Edel-Gamander (Teucrium chamaedrys)

Wirkung:

schleimlösend, galletreibend, verdauungsfördernd, wundheilend, fiebersenkend, entzündungshemmend, hustenstillend, geburtsfördernd

Anwendungsbereiche:

er entkrampft, stillt Husten, löst Verstopfung, reinigt die inneren Organe, ist blutreinigend, Flechten, Hautauschlägen, Milzleiden, Gicht, Rheuma, Harnsäureleiden, fördert die Geburt durch Verstärkung der Wehen, unterstützt bei einem Gebärmuttervorfall, Fieber, schmerzhafte Hämorrhoiden, Zahnfleischerkrankungen

Verwendete Pflanzenteile:

Blätter und blühende Zweige

Sammelzeit:

Mai bis September

Zu finden:

Geschützte Pflanze!!! An trockenen, sonnigen Orten auf Geröll und Kalkböden, auf Felsen und Schutthalden bis 1800 m Höhe.

Inhaltsstoffe:

Gerbstoffe, Bitterstoffe, Cholin, ätherisches Öl, Monoterpen Dolichodial, Teucrein, Triterpensäuren, Diterpene Teumarin, Marrubiin, Flavonoide

Sonstiges:

☕ Tee: 1 Teelöffel Gamander wird mit 1/4 Liter kaltem Wasser angesetzt, zum Sieden erhitzt und nach kurzer Ziehzeit abgeseiht. Man nimmt 3 Tassen täglich.

Der Edel-Gamander ist ein Halbstrauch mit Ausläufern, der 10 bis 30 cm hoch wird. Der Stängel ist im unteren Teil verholzt und behaart. Die Blätter sind oval, meist mit Zähnen und behaart, etwa 2 bis 3 cm lang und 1 bis 1,5 cm breit. Die Blüten sind ca. 3 mm lang, in den Achseln der oberen Blätter und haben einen röhrig-glockigen Kelch, der 6 bis 8 mm lang ist und oft rotviolett gefärbt ist. Die Blütenkrone misst 1 bis 1,5 cm und ist rosa oder selten weiß. Die Pflanze hat einen angenehmen aromatischen Geruch.

🛑 Nach der Einnahme der Droge als Tee zur Gewichtsreduktion wurden inzwischen Leberschäden bekannt, so dass man von der Verwendung von Edel-Gamander als Heilpflanze heute abrät. Furano-neo-Clerodane werden für die Giftwirkung verantwortlich gemacht. (Wikipedia)

Als hexenvertreibendes Mittel gilt der Gamander und verjagt auch den Teufel, wenn man die Pflanze in der Hand trägt. In der Schweiz tragen ihn ältere Leute in Amuletten bei sich, um böse Einflüsse abzuwehren und Schutz zu erhalten.

Edel-Gamander gehört zu den antiviral wirkenden Pflanzen.

Gamander ist Bestandteil in vielen Likörherstellungen und vieler Getränke.

Räuchert man Gamander aus dem getrockneten Kraut, verspricht dies die Anziehung von Pflanzenseelen.

Es gibt noch den Salbeigamander (Waldgamander), Knoblauchgamander und Wassergamander. Der Salbeigamander trinkt man als Tee bei Fieber, Harnverhaltung, Magen- und Darmproblemen und bei Frauenleiden. Als Auflage bei Brüchen und schwer heilenden Wunden. Das Pulver aus Kraut und Wurzel soll regelmäßig eingenommen werden bei beginnender Krebserkrankung. Der Knoblauchgamander hat im Mittelalter vielen Menschen in der Pestzeit das Leben gerettet. Heute wird er in der Homöopathie für die Behandlung von Schleimhäuten der Nase und Bronchien, bei Knochen- und Hodenerkrankungen benutzt.

Hildegard von Bingen: Geht das Blut während des Stuhlgangs zu stark durch ihn hindurch, so soll er Gamander zum Gemüse und sonstigen guten Kräutern hinzusetzen, hieraus ein Gericht bereiten und von diesem mäßig genießen. Der Gamander verhindert den eben genannten Blutfluss und hält ihn zurück, das Gemüse aber, und die anderen Kräuter, bringen den Kranken wieder zu Kräften.

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Bild: Wikipedia, Bernd Haynold, CC BY-SA 3.0

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