Moor-Birke (Betula pubescens)

Wirkung:

harntreibend, entwässernd, entzündungshemmend, schmerzstillend, antimikrobiell, ausleitend, antitumoral, leberschützend, stoffwechselanregend

Anwendungsbereiche:

Entzündungen der Harnwege, zur Durchspülung der Harnwege, Nierengrieß, rheumatische Erkrankungen, Gicht, Haarausfall, Schuppenbildung

Wird genauso verwendet wie die Hänge-Birke.

Verwendete Pflanzenteile:

Blätter, Rinde, Knospen, Saft

Sammelzeit:

Frühling bis Herbst

Zu finden:

in Bruchwäldern und Flach- und Hochmoore

Inhaltsstoffe:

Gerbstoffe, Flavonoide, Ascorbinsäure, Betulin, Mineralstoffe, Saponine, ätherisches Öl, Vitamin C

Sonstiges:

Die Moor-Birke ist ein laubabwerfender Baum oder Strauch, der bis zu 30 Meter hoch werden kann und mehrere Stämme hat. Ihr Stammdurchmesser liegt bei 50–70 Zentimetern und kann selten über 1 Meter betragen. Einzelne Exemplare können bis zu 120 Jahre alt werden. Die Borke ist anfangs dunkel rötlich-braun und wird später hell rötlich-braun bis grau-weiß, sie schält sich spät in dünnen Platten ab. Die Rinde der Zweige ist anfangs behaart und wird später rötlich-braun. Die Endknospen sind spitz und leicht gebogen, die Knospenschuppen sind grau bis grünlich und haben weiße Ränder. Junge Laubblätter duften und sind ebenfalls behaart. Die Laubblätter sind wechselständig, eiförmig oder herzförmig, 3 bis 5 Zentimeter lang und doppelt gesägt. Die Moor-Birke ist monözisch, das bedeutet, sie hat männliche und weibliche Blüten an einem Baum. Die männlichen Blütenstände sind länglich und die weiblichen sind zylindrisch und hängen später. Die Früchte sind kleine, breit geflügelte Samen, die sich von April bis Mai entwickeln und ab August reifen.

🛑 Birkenblätter gelten als unbedenklich für die äußerliche und innerliche Anwendung. Schwangere oder stillende Mütter sollten jedoch Rücksprache mit ihrem Arzt halten. Manche Menschen sind allergisch auf Birke und sollten sie daher nicht verwenden. Birkenblätter können die Salzspeicherung im Körper erhöhen und bei empfindlichen Personen den Blutdruck steigern. Wer zu einem hohen Blutdruck neigt, Diuretika oder Wassertabletten einnimmt, sollte auf Birke verzichten. Bitte viel Wasser trinken, wenn Birke verwendet wird.

Die jungen Blätter können in Blutreinigungstees und im Salat verwendet werden.

Die Birke vergrößert die Harnmenge auf das 5- bis 6-fache. Da es ohne Nebenwirkungen geht, ist dies eine alternative zu anderen Produkten für Schwangere und ältere Menschen.

Birkensaft wird gewonnen in dem man bei einer älteren Birke ein etwa 3 bis 4 cm tiefes Loch anbohrt. Dann gibt man in das Bohrloch ein Röhrchen und setzt darunter ein Auffanggefäß aus Glas oder Porzellan. Je nach Größe der Birke können bis zu 4 Liter pro Tag aus dem Bohrloch fließen. Da der Baum auch darunter leidet sollte das Bohrloch anschließend mit Baumwachs wieder verschlossen werden.

Aus der Rinde wird Birkenteer gewonnen, der bei Hautkrankheiten und zur Behandlung von Leder eingesetzt wird. Dieser natürliche Stoff ist bekannt für seine entzündungshemmenden und antiseptischen Eigenschaften, wodurch er besonders effektiv bei der Linderung von Hautirritationen oder Ekzemen ist. Der Herstellungsprozess des Teers erfordert präzise Destillationstechniken, um die wertvollen Inhaltsstoffe zu extrahieren. Durch Destillation entsteht außerdem Birkenpech, das früher als vielseitiger Kleber diente, insbesondere in der Herstellung von Alltagsgegenständen und Werkzeugen. Birkenpech fand auch Anwendung in der Herstellung von Schiffen, wo es als Abdichtung gegen Wasser diente, und es wurde in vielen Kulturen als ein essentielles Produkt geschätzt, das die Verbindung zur natürlichen Umwelt unterstreicht.

Betulinsäure aus Birke wird aktiv als Krebsmedikament erforscht. Der Schiefer Schillerporling, der auf Birken wächst enthält das Betulin und wandelt es in Betulinsäure um.

Die Moorbirke war 2023 Baum des Jahres.

Bitte beachte: Der Besuch dieser Seiten, kann nicht den Besuch beim Arzt ersetzen. Solltest du ernsthafte oder unklare Beschwerden haben, solltest du unbedingt einen Arzt zu Rate ziehen.

Bild: Wikipedia, Elke Freese, CC BY-SA 3.0

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