Kapuzinerkresse (Tropaeolum majus)

Wirkung:

appetitanregend, wundheilend, desinfizierend, entzündungshemmend, hautdurchblutend, antiviral, antibakteriell, antimykotisch

Anwendungsbereiche:

Infektionen der Atemwege, Nebenhöhlenentzündungen, Angina, Mandelentzündungen, Bronchitis, Schnupfen, alle entzündliche Erkrankungen der Niere und der Harnwege, Blasenentzündung, Husten, regeneriert Magen- und Darmschleimhäute, löst Schleim und wirkt kräftigend bei älteren Menschen, Wunden, unterstützt die Hautfunktionen, Gewebe erneuert sich schneller, Haarausfall, reguliert die Monatsblutungen

Verwendete Pflanzenteile:

Blätter und Blüten

Sammelzeit:

Sommer

Zu finden:

Gartenpflanze, ausgewildert kaum möglich, nur an ganz geschützten Standorten.

Inhaltsstoffe:

natürliches Penicillin (Senföle), Glykoside, Schwefel, Benzylsenföl, Vitamin C, Kleesäure, Enzyme, Myrosin, ätherisches Öl

Sonstiges:

Die Große Kapuzinerkresse ist eine ausdauernde krautige Pflanze, die zwischen 15 und 30 Zentimeter hoch wächst. Sie kann an geeigneten Stützen bis zu 3 Meter hoch klettern und hat einen fleischigen Stängel, der bis zu 5 Meter lang werden kann. Die Blätter sind wechselständig und besitzen eine einfache, schildförmige Blattspreite mit einem Durchmesser von 3 bis 10, selten bis 17 Zentimetern.

Die Blüten stehen einzeln in den Blattachseln und sind zwittrig mit einer doppelten Blütenhülle. Die Blütenkrone ist 3 bis 6 Zentimeter lang und kann gelb, orange oder rot sein, oft mit dunklen Flecken. Die Blütezeit erstreckt sich fast durch das ganze Jahr.

Der Name stammt vom Mönchsorden der Kapuziner, der diese Pflanze, deren Heimat ursprünglich Peru war, als Schutzmittel und Amulett gegen Viehseuchen und Hexerei verteilte.

Kapuzinerkresse wurde als Aphrodisiakum verwendet, der Grund darin war, dass man nach dem Genuss von Kapuzinerkresse wesentlich weniger Alkohol verträgt als sonst und Hemmungen schneller verliert. Was sagt uns das? Kein Alkohol zu bestimmten Kräutern!

🛑 Bei übergroßen Mengen an Kapuzinerkresse Presssaft, kann es zu Magenreizungen kommen. Bei Geschwüren in Magen und Darm besser nicht verwenden, ehe die Krankheit nicht ausgeheilt ist.

In allen Teilen der Pflanze befindet sich ein Stoff, der wie ein Antibiotikum die Vermehrung von Bakterien verhindert. Ein natürliches Antibiotikum hat gegenüber jenen aus Pilzen den Vorteil, dass es die natürliche Darmflora nicht zerstört. Kapuzinerkresse ist ein Penicillinersatz.

Eine Kombination von Kapuzinerkresse und Meerettich ist fast allen Infektionen gewachsen und kann ebenso gute Dienste leisten wie eine klassische Antibiotika-Behandlung (aber ohne Nebenwirkungen). Verantwortlich dafür sind die enthaltenen Senföle, durch deren Freisetzung sich die Pflanzen vor Fressfeinden schützen. Die Senföle wirken nicht nur gegen Bakterien, sondern auch gegen Viren und Pilze. In einer Studie wurde dies eindrucksvoll belegt. Kombinationspräparate bekommt man in den Apotheken oder stellt sie aus den gepulverten Pflanzen selbst her.

Laut der 2017 aktualisierten S3-Leitlinie zur Therapie von unkomplizierten Harnwegsinfektionen kann der Einsatz von Arzneimitteln mit Kapuzinerkresse bei häufig wiederkehrenden Blasenentzündungen erwogen werden. Diese Pflanze, die seit Jahrhunderten in der Naturheilkunde verwendet wird, besitzt entzündungshemmende und antimikrobielle Eigenschaften, die potenziell zur Linderung der Symptome beitragen können. Studien legen nahe, dass die Anwendung von Kapuzinerkresse insbesondere bei Patientinnen, die mehrfach von Blasenentzündungen betroffen sind, positive Effekte zeigen kann. Zusätzlich zur medikamentösen Therapie sollten auch präventive Maßnahmen, wie eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr und eine gute Hygiene, in Betracht gezogen werden, um das Risiko neuer Infektionen zu minimieren.

Eine Teeanwendung ist nicht sinnvoll, man stellt Saft aus den Blättern her, er wirkt desinfizierend.

Laubblätter, Knospen, Blüten und Samen sind essbar und haben einen pfeffrigen Geschmack, ähnlich wie Brunnenkresse. Knospen und unreife Samen können als Gewürz benutzt oder mariniert werden, und in Essig eingelegt, dienen sie wie Kapern. Blätter und Blüten werden meistens als Salat serviert.

Kapuzinerkresse ist eine nützliche Begleitpflanze, da sie Schwebfliegen anzieht, die auf Blattläuse benachbarter Pflanzen Jagt machen.

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