Gerste (Hordeum vulgare)

Wirkung:

stoffwechselanregend, entzündungshemmend

Anwendungsbereiche:

Stoffwechsel, Leber, Strahlenschäden, Vergiftungen durch die Umwelt, Immunschwäche, Geschwüre, Entzündungen, blasse Haut, Magenprobleme, Durchfall, regt die Milchbildung stillender Mütter an

Verwendete Pflanzenteile:

Samenkörner

Sammelzeit:

August

Zu finden:

Nur nach Absprache mit einem Bauern möglich, selten ausgewildert.

Inhaltsstoffe:

Kalzium, Eiweiß, Fett, Kalium, Kieselsäure, Kohlenhydrate, Phosphor, Vitamin B1, B2, E, Enzyme, Gluten

Sonstiges:

☕ Tee: 1 Tasse = 100 g Gerstenkörner über Nacht in 1 1/2 Liter Wasser einweichen. Am nächsten Morgen aufkochen und etwa 1 Stunde leicht sieden lassen. Das Gerstenwasser abseihen und über den Tag verteilt trinken.

Gerste ist ein einjähriges Gras, das 0,7 bis 1,2 m hoch wird. Die Pflanze hat glatte, unbehaarte, aufrechte Halme. Die Laubblätter sind einfach, parallelnervig und stehen wechselständig in zwei Reihen. Sie sind 20 bis 45 cm lang und 8 bis 12 mm breit. Ein wichtiges Merkmal sind die zwei langen, unbewimperten Blattöhrchen, die den Halm umschließen. Das Blatthäutchen ist 1 bis 2 mm lang. Der Blütenstand ist flexibel, 6 bis 12 cm lang und 1 bis 2 cm breit. Die Ährchen sind gleich, haben meist eine Blüte und sind fruchtbar. Die Hüllspelzen des mittleren Ährchens stehen vor den Blüten und sind lanzettlich mit langen Grannen. Gerste gibt es in zweizeiligen und mehrzeiligen Formen. Zweizeilige Sorten haben nur ein kräftiges Korn pro Ansatzstelle, während mehrzeilige Sorten drei schwächere Körner haben. Zweizeilige Gerste enthält viel Stärke und wenig Protein, wird hauptsächlich für die Bierherstellung verwendet und zu Gerstengraupen verarbeitet. Wintergerstensorten werden im Herbst gesät, haben eine längere Vegetationszeit und liefern höhere Erträge, während neuere Sorten mit hohem Protein- und Ballaststoffgehalt für die menschliche Ernährung angebaut werden.

Gerste kommt überall in über 40 Arten vor, aber durch Weizen, Reis und Mais weltweit an Bedeutung verloren. Aus Gerste backt man Brot, es werden die „Graupen“ daraus, die Braugerste gehört zur Bierproduktion, aus ihr werden Malz und auch der Malzkaffee hergestellt. Auch einer der bekanntesten Whiskys wird aus Gerste destilliert. Der Rest der Produktion landet in Futtermitteln.

Das Nahrungsergänzungsmittel das Gerstenpulver hat sich durchgesetzt, frisches, grünes Gerstengras wird klein zerteilt, gefriergetrocknet und in Kapseln abgefüllt für eine bessere Chlorophyll-Versorgung.

Eine Gerstengras-Kur kann entgiftend wirken und dadurch eine eventuell schlechte Wundheilung entscheidend verbessern. Das Pflanzenmaterial im Mixer zerkleinern und täglich 1 bis 3 Esslöffel davon einnehmen. Immer kleine Mengen bereiten und Reste im Kühlschrank aufbewahren und schnell verbrauchen.

Hildegard von Bingen: Als Brot oder als Mehl schadet es, aber wenn ein Kranker schon am ganzen Körper ermattet ist, der koche die Gerste in Wasser und gieße es in ein Schaff und bade darin. Und wer so krank ist, dass er kein Brot essen kann, der koche Gerste und Fenchel mit Wasser und trinke die Brühe. Und wer im Gesicht und am Kopf eine harte, raue Haut hat die sich schuppt, der wasche es mit dem Gerstenwasser.

Bitte beachte: Der Besuch dieser Seiten, kann nicht den Besuch beim Arzt ersetzen. Solltest du ernsthafte oder unklare Beschwerden haben, solltest du unbedingt einen Arzt zu Rate ziehen.

Kommentar verfassen