Koloquinte (Citrullus colocynthis)

Giftig

Wirkung:

leberschützend, verdauungsfördernd, entzündungshemmend, antiallergische, anthelmintische, abortiv, zytotoxisch, antimitotisch

Anwendungsbereiche:

Von einer Eigenanwendung wird abgeraten!!!

Abführmittel, Geschwüre, Asthma, Bronchitis, Gelbsucht, Dyspepsie, Verstopfung, Anämie, Tumore, Wassersucht, Harnblase, Rheuma, Schlangenbisse, Ischias- und Trigeminusschmerzen, Muskelkrämpfe, Menstruationsschmerzen, nach Ärger, Wut oder Entrüstung, heftige, krampfartige Schmerzen, Unruhe, Taubheitsgefühl

Verwendete Pflanzenteile:

Frucht, Samen, Verwendet wird das getrocknete Fruchtfleisch von unreifen, aber ausgewachsenen Früchten.

Sammelzeit:

Oktober bis Februar

Zu finden:

Stammt aus Nordafrika und Südwestasien. Auch in Australien, Südeuropa, Indien und Zentralafrika wächst sie in gestörter Vegetation, an Flussufern, Flussniederungen, an Straßenrändern und in einer Höhe bis zu 1200 m.

Inhaltsstoffe:

Cucurbitacinen, Triterpene

Sonstiges:

Die Koloquinte ist eine ausdauernde, krautige Pflanze mit Knollen. Sie wächst liegend oder kletternd, wird bis zu 10 Zentimeter hoch und kann einen Durchmesser von 2 Metern erreichen. Die Sprossachsen sind behaart, und die wechselständigen Laubblätter sind kurz gestielt, 3 bis 9 Zentimeter lang und ebenfalls breit. Sie haben eine eiförmige Form, sind dreifach bis fünffach geteilt und grob gezähnt. Die Spreite ist rau und beidseitig behaart. Die Ranken sind einfach oder verzweigt. Die Koloquinte ist monözisch, und die Blüten stehen einzeln in Blattachseln, sind meist gelb und behaart. Männliche Blüten haben drei Staubblätter, während der behaarte Fruchtknoten 20 bis 50 Samenanlagen enthält. Die weiblichen Blüten haben drei kleine Staminodien. Die Blütezeit im Mittelmeergebiet ist von Mai bis September. Die Frucht ist eine fleischige, rundliche Panzerbeere von 25 bis 70 Millimetern Größe.

Paracelsus (1493–1541) erwähnt die Frucht häufig und formuliert in der damaligen drastischen Sprache: „Wer der Koloquint frißt, der muß zum Stuhl.“ In seinen Schriften warnt er vor falschem Gebrauch von Arzneien und verwendet dabei beispielhaft die in vergangenen Zeiten häufig missbrauchte Koloquinte. Ähnliche Hinweise findet man auch in anderen Kräuterbüchern dieser Zeit.

Colocynthis wird nur homöopathisch verwendet.

🛑 Achtung! Die Einnahme von Koloquinte kann zu Reizungen der Schleimhäute im Magen- und Darm-Trakt, zu blutigen Durchfällen und zu Nierenschäden führen. Von einer innerlichen Einnahme wird dringend abgeraten!!! Nicht zur Selbstmedikation geeignet. Die Wirkstoffe gehen in Harn und Muttermilch über und können bei Schwangeren zum Abort führen. Weitere Vergiftungserscheinungen sind Geschwüre, Wanddurchbrüche, Peritonitis, Blutungen der Niere und Harnblasenschleimhaut-Entzündungen. Oft treten Hyperämie im Gehirn, Delirien und Kollaps auf. Der Tod tritt infolge eines Atemstillstandes ein. Die Einnahme von 3 g C. colocynthis ist tödlich. Nach einer Exposition der Haut mit den Wirkstoffen kann es zu einer Blasenbildung kommen.

Es gibt zudem eine Verwechslungsgefahr mit Wassermelonen oder Zucchini, was dann zu Vergiftungen führen kann.

Im Jahr 2012 wurde die Koloquinte in Deutschland zur Heilpflanze des Jahres gekürt.

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