Haselwurz (Asarum europaeum)

Giftig

Wirkung:

entzündungshemmend, krampflösend, brechreizerzeugend, schleimhautreizend, niesreizanregend

Anwendungsbereiche:

Von einer Selbstanwendung wird abgeraten!

Alkoholismus, als Brechmittel, Verstopfung, Menstruationsbeschwerden, Kopfschmerzen, Abtreibungsmittel, zähflüssiger Schleim in den Bronchien, Asthma bronchiale

Verwendete Pflanzenteile:

Wurzel

Sammelzeit:

August

Zu finden:

In feuchten Wäldern auf kalkhaltigen Böden unter den Bäumen.

Inhaltsstoffe:

ätherisches Öl, Asaron, Phenylpropanderivate

Sonstiges:

Die unscheinbaren Blüten sind bräunlich-rot und die immergrünen Blätter beeindrucken durch ihren Glanz und die Nierenform.

Die Gewöhnliche Haselwurz ist eine immergrüne, krautige Pflanze, die 5 bis 10 cm hoch wird. Sie hat ein Rhizom als Überdauerungsorgan und behaarte Pflanzenteile, die stark riechen, wobei das Rhizom pfefferartig duftet. Die Sprossachse kriecht und hat zwei bis drei bräunlichgrüne Niederblätter. Die lang gestielten Laubblätter sind schlicht, rundlich bis herzförmig, glänzend oben und behaart unten. Die Blüten sind krugförmig, braunrot und stehen direkt am Boden. Sie haben eine Blütenhülle mit drei verwachsenen, braunpurpurnen Blütenhüllblättern und riechen intensiv nach Pfeffer. Es gibt zwölf Staubblätter in zwei Kreisen, und der Fruchtknoten ist unterständig. Oft erfolgt Selbstbestäubung, aber auch Fremdbestäubung durch Insekten. Die Griffel sind zu einer Griffelsäule verwachsen, und die Narbe reift vor den Staubblättern. Zuerst richten sich die inneren Staubblätter auf und können Selbstbestäubung ermöglichen. Später biegen sich auch die äußeren Staubblätter, was die Blüte öffnet und die Perigonzipfel nach außen neigen lässt. Die Blüten sehen aus wie Pilze und ziehen Pilzmücken an. Die Blütezeit ist von März bis Mai, und die sechsklappigen Kapselfrüchte reifen im Juni und verteilen die Samen im Juli bis August. Diese Samen tragen Elaiosomen und werden von Ameisen verbreitet.

🛑 Die ganze Pflanze ist giftig. Bei Überdosierung werden Magen, Leber, Nieren und Darm geschädigt. Sie kann innere Blutungen auslösen. Es kann zu brennen im Mund und im Schlund, Übelkeit, Erbrechen, Magenschmerzen, Gastroenteritis mit Durchfällen und Uterusblutungen kommen. Im Extremfall kann der Tod durch zentrale Atemlähmung eintreten. Beim Kauen des Rhizoms werden die Mundhöhle und die Zunge vorübergehend betäubt.

Wenn ein Mensch oder Tier krank war, nahm man die alte germanische Zauberpflanze um die Krankheit auszuräuchern.

Die Blätter und Wurzeln schmecken nach Pfeffer. Man sollte sie aber nicht essen!!!

Hildegard von Bingen: Die Haselwurz ist warm und hat eine gefährliche Kraft in sich. Daher lässt sie die Natur des Menschen mehr im Stich als sie ihm nützt.

Bitte beachte: Der Besuch dieser Seiten, kann nicht den Besuch beim Arzt ersetzen. Solltest du ernsthafte oder unklare Beschwerden haben, solltest du unbedingt einen Arzt zu Rate ziehen.

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