Wirkung:
zusammenziehend, antibakteriell, desinfizierend, entzündungshemmend, blutstillend
Anwendungsbereiche:
Entzündungen der Haut, Schleimhäute des Mund- und Rachenraumes, Erkältungssymptome, Halsschmerzen, Herpesinfektionen, entzündliche Darmerkrankungen, Durchfall, Darmbewegungsstörungen, Reizdarm-Beschwerden, Schwellungen nach Verletzungen bei schlecht heilenden Wunden, Bronchitis, fördert die Narbenbildung
Verwendete Pflanzenteile:
das Harz
Pflanzenart:
Balsambaumgewächs, Baum der Tropen
Inhaltsstoffe:
ätherisches Öl, Pinen, Elemen, Eugenol, Limonen, Harze, 50 % Gummi, Schleimstoffe, Triterpensäure
Sonstiges:
Der Myrrhenbaum ist ein laubabwerfender, stämmiger Strauch oder kleiner Baum, der bis zu 4 Meter hoch wird. Die äußere Borke ist silbrig oder graublau und schält sich in großen Stücken ab, wodurch die grünere innere Borke sichtbar wird. Aus den flüssigen Exsudaten entsteht ein hartes, gelbliches Gummiharz. Die ledrigen Laubblätter sind gefiedert und variieren in Größe und Form. Sie sind 6 bis 44 mm lang und 3 bis 20 mm breit, mit glatten oder gezähnten Rändern. Die Blütezeit liegt kurz vor der Regenzeit. Commiphora myrrha ist zweihäusig, die männlichen Blüten reifen zuerst. Die Blüten sind gelblich-grün und vierzählig, und die Früchte sind eiförmig und zerfallen bei Reife in zwei Teile, um einen einzigen Samen freizugeben, der ein orangefarbiges Anhängsel hat.
Myrrhe wird hauptsächlich für Räucherungen verwendet, da es vor vielen Ansteckungen hilft und desinfizierend wirkt. Viele kennen es von den heiligen drei Königen am 06.01., die als Geschenke, Gold, Weihrauch und Myrrhe dem neugeborenem Jesuskind mitbrachten. Myrrhe sollte die bösen Geistern (Krankheiten) vertreiben.
Das Harz kann nicht nur für Räucherungen verwendet werden, sondern auch als Tinktur.
Im alten Ägypten wurde Myrrhe bereits vor 3000 Jahren zur Einbalsamierung verwendet. Das gelb-braune Harz stammt vor allem aus dem Jemen, Äthiopien, Sudan und Somalia. Myrrhe spielt eine Rolle in kultischen Salbungen und wird seit der Antike auch als Aphrodisiakum verwendet. Früher nutzten Frauen und Männer es als Parfüm, und Betten wurden damit beträufelt. Im Mittelalter wurden aus Myrrhenharz zusammen mit Aloe und Safran „Pestpillen“ hergestellt, die als fiebersenkend galten.
In einer randomisierten kontrollierten Studie der Kliniken Essen-Mitte wurde gezeigt, dass eine Kombination aus Myrrhe, Kaffeekohle und Kamille bei der Erhaltung der remissionsfreien Phase bei Colitis ulcerosa ähnlich wirksam ist wie das synthetische Arzneimittel Mesalazin. Die aktuelle S3-Leitlinie „Colitis ulcerosa“ empfiehlt daher diese Kombination zur unterstützenden Behandlung. (Wikipedia)
Myrrhe (Commiphora spp.) und Opopanax (Harz von Commiphora spp., insbesondere auch Opopanax spp.) zeichnen sich durch einen leicht würzig-süßen Duft von balsamischer Feinheit aus, der sowohl beruhigend als auch anregend wirkt, und werden daher gerne in der Parfümerie eingesetzt, um komplexe Duftkompositionen zu kreieren, die oft Erinnerungen an exotische Märkte und alte Traditionen hervorrufen. Während das Harz eher als fixierende Komponente verwendet wird, die die Haltbarkeit eines Parfums verlängert und die Grundnote stabilisiert, wirkt das durch Wasserdampfdestillation gewonnene Öl bereits in der Kopfnote mit seiner frischeren und intensiveren Aromatik. Diese besondere Eigenschaften der Myrrhe und des Opopanax machen sie nicht nur bei Parfümeuren, sondern auch in der Aromatherapie und traditionellen Medizin beliebt, da sie für ihre entzündungshemmenden und antiseptischen Eigenschaften geschätzt werden.