Wacholder (Juniperus communis)

Schwach giftig

Wirkung:

nierenanregend, magenstärkend, augenstärkend, entgiftend, harntreibend, blutreinigend, schleimlösend, antiseptisch, appetitanregend, adstringierend, antibakteriell, antifungal, entzündungshemmend, antioxidativ

Anwendungsbereiche:

verdorbener Magen, bei Stoffwechselkrankheiten, Gicht, Rheuma, bei Magenschwäche, Durchfall, Sodbrennen, Blähungen, Verdauungsstörungen, Galle- und Leberbeschwerden, Harnwegsinfektionen, reinigt die Blase und Prostata, bei starken Wassereinlagerungen, Wassersucht (Ödeme), Asthma, zur Blutreinigung, Schmerzen, rheumatische Entzündungen, Krämpfe, stärkt die Augen, Gelbsucht, Gallensteine, Verstopfungen, Ekzeme, Wunden, Hautinfektionen, E. colli, Staphylococcus aureus, Lungenentzündung, Gonorrhö, antibiotikaresistente Bakterien, Anti-Pilzmittel, neutralisiert freie Radikale, die für die Zellschäden und Alterung verantwortlich sind, Atemwegsbeschwerden

Verwendete Pflanzenteile:

Nadeln, Beeren, Rinde

Sammelzeit:

Nadeln im Frühjahr,

Beeren im Herbst und

Rinde im Spätherbst oder zeitiges Frühjahr, Geschützte Pflanze

Zu finden:

Wacholder gehört zu den geschützten Pflanzen!

Er wächst als Unterholz in lichten Wäldern, Heidegebieten, im Moor und auf Berghängen.

Inhaltsstoffe:

Harz, ätherisches Öl, Invertzucker, Juniperin, Eiweiß, Pektin, Wachs, Gummi, Säuren

Sonstiges:

☕ Tee: 1 Teelöffel Beeren übergießt man mit 1/4 Liter kochendem Wasser und lässt es 5 Minuten ziehen. Dann abseihen und täglich 3 Tassen trinken.

Der Gemeine Wacholder ist ein aufrechter oder kriechender Strauch oder Baum, der über 12 Meter hoch werden kann, manchmal bis zu 18,5 Meter, und einen Stammdurchmesser von bis zu 45 Zentimetern oder mehr erreicht. Er hat ein tiefes Wurzelsystem und kann bis zu 600 Jahre alt werden. Der Stamm hat eine grau- bis rotbraune Borke und bildet meist eine schmale, kegelförmige bis ovale Krone. Die nadelförmigen Blätter sind spitz, 1 bis 2 Zentimeter lang, und wachsen in Gruppen von drei. Die Unterseite der Blätter hat helle Streifen, zeigt aber immer nach oben. Der Wacholder ist oft männlich und weiblich getrennt (diözisch) und blüht von April bis Juni. Die Zapfen sind herbstlich und aus drei Zapfenschuppen aufgebaut, wobei jede nur eine Samenanlage hat. Die Samen werden nach drei Jahren reif, zuerst grün und dann schwarzbraun mit einer Wachsschicht, und die Samenschalen sind hart. Anders als bei vielen anderen Nadelbäumen hat der Wacholder nur zwei Keimblätter.

🛑 Achtung: Wacholderkuren sollten nicht angewandt werden bei Nierenproblemen, wenn man Schwanger ist, oder stillt, Diabetiker und Menschen mit Blutungsstörungen. Über eine längere Zeit sollte man auch Wacholder nicht einnehmen. Äußerlich angewandt sollte man vorsichtig sein bei zu niedrigen Blutdruck. Im Zweifel immer den Hausarzt oder Apotheker fragen.

Viele sprechen beim Wacholder über Beeren, aber die Beeren sind tatsächlich Zapfen, die oft als eine Art botanische Verwirrung angesehen werden. Diese kleinen, rundlichen Strukturen entwickeln sich aus den Blüten der Pflanze und haben eine einzigartige Rolle im Lebenszyklus des Wacholders. Während sie im Volksmund oft als „Beeren“ bezeichnet werden, sind sie in Wirklichkeit die geschlossenen, schützenden Hüllen, die die Samen umgeben und somit zur Fortpflanzung der Pflanze beitragen.

Die spitzen, stachligen Blätter schützen die heilkräftigen Beerenzapfen. Um sie zu ernten, breitet man ein Tuch unter den Baum aus und schlägt ihn mit einem Tennisschläger. Die darauf gefallenen Blätter und Äste sortiert man heraus und kann dann das Tuch mit den Beerenzapfen aufnehmen.

Der über den Türen aufgehängte Wacholder vertreibt Hexen. Wacholder gehört zu jenen neun Holzsorten, aus denen man Hexen entlarvende Schemel anfertigt.

Wo seuchenartige Krankheiten Einzug halten, räuchert man mit Wacholder aus. Damals räucherte man gegen den Teufel und Hexen, weil man annahm das alles Übel von diesen kämen. Heute weiß man von der antiseptischen Wirkung von geräuchertem Wacholderholz.

In der Küche nutzt man Wacholderbeerenzapfen als Gewürz zu Sauerkraut, Soßen, Fleischgerichten und Fisch. Die Beeren machen das Essen bekömmlicher und wirken appetitanregend. Als Gewürz vertragen sie sich gut mit Kümmel, Lorbeerblätter, Pfeffer und Majoran.

Kneipp-Kur zur Blutreinigung: 1. Tag 3-mal täglich 1 Wacholderbeerenzapfen zerkauen und schlucken, pro Tag um eine Beere pro Verabreichung steigern, bis man am 15. Tag bei 3-mal 15 Beerenzapfen angelangt ist. Dann absteigend wieder jeweils um 1 Beerenzapfen pro Verabreichung weniger, bis man am 30. Tag wider bei 3-mal 1 Beerenzapfen angelangt ist. Diese Kur stärkt auch das Zahnfleisch und macht einen reinen Atem.

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