Wirkung:
reizmildernd, schweißtreibend, hustenlindernd, krampflösend, beruhigend, schlaffördernd, blutverdünnend, harntreibend
Anwendungsbereiche:
Husten, Schnupfen, Fieber, Hals- und Ohrenschmerzen, asthmatischen Erkrankungen, als Anregung zur Schwitzkur, zur Aktivierung der körpereigenen Abwehrkräfte, in Zeiten erhöhter Infektionsgefahr, als Einschlafhilfe, bei schwierigem und schmerzhaftem Urinieren, Unterleibsbeschwerden, Verschleimungen der Niere, Blutarmut, Blähungen, Verstopfungen, Durchfall, Appetitlosigkeit, aufgeblähtem Bauch, häufiges Aufstoßen, Wunden, heilt bösartige, übel riechende Geschwüre, beseitigt die Eiterungen, überanstrengte Augen, gestresste Haut, Nervenschwäche, Verbandsmaterial bei Verbrennungen
Verwendete Pflanzenteile:
Blüten mit Deckblättern, Blätter, Rinde, Samen
Sammelzeit:
kurz nach dem Aufblühen im Juni, Juli
Zu finden:
Vereinzelt in Laubmischwäldern, häufiger als Alleebaum oder in Parks und als Dorfbaum anzutreffen.
Inhaltsstoffe:
Schleim, Gerbstoffe, Flavonoide, ätherisches Öl, Farnesol, Wachs
Sonstiges:
☕ Tee: 2 Teelöffel Lindenblüten werden mit 1/4 Liter kochendem Wasser übergossen und 10 Minuten ziehen gelassen. 3 Tassen pro Tag sind ausreichend.
☕ Tee: 1 Teelöffel Rinde mit 1/4 Liter kaltem Wasser zustellen und zum Sieden erhitzen, abseihen und bei Bedarf trinken.
Die Sommerlinde ist ein sommergrüner Baum, der bis zu 40 Meter hoch und über 9 Meter dick sein kann. Sie hat eine hohe, halbkugelige Krone und eine längsrissige Borke, die jährlich abblättert. Die Rinde junger Zweige ist rötlich-grün und behaart. Die Knospen sind schmal und haben glänzend rote und gelblich-grüne Schuppen. Die Laubblätter sind wechselständig, bestehen aus einem Blattstiel und einer variablen Blattspreite, die eiförmig ist. Die Blattoberseite ist dunkelgrün und behaart, während die Unterseite heller und auf den Blattadern behaart ist. Die Sommerlinde blüht im Juni mit drei bis vier Blüten in einem hängenden Blütenstand. Jede Blüte hat gelblich-grüne Kelchblätter und länglich-eiförmige Kronblätter. Die Frucht ist dickwandig, behaart und enthält meist einen Samen. Die Linde gilt als heiliger Baum der Göttin Freya und schützt vor Hexen.
Lindenblüten könnten gut mit anderen Pflanzen kombiniert werden. Eine Winterteemischung in der Ansteckungszeit kann aus Lindenblüten, Kamillenblüten, Malveblüten, Hagebutte, Pfefferminze, getrocknete Johannisbeeren, Eibischblüten und Himbeer-, Brombeer- und Erdbeerblätter bestehen. Je nachdem wie man ihn mag, stellt man den Tee aus höchstens 4 dieser Pflanzen zusammen. Die Hälfte der Teemischung soll aber immer aus Lindenblüten bestehen. Als Dauergetränk kann man Lindenblütentee nicht anwenden, nach 2 Wochen sollte auf andere Heilkräuter zurück gegriffen werden.
Äußerlich und innerlich kann man auf Lindenholzkohle zurück greifen. Die gepulverte Lindenkohle erhält man in der Apotheke und hilft bei Blähungen, Verstopfungen, Durchfall, Appetitlosigkeit, aufgeblähtem Bauch und häufigem Aufstoßen. Man nimmt dafür morgens und abends 1 Messerspitze.
Lindenblätter färben Wolle und Stoffe in Gelb- bis Brauntöne.

Das Lindenholz, was weich und elastisch ist, wird verwendet um herrliche Schnitzwerke herzustellen. Die auch als prachtvolle Altäre in alten Kirchen aus dem „heiligen“ Holz geschnitzt wurde.
Der Duftstoff Farnesol ist für den Duftstoff unter blühenden Lindenbäumen verantwortlich, deshalb sollten depressive Menschen und bei Nervenschwäche sich lange unter den Bäumen aufhalten.
Aus Lindenbast kann man feste und haltbare Seile und Pinsel herstellen oder Matten flechten.
Die Sommerlinde wurde 1996 zu Baum des Jahres gewählt und die Winterlinde 2016. Des Weiteren wurde die Sommer- und Winterlinde 2025 zur Heilpflanze des Jahres gewählt.
Hildegard von Bingen: Die Linde hat eine Wärme, die bis in die Zweige und Blätter aufsteigt. Der Mensch, der Herzschmerzen hat, nehme die innere Wurzel, pulverisiere es und esse das Pulver oft auf Brot. Wenn du schlafen gehst, dann lege frische Lindenblätter auf die Augen und über dein ganzes Gesicht, das mach die Augen klar und rein. Wer aber die Gicht hat, der hole von der Erde, die um die Wurzel der Linde liegt und gebe die Erde ins Feuer, damit sie glühend wird. Und in einem Dampfbad gieße Wasser darüber und bade darin. Das tue neun Tage lang und die Gicht wird geheilt.
Nimm vom Stamm der Linde (nicht von einem Zweig) ein Stück Rinde weg, wenn er im Sommer grünt. Schneide vom weißen Holz Späne weg und gebe die Späne durch einen goldenen Ring. Diesen Ring bedeckst du mit einem Baumwolltuch und darüber gebe ein grünes Glas, damit die Kraft des Spans nicht entweicht. Das tue 14 Tage bei zunehmendem Mond. Dann gebe den Ring an deinem Finger. Das ist eine starke Kraft gegen die gefährlichsten Krankheiten des Menschen.
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Ein Kommentar zu “Linde (Sommerlinde Tilia platyphyllos, Winterlinde Tilia cordata)”