Silber-Weide (Salix alba)

Wirkung:

nervenstärkend, zusammenziehend, stopfend, schmerzstillend, blutstillend, fiebersenkend, schweißtreibend

Anwendungsbereiche:

Schmerzen, Kopfschmerzen, Fieber, Infekten, Erkältungskrankheiten, Rheuma, Arthritis, Gelenkschmerzen, Neuralgien, Unterleibsschwäche, Blutungen aller Art, als Beruhigungsmittel, geschwollene Mandeln, entzündetes Zahnfleisch, Zahneiterungen, Geschwüre, eiternde Wunden, Verletzungen, Ausfluss, Schuppen, Erektionsprobleme, Impotenz, Kopfschmerzen, Schlaflosigkeit, Durchfall, hilft bei den Symptomen der Menopause, Menstruation, Nachtschweiß, Hitzewallung, Krämpfe, Verdauungsstörungen

Verwendete Pflanzenteile:

Rinde von 2- bis 3-jährigen Ruten, Blätter

Sammelzeit:

im Frühjahr

Zu finden:

Die heimischen Weiden stehen unter Naturschutz, denn sie sind die erste Nahrung für Bienen. Zu finden ist die Weide in Gärten, an fließenden Gewässern, in Auwäldern und an Waldrändern. Die Silber-Weide ist in ganz Europa mit Ausnahme von Skandinavien, in Nordafrika und nach Osten bis nach Zentralasien heimisch.

Inhaltsstoffe:

Salicin, Glykosid, Flavonoide, Gerbstoffe

Sonstiges:

☕ Tee: 1 Teelöffel klein geschnittene Weidenrinde wird mit 1/4 Liter kaltem Wasser übergossen, dann aufgekocht und für 5 Minuten ziehen gelassen. 2 Tassen pro Tag sind ausreichend. Man kann auch einen Kaltauszug bereiten, über Nacht stehen lassen, dann trinken.

Die Silber-Weide ist ein Laubbaum, der bis zu 35 Meter hoch werden kann und selten strauchig wächst. Einige Weiden sind etwa 200 Jahre alt. Jüngere Bäume haben eine spitz kegelförmige Baumkrone, während die älteren formlos wirkt. Der Stamm kann über 1,5 Meter dick sein. Die Rinde ist dunkelgrau mit dicken Leisten, ältere Bäume haben eine tiefgefurchte Borke. Die Zweige sind spitzwinklig, junge Zweige sind gelb bis rotbraun, kurz behaart und flexibel, während ältere verkahlen. Die Sommerblätter sind 5 bis 12 Zentimeter lang, lanzettlich geformt und glänzend silber. Die Blätter haben feine, drüsige Sägen an den Rändern und eine seidig-weiche Oberseite. Der Blattstiel misst 5 Millimeter. Die zweihäusigen Blüten erscheinen von April bis Mai, wobei die männlichen gelb und die weiblichen grün und wollig-weiß sind. Die Kätzchen werden bis zu 7 Zentimeter lang und sind zylindrisch mit dicht behaarten Staubblättern. Die Fruchtknoten sind kahl, im Gegensatz zu den Tragblättern, die gelb und lang gestreckt sind. Die Samen reifen zwischen Juni und Juli und haben lange, weiße Haare zur Fortbewegung.

🛑 Achtung: Eine Überdosierung ist zu vermeiden und für Schwangere, stillende Mütter und Kinder ist die Einnahme von Weide nicht zu empfehlen. Wer gegen Aspirin allergisch reagiert, sollte auf Weide verzichten. Nicht langfristig anwenden.

Kopfweiden entstehen, indem man die Zweige bis fast zum Stamm zurückschneidet. Diese Zweige wurden früher zum Flechten von Körben und als Material für Fachwerkhäuser genutzt. Da das Zurückschneiden in der modernen Landwirtschaft oft zu mühsam und unrentabel wurde, wuchsen viele Kopfweiden aus und brachen zusammen. Heute kümmern sich Umweltschützer häufig um das Zurückschneiden der Kopfweiden.

Da Judas sich in der Weide erhängte, war er im Volksglauben der Baum der Selbstmörder. Mit Weidenzweigen machen Hexen den Hagel. Man sagte das Hexen und Dämonen gern in den hohlen Stämmen lebten.

Die Weide ist Teil des Palmbusches und somit eine Lebensrute.

Weltweit gibt es 500 Weidearten. Die kräftigste ist die Korbweide, es kann aber auch die Rinde der anderen Weiden verwendet werden.

Früher gewann man aus der Weide Salicin, aus der Aspirin entwickelt wurde. Die Rinde der Weide enthält das schmerzlindernde und fiebersenkende Salicin.

Aus den biegsamen Weidenzweigen stellt man Körbe her, man nimmt sie also zum Korbflechten. Aus der Rinde stellt man Gerbmittel für Leder her. Die Bastfasern der Weidenrinde können als Ersatz für Jute und Werg dienen.

In der Haarpflege findet die Silber-Weide mittlerweile Anwendung zur Vermeidung des Gelbstichs bei älterem ergrauten, blondiertem oder verchlortem Haar.

In der Küche wurde früher die Rinde als Kochgemüse oder getrocknet zum Strecken des Mehles für Backwaren und Speisen verwendet.

Die 38. Bachblüte heißt Willow: Sie ist die Blüte des Schicksals. Man lernt das eigene Schicksal anzunehmen, ohne darüber zu jammern und zu klagen, wird aber auch angeregt, der Meister des eigenen Schicksals zu werden.

Hildegard von Bingen: Die Weide erregt Melancholie, macht innerlich ruhig und mindert den Frohsinn in einem Menschen.

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Bild: Wikipedia, MPF, CC BY-SA 3.0

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