehen aus wie Steinfrüchte.
🛑 Achtung!!! Für Kinder stellen die hübschen roten Beeren eine Gefahr dar. Schon 10 Beeren können zu tödlichen Vergiftungen führen. Mund- und Rachenschleimhäute brennen, Magen, Darm und Nieren werden schwer gereizt, es kommt zu Durchfall und Erbrechen. Man muss für sofortige Entleerung des Magens sorgen und das Krankenhaus aufsuchen. Seidelbast duftet betörend, aber er ist giftig. Bei Berührung der Zweige sind Hautreizungen bis hin zur Blasenbildung möglich.
Symptome einer Vergiftung äußern sich unter anderem durch Brennen und Anschwellen der Mundschleimhaut, Lippen und Zunge. Zudem kommt es zu Übelkeit, Erbrechen, Magenbeschwerden mit Krämpfen und Durchfällen. Das Gift schädigt die Nieren und das Zentralnervensystem, was Kopfschmerzen und Schwindel verursacht. Auch der Kreislauf leidet, was zu Fieber und beschleunigtem Herzschlag führt, möglicherweise bis zu einem Kreislaufkollaps. Das Gift reizt die Haut stark, was zu Blasenbildung und Entzündungen führt; bei längerer Einwirkung kann es zu einem geschwürigen Zerfall der Haut kommen.
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Der Volksname Kellerhals kommt wahrscheinlich vom zugeschnürten Gefühl im Hals, wenn es zu einer Vergiftung gekommen ist.
Der stark giftige Echte Seidelbast wurde früher auch als Heilpflanze verwendet, insbesondere die Kellerhalssamen (lateinisch unter anderem als Coccum gnidium und Cocognidium bezeichnet.
Seidelbast wird hauptsächlich äußerlich angewandt, innerlich nur homöopathisch.
Als Zierpflanze genutzt gibt es diese Arten: ‘Bowles White’: Die Blüten sind weiß, die Früchte gelb. ‘Variegata’: Die Blätter sind weißbunt. ‘Plena’: Die Blüten sind weiß und gefüllt.
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