Heilziest, Echte Betonie (Betonica officinalis syn. Stachys officinalis)

Wirkung:

stopfend, stärkend, heilend, harntreibend, kreislaufanregend, schmerzstillend

Anwendungsbereiche:

stärkt das zentrale Nervensystem, Kopfschmerzen, Neuralgien, fördert die Durchblutung des Gehirns, Migräne, leichte Durchfälle, Gicht, Rheuma, Harnsäureleiden, Lähmungen, Magenübersäuerung, Milzleiden, Nervenkrankheiten, Schilddrüsenproblemen, Erkrankungen der Atemwege, allergisches Asthma, Wunden

Verwendete Pflanzenteile:

das blühende Kraut

Sammelzeit:

Hochsommer

Zu finden:

In lichten Wäldern, auf Wiesen und Weiden, an sonnigen Abhängen und in Heiden findet man den Ziest, zu nehmend allerdings seltener, es lohnt sich die Pflanze im Garten anzusiedeln.

Inhaltsstoffe:

Gerbstoffe, Bitterstoffe, Stachydrin, Bedonicin, ätherisches Öl

Sonstiges:

☕ Tee: 1 Teelöffel Kraut wird mit 1/4 Liter kochendem Wasser übergossen, mindestens 15 Minuten, besser länger, ziehen lassen. 3 Tassen Tee pro Tag sind ausreichend.

Die Echte Betonie ist eine ausdauernde, krautige Pflanze, die Wuchshöhen von 30 bis 80 Zentimetern erreicht. Sie bildet ein knotiges Rhizom als Überdauerungsorgan aus. Der Stängel ist aufrecht, vierkantig und fast kahl oder trägt anliegende Trichome. Der Teil der Laubblätter steht in einer grundständigen Rosette; ihr Blattstiel ist 4 bis 12 Zentimeter lang. Zwei bis drei Paare Laubblätter sind am Stängel kreuzgegenständig angeordnet. Die einfachen Blattspreiten sind schmal-eiförmig bis oval, mit gezähntem oder gekerbtem Blattrand. Die Blütezeit reicht von Juni bis September, der Blütenstand ist aus Scheinquirlen zusammengesetzt, die jeweils etwa zehn Blüten enthalten. Die zwittrigen Blüten sind zygomorph und fünfzählig. Die Kelchblätter sind röhrig verwachsen und behaart. Die fünf Kronblätter sind 8 bis 15 Millimeter lang und bilden eine zweilippige Kronröhre.

🛑 Bei zu hoher Dosierung ruft Ziest Brechreiz hervor und wirkt bei Überdosierung stark abführend, daher fragt immer den Arzt oder Apotheker. Bei der im Tee angegebenen Menge sind aber keine Nebenwirkungen zu befürchten.

Ein sicheres Mittel gegen Sodbrennen, ist eine Tinktur mit Heilziest, Kalmus und Tausendgüldenkraut.

Frische Ziest liefert einen gelben Farbstoff für Wolle und kann auch zum Tönen von Haaren verwendet werden. Die getrockneten Blätter dienen als Tabakersatz. Getrocknetes Betonienblattpulver wird in Schnupftabak wie Rowley’s British Herb Snuff verwendet, der früher gegen Kopfschmerzen bekannt war. In den Alpen wird getrocknetes Betonienblatt geraucht, da es als aufbauend gilt.

Die Kombination von Echter Betonie mit Wein wurde erstmals bei Plinius dem Älteren beschrieben. John Gerard gab Rezepte für die Herstellung von Ale mit dieser Pflanze, die auch gesundheitliche Vorteile hatte. Bis ins 18. Jahrhundert wurde mit Echter Betonie gebrautes Bier unter dem Namen Old Doctor Butler’s Head verkauft, ein Begriff, der in einem historischen Pub in London weiterlebt.

Hildegard von Bingen: Wer dumm und einfältig ist, so dass es ihm an Verstand mangelt, der zerstoße Betonienkraut zu Saft und lege es abends auf die ganze Brust und verbinde mit einem Tuch. Dies tue oft und der Verstand wird wieder kommen. Eine Frau, die an zu starkem Monatsfluss leidet, der auch unregelmäßig ist, lege Betonienkraut in Wein, damit er davon den Geschmack annimmt, und sie trinke davon.

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Bild: Wikipedia, Orjen, CC BY-SA 3.0

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