Efeu (Hedera helix)

Giftig

Wirkung:

schleimlösend, krampflösend, antibakteriell, antirheumatisch, antiseptisch, adstringierend, abführend, schweißtreibend, gefäßverengend, gefäßerweiternd, wurmtreibend

Anwendungsbereiche:

Von einer Selbstanwendung wird abgeraten!

hartnäckigen, schweren Husten, Katarrhen der oberen Luftwege, Keuchhusten, Bronchitis, Asthma, alte Geschwüre, Hühneraugen, Entzündungen und böse Wunden, Nervenentzündungen und Schmerzen aller Art

Verwendete Pflanzenteile:

Junge Blätter und Triebe

Sammelzeit:

das ganze Jahr

Zu finden:

An Bäumen, Mauern, Felsen, in Parkanlagen, auf Friedhöfen.

Inhaltsstoffe:

Saponine, Hederasaponin, Glykoside, Phenolcarbonsäuren, Mineralien, Jod, Kaffeesäure, Chlorogensäure

Sonstiges:

☕ Tee: 1 Teelöffel Efeublätter (getrocknet) mit 1/4 Liter kochendem Wasser übergießen, 10 Minuten ziehen lassen, dann abseihen und mit Honig süßen. Dieser Tee kann auch äußerlich zu Waschungen bei Hautunreinheiten verwendet werden. Eine Überdosierung ist dringend zu vermeiden.

Der Gemeine Efeu ist eine immergrüne, ausdauernde Kletterpflanze mit unterschiedlichen Lebensformen. Er keimt epigäisch und entwickelt sich zunächst als krautige Pflanze, die den Boden überwuchern kann. Sobald er Bäume oder Mauern erreicht, klettert er mit Haftwurzeln empor und kann bis zu 30 Meter hoch werden. Nach einigen Jahren verholzen die Sprossachsen und der Efeu entwickelt sich vom Halbstrauch zu einem Strauch oder einer Liane. Adulte Exemplare haben runde, aufrechte Sprossachsen und können bis zu 450 Jahre alt werden. Ihre Blätter sind in Blattstiel und -spreite gegliedert, wobei junge Blätter handförmig und ältere eiförmig sind. Die kleinen, unscheinbaren Blüten erscheinen im September und Oktober, sind zwittrig und fünfzählig. Die Früchte, die zwischen Januar und April reif werden, sind mehrsamige Steinfrüchte, bläulich bis grünlich-schwarz und enthalten ein bis fünf Steinkerne.

🛑 Die Früchte und Blätter sind giftig. Manche Menschen reagieren auf den Saft der frischen Efeublätter mit einem Hautausschlag, das kann beim Pflücken der Blätter oder beim Beschneiden der Pflanze vorkommen (Kontaktdermatitis), dann zieht man sich einfach Handschuhe an. Vergiftungserscheinungen können nach dem Verzehr von zwei bis drei Beeren auftreten: Brennen im Rachen, Durchfall, Erbrechen, Kopfschmerzen, schneller Puls und Krämpfe. Bei sehr großen Mengen (unwahrscheinlich, da sehr bitter) kann es zu Schock und Atemstillstand kommen.

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Efeu gilt als Orakelpflanze für die Weinernte: Blüht der Efeu schön, gibt es viel Wein. Efeu ist das Symbol der immerwährenden Liebe und Treue, deshalb wurde aus ihm auch eine der klassischen Grabpflanzen der heutigen Zeit. Die Liane soll auf das ewige Leben und Unsterblichkeit hinweisen.

Räucherungen mit Efeuharz und kleinsten Holzteilchen sind seit dem Altertum überliefert. Das Harz kann ebenso wie das von Fichten und Tannen in Salben verarbeitet werden.

Wegen der enthaltenen Saponine, die eine seifenähnliche Wirkung besitzen, kann Efeu ähnlich wie Seifenkraut als pflanzlicher Waschmittel-Ersatz verwendet werden. Diese Saponine entfalten ihre reinigende Kraft, indem sie Schmutz und Fett von Oberflächen lösen, wodurch Efeu eine umweltfreundliche und natürliche Alternative zu synthetischen Reinigungsmitteln bietet. Darüber hinaus sind die Anwendungen von Efeu nicht nur auf den Haushalt beschränkt; dieses vielseitige Pflanze kann auch zur Herstellung von sanften Hautpflegemitteln eingesetzt werden, die die Haut nicht reizen, sondern sie sanft reinigen und pflegen. Die Verwendung von Efeu als Reinigungsmittel hat zudem den Vorteil, dass sie den Einsatz von Chemikalien minimiert, was sowohl der Gesundheit der Nutzer als auch der Umwelt zugutekommt.

Efeu benötigt auf rauem Untergrund keine Rankhilfe, da er sich mit seinen Haftwurzeln am Mauerwerk festhält. Daher wird angenommen, dass er die Fassaden schädigen kann. Voraussetzung für eine Schädigung sind Risse und Spalten im Mauerwerk, die durch das Wachstum der Haftwurzeln entstehen können. Die Fassade muss das Gewicht der nicht verholzten Teile des Efeus tragen können. Fassaden mit beschädigtem Mauerwerk oder vorgehängten Elementen sind für die Bepflanzung mit Efeu ungeeignet.

An manchen Efeupflanzen findet man zwei verschiedene Arten von Blättern. Sie entstehen erst im Alter von etwa 10 Jahren, denn so alt muss eine Pflanze sein, ehe sie blüht.

Vom Efeu existieren heute etwa 400 Sorten mit einer großen Bandbreite an Blattformen und -farben, die alle auf ihre eigene Art und Weise zur Verschönerung von Gärten und Fassaden beitragen können. Diese vielfältigen Arten reichen von leuchtend grünen Blättern bis hin zu tiefvioletten und ausgeschatteten Varianten, wodurch sie das ganze Jahr über interessante Akzente setzen. Sie werden üblicherweise vegetativ mit Stecklingen vermehrt, was nicht nur einfach ist, sondern auch sicherstellt, dass die neuen Pflanzen die Eigenschaften der Elternpflanze beibehalten. Darüber hinaus ist Efeu eine äußerst robuste Pflanze, die in einer Vielzahl von Klimazonen gedeihen kann und dabei oft wenig Pflege benötigt.

Efeu wurde 2010 zur Arzneipflanze des Jahres gewählt.

Hildegard von Bingen: Der Efeu ist für den Menschen unnütz zu essen, aber ein Mensch mit Gelbsucht dünste ihn in Fett und lege das Fett warm auf den Magen, und die Gelbsucht geht in jenes Kraut über, dass sogar die Haut des Menschen gelblich erscheinen wird.

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