Leicht giftig!
Wirkung:
fiebersenkend, entzündungshemmend, adstringierend, wundheilend, reinigend
Anwendungsbereiche:
Gurgelmittel bei Mumps oder Mundfäule, Halsweh, Angina, Fieber, Lungenentzündung, Brustfellentzündung, Wunden
Die innerliche Anwendung dieser Pflanze sollte vermieden werden, da sie allergische Symptome hervorrufen kann. Bitte nur äußerlich verwenden!
Verwendete Pflanzenteile:
Blüten, Blätter, Beeren
Sammelzeit:
Juni bis September
Zu finden:
An Waldrändern oder auf Lichtungen, als Unterholz, ansonsten in Gärten.
Inhaltsstoffe:
Bitterstoffe, Gerbstoffe, Harze, Farbstoffe, Ligulin, Ligustrin
Sonstiges:
Der Gewöhnliche Liguster ist ein Strauch, der 1,5 bis 4,5 Meter hoch werden kann und in milden Klimazonen, wie in Südeuropa, seine Blätter erst im nächsten Frühjahr abwirft. Er hat viele biegsame Zweige mit olivgrün-brauner Rinde, die kahl oder leicht behaart sind. Die gegenständig angeordneten Blätter sind kurz gestielt und haben eine ledrige, spitze bis stumpfe Form, die 2,5 bis 8 cm lang und 0,8 bis 2 cm breit ist. Im Herbst färben sie sich oft violett. Die duftenden Blüten erscheinen in pyramidenförmigen Rispen an den Spitzen der neuen Triebe, sind vierzählig und haben eine bis zu 2 mm lange Kronröhre. Die Blütezeit ist von Mai bis Juli, und nach der Befruchtung entwickeln sich glänzend schwarze Beerenfrüchte. Die schwarze Farbe der Früchte stammt von Anthocyanen.
🛑 Bis zu 5 Beeren werden von einem Erwachsenen vertragen, ohne das es zu Vergiftungserscheinungen kommt. Ich würde es trotzdem nicht probieren. Man sollte vorsichtig dosieren, denn weniger ist mehr. Die Beeren des Ligusters sind giftig, der Verzehr kann zu Übelkeit, Erbrechen, Durchfall und Leibschmerzen führen. Die Wirkung tritt sicher ein, wenn eine größere Menge gegessen wurde. In den Blättern ist das Glucosid Syringin enthalten, wodurch sie ebenfalls giftig sind. Hautkontakt beim Schneiden der Pflanze kann zu Hautreizungen, dem sogenannten Liguster-Ekzem, führen.
Wer gegen Pollen allergisch reagiert, sollte sich vom Liguster fern halten. Einige Menschen reagieren mit asthmaähnlichen Symptomen, wenn die Pflanzen blühen. Es wurde dann nur noch helfen die Blüten wegzuschneiden, bevor sie richtig anfangen zu blühen.
Aus den duftenden Blüten wird ein Eau de Toilette hergestellt. Ein Ölauszug lindert Sonnenbrand und ist angenehm bei trockener Haut. Die Zweige können zu Korbarbeiten verflochten und das glatte, harte und feste Holz für Drechsel- und Schnitzarbeiten verwendet werden. Die Beeren werden wegen ihrer violett-schwarz-blauen Farbstoffe zum Färben von Wolle, zum Anrühren von Farbpigmenten und zum Bemalen von Karten und in der Buchmalerei verwendet.
Man kultiviert diese Strauch-Art, wie auch mehrere japanische Ligustrum-Arten, in Gärten zur Anlage von Hecken. Dazu werden meist wintergrüne Sorten wie ‚Atrovirens‘ verwendet. Liguster ist sehr schnittfest und wird daher auch gerne für Formhecken verwendet.
Insgesamt 20 Vogelarten wurden beim Verzehren der Ligusterbeeren beobachtet, etwa Amsel, Singdrossel und Dompfaff. Die schwarzen Beeren werden oft erst im Spätwinter verzehrt und dann auch ausgeschieden und dadurch verbreitet. Die Keimung der Samen wird durch Frost gefördert. Außerdem fressen eine Reihe von Nagetieren die Früchte.
Hildegard von Bingen: Der Liguster ist wie Unkraut und taugt nicht zu Heilmitteln. Denn wenn ein Mensch von seinem Samen oder seiner Frucht äße, wäre es für ihn wie Gift.
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