Echter Kerbel (Anthriscus cerefolium)

auch Gartenkerbel

Wirkung:

blutreinigend, stoffwechselanregend, entgiftend, wassertreibend

Anwendungsbereiche:

chronische Hautauschläge, zur Blutreinigung

Gewürzpflanze

Verwendete Pflanzenteile:

Blätter, Kraut, Samen

Sammelzeit:

Frühjahr bis Herbst

Zu finden:

Gartenpflanze

Inhaltsstoffe:

Glykosid, Apiin, Bitterstoffe, ätherisches Öl

Sonstiges:

☕ Tee: 1 Teelöffel getrocknetes Kraut oder 2 Teelöffel frisches Kraut wird mit 1/4 Liter kochendem Wasser übergossen und etwa 10 Minuten ziehen gelassen. 3 Tassen Tee täglich über 2 Wochen kurmäßig trinken.

Im Frühling kann der Tee als Blutreinigungsmittel oder als Stärkungsmittel getrunken werden.

Der Echte Kerbel ist eine einjährige krautige Pflanze, die 20 bis 70 Zentimeter hoch wird. Die Wurzel ist dünn und spindelförmig. Alle Teile der Pflanze riechen nach Anis. Der Stängel ist dünn, nicht verdickt und oben behaart. Die Laubblätter sind weich, hellgrün, und können drei- oder mehrere Lappen haben. Die Blätter sind auf der Oberseite kahl und am Rand behaart. Die Blütezeit ist von Mai bis August mit männlichen und zwittrigen Blüten an einer Pflanze. Die Blütenstände sind mehrstrahlig und können weich behaart sein. Die Kronblätter sind weiß und länglich. Die Früchte sind schmal, rundlich und schwarz, glänzend, wenn sie reif sind. Die Tausendkornmasse der Samen liegt zwischen 1,9 und 3,0 Gramm.

Echter Kerbel findet hauptsächlich Verwendung als Würzkraut. Er hat ein feines ätherisches Aroma und wird vor allem in Suppen, Salaten und Saucen und Kräuterbutter gebraucht, wo er sein einzigartigen Geschmack entfaltet. Der leicht pfeffrige Geschmack erinnert an Petersilie, bringt jedoch eine subtile Komplexität ins Spiel, die viele Köche zu schätzen wissen. Kerbel ist auch Bestandteil berühmter Kräutermischungen wie den Fines herbes oder der Frankfurter Grünen Sauce, die als Grundlage vieler traditioneller Gerichte dienen. Seine vielseitige Natur macht ihn zu einer idealen Zutat für eine Vielzahl von Rezepten, von Fisch- bis zu Geflügelgerichten. Kerbel gehört zu den ersten Pflanzen, die im Frühling geerntet werden, und seine frischen Blätter sind ein Zeichen für die Ankunft der warmen Monate, weshalb er traditionell Bestandteil von Gründonnerstags- und Ostergerichten ist, die oft frische und saisonale Zutaten hervorheben. Indem er den Gerichten eine frische Note verleiht, trägt Kerbel zudem zur Farbvielfalt auf dem Teller bei und erfreut nicht nur den Gaumen, sondern auch das Auge.

In der französischen Küche darf Kerbel nicht fehlen. Er wird nicht mit gekocht, sondern immer ganz frisch über Suppen gestreut. Das Kraut passt gut zu Suppen, Soßen, Fisch- und Fleischgerichte und Kartoffelspeisen.

Hildegard von Bingen: Der Kerbel ist mehr warm als kalt. Er ist zu Heilmitteln brauchbar und heilt die Bruchwunde der Eingeweide. Zerstoße also Kerbel und den Saft tue in Wein und gib es dem zu trinken, der Bruchwunden hat. Dies tue oft und er wird geheilt werden.

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