Wirkung:
blutbildend, ballaststoffreich, stärkend, harntreibend
Anwendungsbereiche:
Stoffwechselstörungen, zur Anregung des Stoffwechsels, nervöse Erschöpfung, Hautunreinheiten, Hautkrankheiten, Blasenleiden, Nierenleiden, Leberleiden, ist ein sanftes Blutreinigungsmittel, Brechmittel, Abführmittel, Lungenkrankheiten, Gicht, Gelbsucht, Geschwüre im Rachen
Verwendete Pflanzenteile:
Blätter
Sammelzeit:
Juni bis September
Zu finden:
In Gärten, Ödland, Schuttplätzen und an Weg- und Wiesenrändern.
Inhaltsstoffe:
Vitamin A und C, Eisen, Saponine, Mineralstoffe (Kalzium, Kalium, Magnesium, Phosphor), Alkaloide, Oxalsäure
Sonstiges:
☕ Tee: 1 Teelöffel wird mit 1/4 Liter kochendem Wasser übergossen und 10 Minuten ausgezogen. 3 Tassen pro Tag sind ausreichend.
Die Gartenmelde ist eine einjährige, krautige Pflanze, die bis zu 2,5 Meter hoch wächst. Die Oberflächen der Pflanzenteile sind leicht bemehlt und oft rot überlaufen. Der grün gestreifte Stängel ist steif und verzweigt sich schräg. Die Laubblätter sind in Blattstiel und Blattspreite unterteilt; der Blattstiel ist 0,3 bis 4 cm lang. Die Blattspreite ist beidseitig matt dunkelgrün oder rot, länglich-eiförmig bis dreieckig, und hat eine Länge von 5 bis 25 cm sowie eine Breite von 3 bis 18 cm. Blüten und Samen verändern die Blattform hin zu schmaleren ovalen Blättern. Die Gartenmelde blüht von Juli bis September in zusammengesetzten Blütenständen, die aus männlichen, weiblichen oder zwittrigen Blüten bestehen. Die Fruchtstände hängen oft stark, und die Früchte sind verschieden geformt und klein, während die gelbbraunen Samen sofort keimfähig sind, im Unterschied zu den schwarzen Samen, die erst nach zwei Jahren keimen.
Gartenmelde wird in der Küche wie Spinat zubereitet, er ist etwas milder. Rohe Blätter werden in einem Salat verwendet, dazu nimmt man die jungen Blätter die im Frühling wachsen. Für Kinder ist Gartenmelde angenehmer als Spinat, wohl wegen des geringeren Oxalsäure-Gehalts. Aus den Samen wird heute noch Brot gebacken. Sie passt zu gekochtem Reis, in Pfannkuchen, in Suppen und Gemüsen.
Aus den Samen kann ein blauer Farbstoff gewonnen werden. Bereits im Mittelalter wusste man, dass Melde die Haare schwarz und Stoffe grün färben kann.
Gartenmelde wird mit vielen nahen Verwandten verwechselt, was aber nicht weiter schlimm ist, da die Gänsefußarten alle essbar sind. Der Gute Heinrich (Chenopodium bonus henricus) ist eigens beschrieben. Die Weiße Melde (Chenopodium album) schmeckt köstlich und zeichnet sich durch ihr wie mehlbestäubtes Äußeres aus. Die weiße Schicht besteht aus lauter kleinen Härchen, über die die Melde überschüssiges Salz ausscheidet. Melden haben die Fähigkeit, mit Salz im Boden zurechtzukommen. Für die meisten Pflanzen bedeutet Salz im Boden das Todesurteil, nicht so für die Melden, die das Salz zwar aufnehmen, es aber so speichern, dass es ihnen nicht schadet.

Wenn es ihnen zu viel wird, scheiden sie es über die Blattoberfläche aus. Die Spießmelde oder Atriplex hastata hat ebenfalls die typischen Blätter, die an einen Gänsefuß erinnern. Die Sparrige Melde (Atriplex patula) ist mancherorts eine etwas kleinere dafür verzweigte Art.
Es gibt zwei Meldearten, die zwar verwandt, aber ungenießbar sind. Man erkennt sie an ihrem unangenehmen Geruch. Sie riechen etwas nach verdorbenem Fisch (Stinkende Melde (Chenopodium vulvaria) und Unechte Melde (Chenopodium hybridum)).
Von der Gartenmelde existieren mindestens vier Varietäten:
- ‘Gelbe Melde’ oder ‘Weiße Melde’ (Atriplex hortensis var. atrosanguinea): Diese Kulturform mit hellgrünen, fast gelben Blättern wird am meisten angebaut
- ‘Grüne Melde’ (Atriplex hortensis var. hortensis, Synonym: Atriplex hortensis var. sativa): Sie ist eine kräftige Pflanze mit starkem, kantigem, verzweigendem Stängel und besitzt dunkelgrüne, eher runde, glattrandige Blätter.
- ‘Rote Melde’ (Atriplex hortensis var. rubra L.): Sie fällt durch karminrote Stängel und Blätter auf. Die Unterseiten der unteren Blätter sind kräftig pink. Ihre braunen Samen sind leicht nierenförmig und dunkel rotbraun. Diese Form wird vor allem als Zierpflanze (Trockenblume) gezogen, kann aber genauso wie die anderen Varietäten in der Küche verwendet werden.
- ‘Halbrote Melde’: diese Form wird selten angebaut.
Archäologische Funde zeigen, dass die Art Atriplex aucheri aus Mittelasien seit Jahrtausenden kultiviert wird, während eine Züchtung aus der Glanz-Melde (Atriplex sagittata) aufgrund ihres bitteren Geschmacks als unwahrscheinlich gilt.
Hildegard von Bingen: Die Melde ist gemäßigt und gegessen bringt sie eine gute Verdauung. Wenn in einem Menschen giftige Skrofeln zu wachsen beginnen, bereite er mit Melde und etwas weniger Lauch als Melde und etwas weniger Ysop als Lauch ein Mus und esse es oft und die Skrofeln werden eintrocknen. Aber Melden können auch gekocht werden und auf die Skrofeln gelegt, dann wird alles besser.
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