Pfaffenhütchen / Spindelstrauch (Euonymus europaeus)

Giftig

Wirkung:

harntreibend, entwässernd, leberwirksam

Anwendungsbereiche:

Ungeziefermittel, Läuse, Milben, Milben-Krätze (Skabies)

Verwendete Pflanzenteile:

Früchte, Blätter, Wurzel

Sammelzeit:

September, Oktober

Zu finden:

Als Unterholz in lichten Wäldern, an Waldrändern, in Hecken und Gebüschen, aber auch in Parkanlagen.

Inhaltsstoffe:

Alkaloide, Evonin, Evonisod, Steroide, Koffein, Theobromin, Harze, Gerbstoffe

Sonstiges:

Der Gewöhnliche Spindelstrauch ist ein sommergrüner, aufrechter Strauch, der bis zu 3 m hoch wird und manchmal auch als kleiner Baum bis zu 6 m erreicht. Seine Äste sind oft viereckig, anfangs grün und später grau-braun, mit wenigen Korkleisten. Ältere Pflanzen haben eine grau-braune, rissige Borke. Diese Pflanze ist windfest, frosthart und ihre Teile sind giftig. Die Laubblätter haben einen kurzen Stiel und sind 3 bis 12 cm lang, eiförmig bis lanzettlich, mit gezähnten Rändern und kahlen Blattflächen, die im Herbst leuchtend rot werden. Der Strauch ist meist gynodiözisch, was bedeutet, dass sowohl weibliche als auch zwittrige Exemplare vorkommen. Die Blütezeit reicht von Mai bis Juni, wobei lockere Blütenstände mit zwei bis sechs Blüten entstehen. Die kleinen, unscheinbaren Blüten sind grünlich bis weiß und ziehen Insekten wie Ameisen und Fliegen an. Die Früchte reifen von September bis Oktober und öffnen sich dann mit vier Klappen, enthalten ein bis vier Samen, die von einem dünnen, orangefarbenen Samenmantel umhüllt sind.

🛑 Vorsicht!: Durch eine zu hohe Dosis kann eine Leber- oder Nierenschädigung eintreten. Daher immer den Arzt zu Rate ziehen. Zudem gibt es bessere Pflanzen, die man nutzen kann. Pfaffenhütchen sind in allen Teilen giftig, besonders die zweifarbigen Früchte mit den 3 bis 4 Samenkernen. Nach etwa 3 Früchten beginnt die kritische Dosis, dazu kommt es aber auch bei Kindern nicht, denn die Früchte sind praktisch ungenießbar, sie schmecken widerlich.

Der Verzehr von Samen führt zu Bauchschmerzen, Übelkeit, Erbrechen und Durchfall. Dabei kann es zu einer starken Reizung des Magen-Darm-Traktes kommen. Die Glykoside wirken außerdem auf die Herzmuskulatur. Auch Nierenschädigungen, Kreislaufkollaps, Benommenheit und Leberschwellungen gehören zu den Symptomen, die bei dem Verzehr der Früchte auftreten. Vergiftungen treten vor allem bei Kindern auf, die sich von den attraktiv aussehenden Früchten verführen lassen. Dabei kann es zu Leber- und Nierenschäden, je nach Schweregrad auch zum Tod kommen. In der Literatur finden sich unterschiedliche Angaben darüber, welche Dosis bereits tödlich wirkt. Alle Krankheitszeichen können noch 18 Stunden nach dem Verzehr der giftigen Pflanzenteile auftreten. (Wikipedia)

https://gizbonn.de/giftzentrale-bonn/pflanzen/spindelstrauch

Hildegard von Bingen: Das Pfaffenhütchen hat eine Art von Glück in seiner Natur. Der Mensch, der Wassersucht hat, ziehe die Rinde des Baumes ab und zünde das Holz, das unter der Rinde ist, an und mache Asche daraus, ohne andere Asche beizufügen. Diese Asche binde in ein Tuch und lege dieses Tuch vom Morgen bis zum Mittag in eine Schüssel mit Wein. Dies trinke dann morgens nüchtern und das Leiden wird verschwinden. Und wer in der Milz Schmerzen hat, der koche die Frucht, die an diesem Baum ist, in reinem Wein und seihe durch ein Tuch. Nach dem Essen trinke er dies oft.

Bitte beachte: Der Besuch dieser Seiten, kann nicht den Besuch beim Arzt ersetzen. Solltest du ernsthafte oder unklare Beschwerden haben, solltest du unbedingt einen Arzt zu Rate ziehen.

2 Kommentare zu „Pfaffenhütchen / Spindelstrauch (Euonymus europaeus)

Kommentar verfassen