Herbstzeitlose (Colchicum autumnale)

Sehr giftig – tödlich giftig

Wirkung:

tödlich

Anwendungsbereiche:

Eine Selbstanwendung ist ausgeschlossen!!!

Verwendete Pflanzenteile:

keine

Sammelzeit:

Zu finden:

Auf nährstoffreichen Wiesen und an Böschungen.

Inhaltsstoffe:

Cochicin und weitere 20 Alkaloide, fettes Öl, Eiweiß, Gerbstoffe

Sonstiges:

Die Herbstzeitlose ist eine sehr giftige Pflanze, die 8 bis 30 Zentimeter hoch wird. Sie überdauert kalte Jahreszeiten durch ihre unterirdischen Teile. Im Winter wird die alte Knolle abgebaut und eine neue Knolle gebildet. Im Sommer hat sie eine braunschuppige Knolle, die 2,5 bis 5 Zentimeter dick und bis zu 7 Zentimeter lang ist. Die schmalen, aber breiten Laubblätter erscheinen zusammen mit der unreifen Kapselfrucht im Frühsommer und können bis zu 40 Zentimeter lang werden. Die Blätter sind dick und an der Spitze zusammengezogen, im Gegensatz zu den dünnen Blättern von Bärlauch, und sind leicht gedreht. Es bilden sich ein bis fünf Blüten pro Pflanze. Die Blüten sind dreizählig und meist blassrosa bis violett. Die Staubblätter sind zahlreich, und der Fruchtknoten wächst aus drei Fruchtblättern. Die Blüten sind getrennt und erreichen eine Länge von bis zu 20 cm. Bestäubung erfolgt durch Insekten, die auch Selbstbestäubung ermöglichen. Die Blütezeit ist von September bis Oktober, aber manchmal blüht sie auch im Frühjahr. Die Kapselfrucht reift im Frühsommer und enthält kleine Samen, die durch Ameisen oder den Wind verbreitet werden.

🛑 Alle Teile der Herbstzeitlose enthalten das stark giftige Alkaloid Colchicin, ein Kapillar- und Mitosegift. Vergiftungen bemerkt man frühstens nach 2 bis 6 Stunden, spätestens nach 12 Stunden, sie verlaufen in den meisten Fällen tödlich. Für ein Kind kann schon ein einziger Samen gefährlich sein. Es besteht eine Verwechslungsgefahr mit Bärlauchblättern. Auch in den getrockneten Pflanzenteilen bleibt das Gift erhalten. So können bei Verzehr von Heu mit Gehalt an getrocknetem Herbstzeitlosen-Kraut die gefährlichen Gifte in die Milch übergehen. Die ersten Symptome sind brennen im Mund. Es folgen Schluckbeschwerden, Übelkeit und Erbrechen mit oft blutigen Durchfällen. Je nach Dosis kann es vor allem bei Kindern bis zum Tod durch Atemlähmung oder Kreislaufversagen kommen, häufig beobachtet man auch Nierenschädigungen. Die Herbstzeitlose ist sehr giftig für viele Tiere wie Pferde, Rinder, Schafe, Ziegen, Hunde, Katzen, Kaninchen, Hasen, Meerschweinchen, Hamster und Vögel. Besonders gefährdet sind Pferde und Schweine. Rinder und Schafe sind weniger anfällig. Laktierende Tiere können das Gift über die Milch abgeben, auch wenn sie keine Symptome zeigen.

https://gizbonn.de/giftzentrale-bonn/pflanzen/herbstzeitlose-gemeine

Unterschied zwischen Bärlauch- und Herbstzeitloseblättern: Bärlauch riecht stark nach Knoblauch. Bärlauchblätter haben immer einen deutlichen Stiel, Herbstzeitloseblätter nicht. Nahe dem Boden, im unteren Bereich der Blätter, findet man bei der Herbstzeitlose die versteckte Frucht (Kapsel mit 3 schwärzen Fäden), bei Bärlauch ist das nicht zu sehen. Herbstzeitlose blüht im Herbst, Bärlauch im Mai.

Das Zellgift Cochicin hat Ähnlichkeit mit Arsen.

Die Herbstzeitlose wurde im Jahr 2010 zur Giftpflanze des Jahres gewählt.

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Ein Kommentar zu “Herbstzeitlose (Colchicum autumnale)

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