Wirkung:
stopfend, fiebersenkend, nervenberuhigend, hustenstillend, auswurffördernd
Anwendungsbereiche:
Durchfällen, Magenbeschwerden, Nierenleiden, Gebärmutterentzündung, Hals- und Mandelentzündung
Verwendete Pflanzenteile:
Blüten
Sammelzeit:
ca. Juli bis September des zweiten Jahres
Zu finden:
Bei uns eher in Gärten zu finden. Die Gewöhnliche Stockrose wurde im 15. Jahrhundert, möglicherweise auch eher, aus dem südwestlichen China nach Südeuropa eingeführt.
Inhaltsstoffe:
Schleimstoffe, Flavonoide, Anthocyane, Malvidinglycosid, Natrium
Sonstiges:
☕ Tee: 2 Teelöffel Blüten werden mit 1/4 Liter kochendem Wasser übergossen. 10 Minuten ziehen lassen, dann abseihen. 3 Tassen pro Tag sind ausreichend.
Die Gewöhnliche Stockrose ist eine bis zu 2 Meter hohe, meist zweijährige Pflanze mit kräftigem, aufrechtem Stängel. Ihre Laubblätter sind grün und gegliedert, mit einem Blattstiel von 5 bis 15 Zentimetern. Die fast kreisförmigen Blattspreiten sind behaart und leicht gelappt. Die Blütezeit ist von Februar bis Oktober, wobei die Blüten in den oberen Blattachseln stehen. Die Blüten sind auffällig, meist in rosa bis purpurfarbenen Tönen, und besitzen eine becherförmige Form. Die Früchte sind scheibenförmig und enthalten viele Teilfrüchte, die längsrippig sind.
Die Stockrose ist eine Einschleuserpflanze für Natrium
Früher wurde die Stockrose als Färbepflanze angebaut. Für die Gewinnung von Farbstoffen wurden nur schwarz-rote Varianten verwendet, da deren Kronblätter das Anthocyan Malvidin in großen Mengen enthalten. Mit Malvidin ließen sich beispielsweise Wein, Likör, Süßspeisen, Lebensmittel und Textilien färben. Besonders in der mittelalterlichen Marktwirtschaft war die Nutzung von Pflanzen für die Farbenherstellung weit verbreitet, und die Stockrose spielte hierbei eine bedeutende Rolle. Der Farbton lag zwischen violettblau und grau, was den Färbungen eine besondere Tiefe und Variationsbreite verlieh. Die Kunst des Färbens mit Naturstoffen war nicht nur ein Handwerk, sondern auch eine Form der Kunst, die geschätzte Fähigkeiten und Wissen über die verschiedenen Pflanzen und deren Eigenschaften erforderte. Die Färbeprozesse waren oft zeitaufwendig und erforderten präzise Techniken, um die gewünschten Farbtöne zu erzielen, was die Färbemittel der Stockrose umso wertvoller machte.
Selten wird die Stockrose als Heilpflanze angebaut. Aufgrund der enthaltenen Gerb- und Schleimstoffe ist sie in manchen Hustentee-Mischungen zu finden.
Hildegard von Bingen: Für jene die einen kranken Magen haben, ist sie roh und gekocht gut zum Essen. Wer aber gesund ist, der meide sie ganz. Wenn aber ein Fieber auftritt und der Mensch im Gehirn Schmerzen hat, so zerstoße er im Mörser 1 Teil Malve und 2 Teile Salbei und gebe etwas Olivenöl dazu und mache daraus einen Brei. Damit bestreiche die Stirne und den Nacken. Lege ein Tuch darüber und tue dies während drei Tagen. Damit das Sehvermögen erhöht wird, sammle den Tau auf den Blüten und Blättern und streiche ihn um die Augen und auf die Lider und nachher schlafe ein wenig.
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