Wirkung:
hustenstillend, schleimlösend, nervenstärkend, desinfizierend, durchblutungsfördernd
Anwendungsbereiche:
Linderung von Erkrankungen der Atemwege, wirkt desinfizierend auf das Harnsystem, Harnwegsbeschwerden, bei Lungenleiden, chronische Bronchitis, beruhigt die Nerven, Erkältungen, Husten, Schnupfen, fördert den Auswurf bei Husten und Verschleimungen stärkt die Lunge, festigt das Zahnfleisch (Harz), Zahnverfall (Harz), Kopfschmerzen, Migräne, beschleunigt die Wundheilung (Harz), Rheuma (Harz), Skorbut, Zapfen (Templinöl): Bindehautentzündung, Blutergüsse, Muskelkater, Muskelzerrung
Verwendete Pflanzenteile:
frische Triebe, Zapfen und die Rinde
Sammelzeit:
Frühjahr bis Herbst
Zu finden:
Meist in Nadelwäldern
Inhaltsstoffe:
ätherische Öle, Harze, Vitamine, Mineralstoffe
Sonstiges:
☕ Tee: 1 Teelöffel Tannentriebe, mit 1/4 Liter kaltem Wasser zustellen und aufkochen. Sollte die Dosierung nicht vertragen werden, kann man es einfach mit Wasser verdünnen.
Die Weiß-Tanne kann 30 bis 50 Meter hoch werden, manchmal sogar 65 Meter, mit einem Stammumfang von bis zu 12 Metern. Ihre Äste sind in Quirlen und Spiralen angeordnet. Die Kronenform variiert je nach Standort und Lichtverhältnissen; junge Bäume haben eine spitze Krone, während ältere Bäume eine flachere Krone entwickeln können. Der Stamm ist gerade und hat eine zylindrische Form. Die Nadeln sind bis zu 3 Zentimeter lang und variieren in Größe und Form. Die Weiß-Tanne ist monözisch und blüht von April bis Juni. Ihre männlichen Blütenzapfen sind gelb, während die weiblichen blassgrün sind. Die Zapfen reifen im September oder Oktober und fallen dann ab. Die Tanne bildet eine tiefe Wurzel und ist sehr sturmsicher. Die Rinde ist bei jungen Bäumen glatt und hellgrau; mit zunehmendem Alter entwickelt sie eine grobrissige Schuppenborke. Das Holz ist wenig haltbar und anfällig für Schädlinge, lässt sich aber gut bearbeiten.
Die Tanne kann bis zu 600 Jahre alt werden und ihre Pfahlwurzel gräbt sich tief in den Boden ein. Sie verankert sich bis zu 75 Meter Höhe. Ganz schön Krass wie weit sie in den Boden gehen kann. Leider zählt heute die Tanne als eine am meisten betroffenen Bäume, die von Waldsterben bedroht ist.
Hinweis: Wer frische Tannentriebe für ein Heilmittel sammeln möchte, sollte beim zuständigen Waldbesitzer oder Förster nachfragen. Meist ist die Nutzung der Bäume nicht erlaubt und man muss auf die Fichte ausweichen. Den zuständigen Waldbesitzer oder Förster könnt ihr bei eurer Gemeinde anfragen.
Beim Richtfest auf dem Giebel befestigte Tanne schützt das Haus und dessen Bewohner in Zukunft vor Unannehmlichkeiten und Ärger.

Der Tannenbaum gehört immer noch zu den beliebtesten Weihnachtsbäumen. Wer daher einen stiehlt, der verletzt sich im selben Jahr und hat sieben Jahre Unglück.
Das Holz der Weiß-Tanne wird hauptsächlich für Faserplatten, Furniere, Kisten, Masten, Möbel, Paletten, Sperrholz und Spanplatten genutzt. Es ist auch ein beliebtes Holz für Fenster, Fußböden, Türen und Vertäfelungen.
Aufgüsse, so genanntes „Tannenbier“, wurden im 16. und 17. Jahrhundert gegen Skorbut verabreicht. Dieses Getränk, das aus frischen Tannennadeln und anderen pflanzlichen Zutaten hergestellt wurde, war bekannt für seine hohen Gehalte an Vitamin C, was es zu einem wertvollen Mittel im Kampf gegen die gefürchtete Krankheit machte. Viele Seefahrer, die lange Reisen unternahmen und oft unter Nahrungsmangel litten, profitierten von den gesundheitsfördernden Eigenschaften des Tannenbiers. Die Verwendung von natürlichen Heilmitteln in der damaligen Zeit zeigt, wie wichtig es war, die eigene Gesundheit aufrechtzuerhalten, besonders in Zeiten, als medizinisches Wissen noch nicht weit fortgeschritten war.
Nach Pfarrer Kneipp kocht man 3 bis 4 Tannenzapfen mit 1/2 Liter Wasser, filtert dies ab und gurgelt die Flüssigkeit regelmäßig.
Hildegard von Bingen: Wenn es reichlich aus der Nase fließt, so mache Rauch aus dem Tannenholz und sauge dies durch die Nase ein und der Fluss wird gelöst und hört auf. Mache auch Asche aus dem Tannenholz und rühre es zu einer Lauge und wasche deinen Kopf damit. Dies heilt den Kopf und macht die Augen klar. Wer aber Schmerzen in der Brust hat, der nehme die Asche von frischen Tannenholz und vermische sie mit doppelt so viel Bibernellwurzel und doppelt so viel Fenchel und so viel Süßholz wie Tannenasche. Koche dies mit Wein und Honig und seihe es dann durch ein Tuch. Den Klartrank trinke oft und es wird deine Brust reinigen und die Lunge wird gesund.
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