Wirkung:
angstlösend, entspannend, krampflösend, euphorisierend, schmerzstillend, antioxidativ
Anwendungsbereiche:
zur Beruhigung, Bronchitis, Angstzustände, Unruhezustände, Sozialphobie, zur Leistungssteigerung, zur Steigerung der Konzentrationsfähigkeit, lindert Schmerzen, schützt die Nerven, entspannt die Muskeln, Muskelverkrampfungen, Potenz, Fieber, Asthma, er führt zu leichter Euphorie und Gesprächigkeit
Verwendete Pflanzenteile:
Wurzel
Inhaltsstoffe:
Kavapyrone (Kavain, Yangonin, Methysticin, Marindindin)
Sonstiges:
☕ Tee: 1/2 Teelöffel getrocknetes Wurzelpulver in 1/4 Liter kaltem Wasser auflösen. Etwa 1/2 Stunde ziehen lassen. Trinken und dabei den Satz am Boden nicht aufrühren bzw. vorher durch einen Filter abseihen.
Die Kava ist mit dem Schwarzen Pfeffer verwandt und hat einen ähnlichen Geschmack. Sie wächst als immergrüner Strauch bis zu zwei bis vier Meter hoch und bildet Rhizome. Die Pflanze ist zweihäusig mit herzförmigen, bis 30 Zentimeter großen Blättern, die kahl oder leicht behaart sind. Die Blätter haben eine handförmige Nervatur mit bis zu 13 Hauptadern und es gibt Nebenblätter. Kava bildet dichte, vielblütige Blütenstände mit kleinen, grünlich-weißen bis gelblichen Blüten ohne Blütenhülle. Männliche Blüten haben zwei Staubblätter, während weibliche Blüten einen einkammerigen Fruchtknoten besitzen. Weibliche Blüten bilden selten Beeren und bleiben oft steril, selbst bei Handbestäubung. Die Pflanze vermehrt sich hauptsächlich ungeschlechtlich.
🛑 Bei uns ist die Pflanze auf der Verbotsliste, da der Verdacht auf Leberschädigung und sogar Todesfälle besteht! Namhafte Wissenschaftler haben dagegen protestiert, die leberschädigende Wirkung scheint nur eine Vermutung zu sein. Nebenwirkungen können vorübergehende Taubheitsgefühle in Lippen und Zunge, vermindertes Sehvermögen, reduzierte Reaktionsfähigkeit, eine Gelbfärbung der Haut und allergische Hautreaktionen sein. Kava sollte in der Schwangerschaft und Stillzeit nicht verwendet werden. Bei einem hohem Konsum und langer Einnahmedauer, sowie bei bestehenden Leberschäden kann Kava Gewichtsverlust, Unterernährung, Leberschäden, Nierenschäden, Ausschlag, Pulmonale Hypertonie, Makrozytose, Lymphopenie und vermindertes Thrombozyten-Volumen verursachen.
Im Jahr 2001 wurden in Deutschland kavahaltige Medikamente wegen beobachteter Leberschäden vom Markt genommen. Die vermutete Ursache waren Verunreinigungen durch „peelings“, die das Alkaloid Pipermethystin enthalten. Diese Hypothese gilt jedoch mittlerweile als überholt, da Pipermethystin nicht in relevanten Mengen nachgewiesen wurde und keine lebertoxische Wirkung bei Studien mit Ratten zu beobachten war. Alternative Erklärungen für die Leberschäden sind vorher bestehende Erkrankungen, mögliche Verunreinigungen mit Aflatoxinen oder die Einnahme synthetischer Enantiomere. Die in Deutschland produzierten Medikamente enthielten neben natürlichen auch synthetisches Kavain, wobei gezeigt wurde, dass (−)-Kavain gesundheitsschädliche Verbindungen erzeugt. Dies könnte den Unterschied in der Hepatotoxizität zwischen dem deutschsprachigen Raum und dem pazifischen Raum erklären. (Wikipedia)
Am 14. Juni 2002 widerrief das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) die Zulassung für Kava-Kava- und Kavain-haltige Arzneimittel aufgrund von 40 dokumentierten Fällen schwerwiegender Leberschädigungen, woraufhin die Kommission E das Vorgehen des BfArM kritisierte. 2005 wurde das Ruhen der Zulassung angeordnet, um den Herstellern die Möglichkeit zu geben, die Unbedenklichkeit nachzuweisen, was jedoch nicht gelang. Am 21. Dezember 2007 widerrief das BfArM erneut die Zulassung, was auch Einzelzubereitungen betraf. Klagen der Hersteller führten 2014 zu einer Aufhebung des Widerrufs, was 2015 vom Oberverwaltungsgericht Nordrhein-Westfalen bestätigt wurde. Die Behörden wiesen darauf hin, dass es Anwendungsrisiken gibt, die jedoch durch bestimmte Maßnahmen wie ärztliche Verschreibungspflicht und maximale Dosierung minimiert werden könnten. Während in anderen Ländern Kava weiterhin frei erhältlich ist, empfahl die australische Therapeutic Goods Administration eine tägliche Höchstmenge. 2019 widerrief das BfArM erneut die Zulassung. (Wikipedia)
Ich kenne keine Pflanze wo so viel Diskutiert wird, wie bei dieser. Es gibt so viele andere Pflanze…


Rauschpfeffer gilt in der gesamten polynesischen Inselwelt als mächtige Zauberpflanze, die einerseits die Liebeskraft anregt, andererseits böse, glücksbedrohende Mächte vertreibt. Die Wurzel wird aber auch im Schadzauber verwendet. Auf Hawaii allerdings ist Kava ein Mittel, um einen Schadzauber zu brechen.
Auch wenn es sich so anhört, Rauschpfeffer macht nicht abhängig.
Kava ist bei Vergiftungen mit Strychnin (zum Beispiel in der Brechnuss enthalten) hilfreich und wirkt als Antidot.
Konsumenten von Kava fühlen sich in der Regel entspannt, wohl und klar denkend. Auf den Konsum schläft man in der Regel erholsam, und es gibt keine Nachwirkungen am Folgetag, solange die Zubereitung keinen Alkohol enthält.
Traditionell wird die Kava-Wurzel, frisch oder getrocknet, mit Wasser aufgegossen. Oft wird der Wurzelstock des Rauschpfeffers zu einem feinen Pulver zerrieben oder in einem Mörser zerstoßen; manchmal werden auch Pflanzenteile gekaut und in ein Gefäß gespuckt. Wenn die ganze Pflanze verwendet und geknetet wird, enthält das Kava-Getränk ein speichelflussförderndes Enzym. In einigen Kulturen wird Kava auch frisch gekaut, was einen stärkeren Effekt hat. Kava wird oft aus halbierten Kokosnussschalen getrunken. Der Geschmack ist leicht scharf. Das eigentliche Aroma hängt stark davon ab, ob zur Herstellung frische oder getrocknete Pflanzen verwendet wurden. Die Farbe der Wurzel ist grau bis grünlich.
Auf Hawaii hat Kava eine ähnliche Rolle wie Bier als Feierabendgetränk zum Entspannen und Lockern von Muskeln. Dort gibt es rund 30 verschiedene Kava-Sorten die zu medizinische, religiöse, politische, kulturelle und soziale Zwecke von allen sozialen Klassen genutzt wird.
Heutzutage wird es auch über das Ursprungsgebiet von Kava hinaus konsumiert – als Medizin oder als Genussmittel.
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