Luzerne / Alfalfa (Medicago sativa)

Schwach giftig

Wirkung:

abführend, fiebersenkend, pilzhemmend, stoffwechselwirksam, appetitanregend, antiskorbutisch, harntreibend, wehenfördernd, blutstillend, nährend, stimulierend, stärkend, antibakteriell

Anwendungsbereiche:

Hautveränderungen die durch Pilze hervorgerufen wurden, Hautpilze, Fußpilz, Brechmittel, Abführmittel, Gelenkrheuma, Gastritis, Zuckerkrankheit, zu hoher Cholesterinspiegel, zum Appetit anregen für Gewichtszunahme, Schwäche in der Rekonvaleszenz, Anämie, Blutungen, Wechseljahresbeschwerden, prämenstruellen Spannungen, Myomen, Asthma, Diabetes, Magen-Darm-Erkrankungen

Verwendete Pflanzenteile:

Kraut, Samen für die Herstellung von Sprossen, Wurzel

Sammelzeit:

kann mindestens 4-mal im Jahr geschnitten werden

Zu finden:

Wird auf Äckern angebaut, verwildert an Wegrändern und Böschungen oder in Gärten.

Inhaltsstoffe:

Phytoöstrogene, Saponine, Proteine, darunter Rubisco, fettes Öl, alle Vitamine und Mineralstoffe, besonders viel Vitamin K

Sonstiges:

Die Luzerne ist eine ausdauernde, krautige Pflanze, die bis zu einen Meter hoch wächst. Sie hat ein tiefes Wurzelsystem mit Rhizomen von über 4,5 Metern, was ihr hilft, Dürren zu überstehen. Der vierkantige, mehr oder weniger behaarte Stängel trägt wechselständige, dreizählige Laubblätter, die dreieckig bis elliptisch und bis zu 3 Zentimeter lang sind. Die Blättchen sind an den Rändern gesägt und spitz. Die Nervatur ist gefiedert mit einer eingedrückten Mittelader. Die Blättchen sind manchmal behaart, können aber auch kahl sein. Es gibt kleine, gezähnte Nebenblätter. Es bilden sich dichte, lang gestielte Blütenstände mit kurz gestielten, bläulichen bis weißen Schmetterlingsblüten. Die Staubblätter sind diadelphisch angeordnet, und der Fruchtknoten ist lang und schmal. Die flachen Hülsenfrüchte sind spiralförmig gewunden und bis zu 9 Millimeter im Durchmesser. Die nierenförmigen Samen sind etwa 1,5–2 Millimeter groß. Die Blütezeit reicht von Juni bis September.

🛑 Die Pflanze enthält saponinähnliche Substanzen, deren Verzehr in großen Mengen die roten Blutkörperchen schädigen kann. Obwohl sie schädlich sein können, werden Saponine vom Körper schlecht aufgenommen und meisten ohne Schaden ausgeschieden. Saponine sind bitter und kommen in vielen Lebensmitteln, wie einigen Bohnen, vor. Durch gründliches Kochen und Wechseln des Kochwassers lassen sich die meisten Saponine entfernen. Für einige Lebewesen, wie Fische, sind Saponine giftiger, was Jäger dazu bringt, sie ins Wasser zu geben, um Fische zu betäuben. Alfalfasprossen enthalten Canavanin, das bei inaktiven Lupus-Patienten ein Wiederauftreten der Krankheit auslösen kann. Die FDA rät, dass Kinder, ältere Menschen und Menschen mit geschwächtem Immunsystem Alfalfasprossen wegen möglicher Bakterien meiden sollten. Es wird auch empfohlen, den Verzehr während der Schwangerschaft und Stillzeit sowie bei hormonempfindlichem Krebs und Gicht zu vermeiden. Zudem könnte es die Wirkung von Blutverdünnern und Kortikosteroiden beeinträchtigen.

In der Küche können Blätter und junge Triebe roh oder gekocht gegessen werden. Die Blätter sind reich an Vitaminen A, B, C und K sowie an Proteinen. Sie können auch getrocknet werden. Der Samen wird oft gekeimt und zu Salaten, Sandwiches oder Suppen hinzugefügt. Dazu wird er 12 Stunden in warmem Wasser eingeweicht und dann feucht an einem warmen Ort gelagert, um zu keimen. Dies dauert etwa 4 bis 6 Tage. Die Samen können auch zu Pulver gemahlen und in Brei oder Brot verwendet werden. Aus den Blättern wird ein Tee hergestellt, der leicht abführend wirkt und einen eigenartigen Geschmack hat.

Die Luzerne war vor der Ausbreitung des Mais eine wichtige Futterpflanze Europas, sie stammt ursprünglich aus Asien. Sie kann bis zu 12 Jahre alt werden, ihr Wurzelsystem geht bis zu 2 Meter in die Tiefe. Die Luzerne ist eine Bodenverbesserungspflanze.

Schon in Persien war Luzerne eine wichtige Futterpflanze für Pferde. Sie wurde um 470 v. Chr. nach Griechenland gebracht und um 150–50 v. Chr. nach Italien, wo sie Schafen als Futter diente. Im 16. Jahrhundert n. Chr. brachten die spanischen Kolonialherren Luzerne nach Amerika, hauptsächlich nach Mexiko und Peru. Nach Deutschland kam sie über Waldenser aus dem Luserna-Tal im Piemont. Die Verbreitung in Württemberg wird dem Waldenser Anton Seignoret zugeschrieben. Die Sichelluzerne wird erst seit etwa 200 Jahren in nördlichen Gebieten angebaut. Als Luzerne und Wiesen(=Rot-)klee im 19. Jahrhundert nach Australien und Neuseeland eingeführt wurden, konnte wegen fehlender Hummeln kein nennenswerter Samenertrag erzielt werden, da dieser Klee hauptsächlich von Hummeln bestäubt wird. 1885 wurden Hummelarten nach Neuseeland importiert, um die Bestäubung zu sichern. In Australien gibt es keine Hummeln, außer in Tasmanien, wo sie 1992 eingeschleppt wurden.

Rubisco ist dem Milcheiweiß ähnlich und enthält mehr Aminosäuren als Soja.

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