Wirkung:
zusammenziehend, schweißtreibend, östrogenhaltig, cholesterinsenkend, lipidsenkend
Anwendungsbereiche:
zu hohes Cholesterin, Diabetes, Rheuma, Hormonschwankungen, Osteoporose, Herzkrankheiten, Fettstoffwechsel-Störungen, Arterienverkalkung, Augenerkrankungen, Magen, macht die Haut fester und elastischer, Gelenkschmerzen, Sonnenstich, Sommergrippe, Konzentrationsmangel, zur Unterstützung diätetischer Maßnahmen, Lebererkrankungen, zur Prophylaxe von Gallensteinen, schützt Herz-Kreislauf-Erkrankungen vor (wird aber noch diskutiert darüber)
Verwendete Pflanzenteile:
Bohnen
Sammelzeit:
September bis Oktober
Zu finden:
Sojabohnen stammen aus Asien und werden fast in jedem Land angebaut.
Inhaltsstoffe:
Phytoöstrogene, Protein, Lezithin, fettes Öl, Vitamine, Mineralstoffe
Sonstiges:
Die Sojabohne ist eine einjährige, krautige Pflanze mit bräunlicher Behaarung und vielen verschiedenen Sorten. Am häufigsten sind aufrecht wachsende Sorten zwischen 20 und 80 Zentimeter hoch, während hochwüchsige Sorten bis zu 2 Meter erreichen. Die Stängel sind dünn und verzweigt, und die meisten Sorten sind behaart. Einige wachsen unbeschränkt, die Mehrheit hat jedoch begrenztes Wachstum, da die Endknospe zur Blüte wird. In höheren Breitengraden werden die unbeschränkten Sorten bevorzugt. Die wechselständig am Stängel angeordneten Laubblätter haben lange Blattstiele und sind mehr als 10 Zentimeter breit. Die Blätter werden während der Fruchtreifung abgeworfen und besitzen behaarte Nebenblätter. Sojabohnen haben tiefgehende Pfahlwurzeln, die von speziellen Knöllchenbakterien besiedelt sind, welche der Pflanze Stickstoff liefern. Bei europäischem Anbau ist eine Beimpfung des Saatgutes nötig. Die Sojabohne ist eine Kurztagspflanze, und der Anbau unter Langtagbedingungen verzögert die Blüte und Samenreifung. Die Blüten sind klein, meist selbstbefruchtend und haben eine Blütezeit von Juli bis August. Nur ein Teil der Blüten entwickelt Früchte, die in Hülsen wachsen und ein bis fünf Samen enthalten. Die Ernte erfolgt mechanisiert mit Mähdreschern.
🛑 Es kann zu einer Kreuzallergie bei Birkenpollenallergiker kommen. Schätzungen gehen von 3,7 % aus, womit diese Form der Allergie noch unter der von Karotte oder Kartoffeln liegt. Zur Prävalenz der Sojaallergie existieren kaum verlässliche Daten.
Vor mehr als 5000 Jahren wurde die Sojabohne bereits als heiliges Getreide verehrt. Es gibt 3000 verschiedene Sorten. Im Rohzustand ist Soja ungenießbar und wird in vielen Produkten verwendet. Unter den vielen Sorten, gibt es auch genmanipulierte Sorten. Wenn man Soja kaufen möchte, sollte darauf geachtet werden das Soja aus biologischen Anbau stammt und gentechnikfrei ist.

Die Sojabohne stammt von der Wildform Glycine soja ab. Die ältesten Nachweise für die Nutzung kleiner Soja-Samen durch den Menschen sind aus Nordchina (7000 v. Chr.) und Japan (5000 v. Chr.).
Die ersten großen, gezüchteten Bohnen stammen aus Japan (3050 v. Chr.) und Korea (1550 v. Chr.). In China war sie seit der Zhou-Dynastie (ca. 550 v. Chr.) weit verbreitet und galt zusammen mit Hirse als eine der wichtigsten Nahrungsmittelpflanzen.
Die Vielfalt von Sojabohnen ist beeindruckend. Es gibt sie getrocknet, frisch, zerkleinert, gekeimt als Sprossen, geröstet, zu Mehl gemahlen, zu Öl gepresst, zu Sojasoßen, Tempeh fermentiert, als Tofu oder Fleischersatz. Weitere verbreitete Produkte sind: Sojamilch und Sojajoghurt. In fermentierter Form sind besonders verbreitet: Miso, Nattō oder Yuba und dessen Variante Bambus (engl.: bamboo). Das Sojaöl wird in erster Linie im Lebensmittelbereich als Salat- und Kochöl, sowie Brat- und Backfett benutzt.
Bei dem fälschlicherweise als „Sojasprossen“ bezeichneten Sprossengemüse handelt es sich um Keime der Mungbohne, bekannt als Mungbohnensprossen. Diese Sprossen werden in vielen asiatischen Ländern verwendet. In der chinesischen und koreanischen Küche kommen jedoch auch echte Sojasprossen zum Einsatz, die vor dem Verzehr erhitzt werden müssen, da sie roh giftig sind.
Sojamehl wird hauptsächlich als Futterzusatz für Geflügel (ca. 46 %) verwendet. Auch Rinder (ca. 20 %) und Schweine (ca. 25 %) erhalten Sojamehl.
Sojaöl wird wie andere Pflanzenöle in verschiedenen technischen Anwendungen eingesetzt. In den letzten Jahren hat die Verwendung für die Herstellung von Biodiesel und Sojamethylester (SME) in den Vereinigten Staaten stark zugenommen. Es dient auch als schnelltrocknendes Öl für Alkydharze, Anstrichfarben und Spachtelmassen sowie seit 1987 für Druckfarben. Die enthaltenen Fettsäuren finden Anwendung in Kosmetik- und Körperpflegemitteln und als Wirkstoffträger für lipidlösliche Pflanzeninhaltsstoffe und Vitamine, und auch als Basis für Badeöle und Cremes. Obwohl Sojaöl Insekten nicht abweist, wird es genutzt, um die Wirkung von ätherischen Ölen wie Geranienöl zu verlängern.
Um sich das mal vor Augen zu halten, ½ Tasse Sojabohnen liefert etwa so viel Eiweiß wie 150 g hochwertiges Fleisch. Die enthaltenen essenziellen Aminosäuren, die unser Stoffwechsel zwar benötigt, aber nicht selbst herstellen kann. Die meisten Sojaprodukte sind reich an krebshemmenden Isoflavonen.
Der regelmäßige Konsum von Soja steht in Beobachtungsstudien im Zusammenhang mit einem geringeren Risiko für Brust- und Prostatakrebs. Ein direkter Schutz durch Soja ist jedoch nicht nachgewiesen, da große, langfristige randomisiert-kontrollierte Studien fehlen. Für Soja-Isoflavone existieren zwar solche Studien, jedoch mit deutlich kleineren Fallzahlen und geringeren bis fehlenden Effekten.
Auf dem Weltmarkt für Ölsaaten hat die Sojabohne mit über 55 % den größten Marktanteil und einen Wert von etwa 50 Milliarden US-Dollar. Die Welternte 2022 betrug 348 Millionen Tonnen, und die Anbaufläche war rund 134 Millionen Hektar groß. Die zehn größten Produzenten machten zusammen etwa 96,9 % der gesamten Ernte aus, wobei Brasilien allein etwa 34,6 % beisteuerte.
Die Zusammensetzung von Sojabohnen schwankt naturgemäß, sowohl in Abhängigkeit von den Umweltbedingungen (Boden, Klima) als auch von der Anbautechnik (Düngung, Pflanzenschutz). (Tabelle: Wikipedia)
Angaben je 100 g reifer, getrockneter Sojabohnen:
| Bestandteile Wasser 8,5 g Eiweiß 34,3 g Fett 18,3 g Kohlenhydrate 6,3 g* Ballaststoffe 22,0 g | Mineralstoffe Natrium 5 mg Kalium 1800 mg Magnesium 220 mg Calcium 200 mg Mangan 2,7 mg Eisen 6,6 mg Kupfer 1,2 mg Zink 4,2 mg Phosphor 550 mg | Vitamine Vitamin A1 65 µg Vitamin B1 1000 µg Vitamin B2 460 µg Vitamin B3 2600 µg Vitamin B6 1000 µg Folsäure 240 µg Vitamin E 1500 µg |
| Essentielle und semiessentielle Aminosäuren | |
|---|---|
| Arginin1 | 2360 mg |
| Histidin1 | 830 mg |
| Isoleucin | 1780 mg |
| Leucin | 2840 mg |
| Lysin | 1900 mg |
| Methionin | 580 mg |
| Phenylalanin | 1970 mg |
| Threonin | 1490 mg |
| Tryptophan | 450 mg |
| Tyrosin | 1250 mg |
| Valin | 1760 mg |
* Differenzberechnung
1 semi-essentiell
1 mg = 1000 µg
Das gereinigte Sojaöl (Sojae oleum raffinatum Ph. Eur.), hydriertes Sojaöl (Sojae oleum hydratum Ph. Eur.), partiell hydriertes Sojaöl (Sojae oleum ex parte hydrogenatum DAB, ÖAB), Sojalecithin (Lecithinum vegetabile ex soja) und entöltes Sojalecithin (Sojae lecithinum desoleatum DAB) können pharmazeutisch verwendet werden.
Pharmazeutisch verwendet man Emulsionen mit Sojaöl als intravenöse Infusionen zur künstlichen Ernährung, außerdem in Badezusätzen gegen trockene Haut.
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