Schlüsselblume / Primel (Primula veris; Synonym: Primula officinalis)

Wirkung:

schleimlösend, reizlindernd, harn- und schweißtreibend, beruhigend, schlaffördernd, schmerzstillend, abführend, erweichend, herzstärkend

Anwendungsbereiche:

trockener und chronischer Bronchitis, Husten mit Schleim, Schnupfen, Erkältung, Keuchhusten, stärkt das Herz, vertreibt Schwäche, Gicht, Rheuma, Schlaganfall, Neuralgien, Migräne, Spannungskopfschmerzen, erheitert das Gemüt, macht ruhig, hilft beim Einschlafen, Schlafstörungen, Magnesiummangel, Blutreinigungskur, fördert die Harnausscheidung, nervöse Spannungen, fettige, unreine Haut, Falten

Verwendete Pflanzenteile:

Blüten, Blätter und Wurzel

Sammelzeit:

Blätter und Blüten von Mai bis Juni,

Wurzel im Frühjahr und Herbst

Zu finden:

Geschützte Pflanze, die Wurzel auszugraben ist streng verboten und die Blüten dürfen nur mit vorheriger Absprache mit den Naturschutzbehörden gesammelt werden.

Ist heute nur noch selten zu finden, auf ungedüngten Wiesen, in Auwäldern und lichten Laubwäldern in Gärten.

Inhaltsstoffe:

Saponine, Phenolglykoside, ätherisches Öl, Flavonoide, Kieselsäure, Gerbstoffe, Campher, Vitamin C, Magnesium

Sonstiges:

☕ Tee: 1/2 Teelöffel Wurzeln wird mit 1/4 Liter Wasser erhitzt, nach dem Aufwallen 5 Minuten ziehen lassen. Von frischen oder getrockneten Blüten werden 2 Teelöffel mit 1/4 kochendem Wasser übergossen und 5 Minuten ziehen gelassen. 3 Tassen pro Tag oder zusätzlich 1 Tasse bei Bedarf sind ausreichend.

Die Echte Schlüsselblume ist eine ausdauernde, krautige Pflanze, die 8 bis 30 Zentimeter hoch wird und meist in Gruppen wächst. Sie überwintert mit einem dicken Rhizom. Die Laubblätter sind in einer Rosette angeordnet, haben eine Länge von 5 bis 20 Zentimetern und eine Breite von 2 bis 6 Zentimetern, ihre Form variiert von eiförmig bis eiförmig-länglich. Die Blattoberseite ist dunkelgrün und behaart, während die Unterseite hellgrün ist. Die Blütezeit reicht von April bis Juni in Deutschland oder von Februar bis Mai in Österreich und der Schweiz. Fünf bis zwanzig Blüten sind in einer Dolde angeordnet. Die Blüten sind radiärsymmetrisch, haben fünf Kelchblätter, die bauchig verwachsen sind, und fünf dottergelbe Kronblätter. Fünf Staubblätter sind mit der Kronröhre verwachsen, und im Fruchtknoten befinden sich die Samenanlagen. Aus dem Fruchtknoten entsteht eine 5 bis 10 mm lange, vom Kelch umgebene Kapselfrucht. Sie ist etwa halb so lang wie der Kelch und hat eine eiförmige, leicht bauchige Form. Bei Reife öffnet sich die Kapsel mit zehn Zähnchen und gibt viele Samen frei. Die Samen haben kleine Bläschen.

🛑 Primelallergien sind relativ häufig. Es gibt Menschen, die schon bei der Berührung mit einer Primel einen starken Hautausschlag bekommen. Das betrifft allerdings fast ausschließlich die ausländische Zierpflanze und nicht die als Heilpflanze verwendete Schlüsselblume. Nebenwirkung können Magenschmerzen und Übelkeit sowie allergische Hautreaktionen sein.

Die Triterpensaponine, die die Wurzel enthält, üben eine reizende Wirkung auf die Magenschleimhaut aus. Dieser Effekt soll über Nervenfasern reflektorisch die Bronchialschleimhaut dazu anregen, mehr Schleim zu produzieren. Hierdurch verdünnt sich das Sekret und erleichtert das Abhusten.

Die Echte Schlüsselblume unterscheidet sich von der Hohen Schlüsselblume durch ihre stark duftenden, dottergelben Blüten mit fünf orangefarbenen Flecken im Schlund. Die Hohe Schlüsselblume hat weniger Duft und goldgelbe Schlundblüten. Der Blütenkelch der Echten Schlüsselblume ist blassgrün und glockig, während er bei der Hohen Schlüsselblume eng anliegt.

Die Blüten sind in einer Dolde angeordnet, die an einen Schlüsselbund erinnern.

Im Volksglauben wurde die Echte Schlüsselblume als Mittel zum Schutz und zur Fruchtbarkeit angesehen. In der germanischen Mythologie zählte sie zu den Pflanzen, die von Elfen und Nixen geliebt werden. Zudem gibt es die Sage von der Schlüsseljungfrau, die einen großen goldenen Schlüssel auf ihrer Krone trägt und der Pflanze die Fähigkeit verleiht, versteckte Schätze zu finden.

In der Küche kann die Schlüsselblume in Frühlingssalat, als Fleischfülle, in Marmeladen oder als Dekoration auf Torten, Cremen und Eis als kandierte Blüten verwendet werden.

Die Schlüsselblume ist eine Einschleuserpflanze für Magnesium.

Die Rhizome wurden früher auch für Niespulver verwendet, was in verschiedenen Kulturen geschätzt wurde, da es eine erhebliche Linderung bei Erkältungen und Allergien bieten konnte. Mit den Blüten der Schlüsselblumen in kochendem Wasser wurden in der Schweiz und Österreich auch Ostereier gefärbt, eine Tradition, die oft mit dem Frühling und der Wiedergeburt assoziiert wird. Diese Färbetechnik verlieh den Eiern nicht nur eine attraktive, natürliche Farbe, sondern verband die Menschen auch durch gemeinschaftliche Aktivitäten und festliche Bräuche, die in diesen Regionen über Generationen weitergegeben wurden.

Die Echte Schlüsselblume wird manchmal als Zierpflanze genutzt. Geeignete Standorte sind Gehölzgruppen, Rabatten und Steingärten in voller Sonne. Sie vermehrt sich durch Aussaat und wurde früher oft als Schnittblume verwendet. Heute sind Schlüsselblumen besonders geschützt. Das Pflücken im Freiland ist verboten und sollte auch im eigenen Garten vermieden werden.

Hildegard von Bingen: Dies Kraut wird bei Verstopfung der Leber und Milz nützlich gebraucht, weshalb es nicht allein den Wassersüchtigen dienlich ist, sondern viel mehr auch jenen, die mit Skorbut beladen sind. Himmelschlüssel hat alle Kraft der Sonne in sich und wenn ein Mensch traurig ist, so binde er sich das Kraut auf sein Herz und alle Traurigkeit wird vergehen.

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Bild: Wikipedia, Alvals, CC BY-SA 3.0

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