Wirkung:
färbend, entzündungshemmend, krampflösend, harntreibend
Anwendungsbereiche:
Harnsteine, Prostataleiden, Nieren- und Blasensteinen
Verwendete Pflanzenteile:
die Wurzel von 3 Jahre alten Pflanzen
Sammelzeit:
Herbst
Zu finden:
Selten zu finden in der Nähe früherer Anbauflächen, oder offene Buschflächen.
Inhaltsstoffe:
Farbstoffe Alicarin, Pseudopurpurin, Lucidin
Sonstiges:
Der Färberkrapp ist eine sommergrüne, mehrjährige Pflanze, die eine Höhe von 0,5 bis 1 Meter erreicht. Sie hat kein Rosettensystem und bildet ein rotes Rhizom zur Überdauerung. An den Kanten des Stängels und an den Blättern gibt es rückwärtsgerichtete Haare, was die Pflanze rau macht. Der Stängel ist scharf vierkantig und die Blätter sind in Gruppen von vier bis sechs angeordnet und kurz gestielt. Die Blattspreite ist eiförmig bis lanzettlich, 3 bis 11 cm lang und 0,8 bis 2,5 cm breit, mit einem netznervigen Muster auf der Unterseite. Die Blütezeit ist von Juni bis August. Die kleinen, sternförmigen Blüten sind zwittrig, radiärsymmetrisch und haben fünf Teile. Die Krone ist gelblich-grün, hat einen Durchmesser von 2 bis 3 mm und ist trichterförmig. Die Staubbeutel sind länger als breit, und die Griffel sind bis zum Grund geteilt. Die Früchte sind anfangs rötlich und färben sich mit der Zeit.
Färberröte ist ein der ältesten Färberpflanzen und macht eine rote Farbe. Zum Färben weicht man die gepulverte Wurzel in reichlich kaltem Wasser ein. Es entsteht ein Farbbrei, den man mit handwarmem Wasser auffüllt, je nach benötigter Menge. Zum Färben erhitzt man gebeizte Wolle oder Seide für 1 Stunde auf höchstens 65 Grad. Wird die Flüssigkeit heißer, enthält man eher Brauntöne. Dann das gefärbte Garn oder Seide trocknen lassen, erst dann spülen.
Die enthaltenen Wirkstoffe Lucidin und Rubiadin stehen seit Tierversuchen in Verdacht, das Erbgut zu verändern und krebserzeugend zu sein. Viele Arzneimittel wurden vom Markt genommen.
Hildegard von Bingen: Wer Fieber hat und Widerwillen gegen das Essen, koche mäßig Krapp (Färberröte) in Wasser und dieses Wasser trinke morgens und abends warm. Das warme Kraut aber lege er auf den Magen, und das Fieber wird nach drei Tagen weichen.
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