Eberraute / Cola-Kraut (Artemisia abrotanum)

Wirkung:

harn- und schweißtreibend, magen- und gallensaftanregend, magenstärkend, verdauungsfördernd, appetitfördernd

Anwendungsbereiche:

Kraftlosigkeit, verlorener Appetit oder Körpergewicht, Magersüchtige, Spul- und Madenwürmer (monatliche Anwendung), Parasiten, Magenstärkung, zur Stärkung der Verdauungsorgane, chronischem Bronchialkatarrh, bei Würmern, Menstruationsstörungen, Hysterie, Frostbeulen, Erfrierungen der Ohrmuschel, Feuermale, Schlangenbiss, zum Einschlafen, beschleunigt die Geburt, Lungenentzündung, Aconitvergiftung, Brustbeklemmung, Atemnot, inneren Brüchen, Krämpfen, Hüftweh, als Diuretikum, Antidot, Nervenschmerz, Spasmus, Gliederschwäche, Asthma, Husten, Homöopathie kennt Abrotanum: bei Nabelabsonderungen von Neugeborenen, Durchfall, Magenweh, Hämorrhoiden, Rheuma, Abmagerung trotz Heißhunger

Verwendete Pflanzenteile:

obere Teile des Krautes

Sammelzeit:

Juli bis September

Zu finden:

Auf Ödland und Schuttplätzen, oft an Abhängen.

Inhaltsstoffe:

ätherisches Öl (Cineol), Humulen, Cumarine, Bitterstoffe, Flavonoide, Gerbstoffe, Alkaloid Absinthin, Abrotanin, Kaffeesäurederivate

Sonstiges:

☕ Tee: 1 Teelöffel getrocknetes Kraut mit 1/4 Liter kochendem Wasser übergießen. Kurz ziehen lassen. 2 Tassen pro Tag sind ausreichend, 3 bereits zu viel!

Die Eberraute ist ein Halbstrauch oder eine ausdauernde krautige Pflanze, die meist 50 bis 130 Zentimeter hoch wird. Sie duftet aromatisch, hat dicke, verholzte Wurzeln und bildet viele aufrechte, verzweigte Stängel, die braun und kahl oder spärlich behaart sind. Die wechselständig angeordneten Laubblätter sind gestielt und meist 3 bis 6 Zentimeter lang sowie 0,2 bis 1,5 Millimeter breit. Die oberen Blätter sind kahl, die Unterseite spärlich behaart. Die Blütezeit ist von Juli bis Oktober. Die Gesamtblütenstände sind 10 bis 30 Zentimeter lang und enthalten viele kleine, nickende Teilblütenstände. Die Körbchenhülle enthält viele angedrückte Hüllblätter. Die äußeren Hüllblätter sind lanzettlich, während die inneren verkehrt eiförmig sind. Der Körbchenboden hat keine Spreublätter. Alle Blüten sind röhrig, die mittleren sind zwittrig, die äußeren weiblich. Die gelben Kronblätter bilden eine kurze Röhre. Die Achänen sind ellipsoid und schwach gerippt.

🛑 Standortabhängig haben die Pflanzen unter Umständen einen sehr hohen Gehalt an neurotoxischem Thujon.

Eberraute ist eine Pflanze des Liebeszaubers.

In der Küche kann die Eberraute aufgrund ihres intensiven und bitteren Geschmacks, sparsam zum Würzen von Soßen und zum Verfeinern von fettem Fleisch verwendet werden. Außerdem sollte sie in keinem Magenbitter fehlen.

Durch ihren Geruch, der an Cola erinnert, wurde die Eberraute auch als Zutat für Getränke entdeckt. Meist wird daraus in Kombination mit Zucker ein heller Sirup gemacht, der sich in Geruch und Geschmack an Cola anlehnt. Dieser Sirup findet nicht nur in der Getränkeindustrie Verwendung, sondern erfreut sich auch zunehmender Beliebtheit in der Gastronomie, wo er als aromatische Komponente in Cocktails und Desserts eingesetzt wird. Die Eberraute ist jedoch nicht nur geschmacklich ein Highlight; sie wird auch wegen ihrer potenziellen gesundheitlichen Vorteile geschätzt, darunter ihre verdauungsfördernden Eigenschaften, die sie zu einer wertvollen Zutat in verschiedenen Erfrischungsdrinks machen.

Hängt man Eberraute in den Kleiderschrank, so vertreibt er Motten und anderes Ungeziefer.

Eberraute ist ein Weihrauchersatz bei Räucherungen.

Hildegard von Bingen: Wo am Körper Knollen entstehen, oder wo ein Teil eines menschlichen Gliedes sich zusammenzieht, lege rundherum zerstoßene Eberraute auf und reibe diese Stelle mit deren Saft ein, und es wird besser. Hält die Zusammenziehung aber an, gibs weg, weils dann schadet.

Bitte beachte: Der Besuch dieser Seiten, kann nicht den Besuch beim Arzt ersetzen. Solltest du ernsthafte oder unklare Beschwerden haben, solltest du unbedingt einen Arzt zu Rate ziehen.

Bild: Wikipedia, André Karwath aka Aka, CC BY-SA 2.5

Kommentar verfassen