Brechnuss (Strychnos nux-vomica)

Giftig

Wirkung:

appetitanregend, verdauungsanregend, harntreibend, nervenanregend

Anwendungsbereiche:

Wegen der unerwünschten Nebenwirkungen ist die Brechnuss außer in der Homöopathie heute bei uns nicht mehr im Gebrauch!

lähmungsartigen Zuständen, speziell der Beine, Keuchhusten, Asthma, Wechselfieber, Cholera, Menstruationsprobleme, Tollwut, Lähmungen

Verwendete Pflanzenteile:

Rinde, Samen

Sammelzeit:

Zu finden:

In Südostasien, in Indien und Nordaustralien.

Inhaltsstoffe:

Indolalkaloide: Strychnin, Brucin, Colubrin, Vomicin; Iridoidglykosid Loganin, Bitterstoffe, Cholin

Sonstiges:

Die Gewöhnliche Brechnuss ist ein immergrüner Laubbaum, der bis zu 25 m hoch wird. Seine Rinde ist schwarzgrau bis gelblichgrau und wird im Alter feinwarzig. Die bräunlichen Zweige sind gabelteilig und tragen ledrige, dunkelgrüne Blätter, die glatt und glänzend sind. Die Blätter sind elliptisch bis eiförmig und bis zu 18 cm lang. Sie haben eine feinhaarige Unterseite und eine Nervatur, die drei- bis fünfzählig ist. Die Blütenstände sind Thyrsen mit grünlich-weißen Blüten, die etwa 1,3 cm lang sind und fünf Blütenblätter haben. Der Kelch hat fünf spitze Lappen, und die Staubblätter sind in der Kronröhre befestigt. Die Frucht ist eine Beere, die zunächst grün und später orangerot wird, mit einer harten Schale und einem bitteren, aber essbaren Fruchtfleisch. Der Brechnusssamen ist sehr giftig, etwa 1,5–3 cm groß und hat einen bitteren Geschmack. Bei Nässe platzen die Samen auf und keimen.

🛑 Die Samen des Brechnussbaumes enthalten das hochgiftige Strychnin. Um dessen Wirkung wussten die Einwohner Südostasiens und verwendeten die pulverisierten Samen zum Fischfang als „Tollköder“. Bereits 0,02 Gramm des pulverisierten Samens führen zu einer akuten Strychnin-Vergiftung mit plötzlich eintretenden Krämpfen der Skelettmuskulatur, Muskelzuckungen sowie Tod durch Atemlähmung. Die giftigen Stoffe im Brechnusssamenextrakt lähmen das Zentralnervensystem. Schon in kleinen Mengen kann eine psychotrope Wirkung auftreten, die beispielsweise die Wahrnehmung von Sinneseindrücken verstärkt.

Der Nashornvogel ernährt sich unter anderem von den äußerst giftigen Brechnusssamen, die in vielen tropischen Regionen vorkommen und eine interessante Rolle in seinem Ernährungsspektrum spielen. Diese Samen sind für viele Tiere tödlich, jedoch scheint der Nashornvogel über besondere physiologische Anpassungen zu verfügen, die ihm ermöglichen, diese gefährlichen Nahrungsquellen problemlos zu konsumieren. Auch für Schnecken ist das Krähenauge ungiftig und nimmt somit eine einzigartige Stellung im Ökosystem ein, da es den Schnecken erlaubt, ungehindert zu gedeihen, während andere Fressfeinde von den Brechnusssamen abgeschreckt werden. Des Weiteren wurde beobachtet, dass auch andere Vögel (z. B. Hühner) eine hohe Widerstandskraft gegen die Giftwirkung des Samens besitzen, was darauf hindeutet, dass möglicherweise eine evolutionäre Anpassung an die Umgebung stattgefunden hat, die die Überlebensfähigkeit dieser Vogelarten in Gebieten mit Brechnusspflanzen stärkt.

Früher wurde die Arzneidroge zur Behandlung von Schwächezuständen, Herz-Kreislauf-Beschwerden und zur Appetitanregung eingesetzt, doch aufgrund der geringen therapeutischen Breite und schwerwiegender Nebenwirkungen, insbesondere bei Lebergeschädigten, sind solche Arzneimittel weitgehend verschwunden. Dennoch dienen Brechnusssamen noch heute als Ausgangsstoff für die Gewinnung von Strychnin.

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