Muskatnussbaum (Myristica fragrans, Syn. Myristica aromatica)

auch Muskatnuss, Muskat und Macis

Wirkung:

entzündungshemmend, schleimlösend, antibiotisch, antidepressiv, aphrodisierend, anregend, antiseptisch, desinfizierend, schmerzstillend, antimikrobiell

Anwendungsbereiche:

Bronchialkatarrhen, Rheuma, Blähungen, fördert die Verdauung, löst Krämpfe, Muskelschmerzen, als Analgetikum, beruhigt die Sinne, Erkältungen, Übelkeit, Durchfall, Infektionskrankheiten, Potenzstörung

Verwendete Pflanzenteile:

Nüsse und Blüte

Sammelzeit:

August bis Dezember

Zu finden:

Bei uns in Gewürzhäusern, stammt aus den Molukken und wird in Sri Lanka, Sumatra und Indien angebaut.

Der Muskatnussbaum wird in der Roten Liste gefährdeter Arten der IUCN als eine Art eingestuft, für die nicht genügend Daten zur Gefährdungskategorisierung vorliegen („Data Deficient“).

Inhaltsstoffe:

ätherisches Öl mit Campher, Pinen, Terpene, Myristicin, fettes Öl

Sonstiges:

Der Muskatnussbaum ist ein immergrüner Baum, der 5 bis 18 Meter hoch werden kann. Die Rinde der älteren Zweige ist grünlichgrau und leicht behaart. Die Laubblätter sind einfach, 4 bis 8 Zentimeter lang, dunkelgrün oben und heller unten. Es gibt männliche und weibliche Pflanzen. Männliche Blüten wachsen in Blütenständen von 2,5 bis 5 Zentimetern mit blassgelben Hüllblättern und mehreren Staubblättern. Weibliche Blüten sind seltener und haben kleinere Hüllblätter. Die Blütezeit ist von März bis Juli, wobei hauptsächlich weibliche Bäume kultiviert werden. Die Früchte sind ockergelb oder orange, birnenförmig bis kugelig und 8 bis 10 Zentimeter lang. Die roten Samen sind von einem fleischigen Mantel umgeben, der als Gewürz verwendet wird. Der Samen wird Muskatnuss genannt und der Mantel Muskatblüte oder Macis. Die Keimblätter sind verwachsen. Die Blüten bringen aprikosenähnliche Früchte hervor, die die harten Steinkerne umhüllen, die von einem roten Mantel umgeben sind. Der rote Mantel wird abgezogen und getrocknet, um das braune Macis zu erhalten.

🛑 Muskatnuss wird nur in kleinen Mengen verwendet. Ab dem Genuss von 1 Muskatnuss ca. 5 Gramm (1 bis 2 mg  Myristicin pro Kilogramm Körpergewicht) kommt es zu unangenehmen Nebenwirkungen. Die Symptome setzen typischerweise ca. 6 Stunden nach der Einnahme ein und sind nach ca. 24 Stunden wieder abgeklungen. In sehr wenigen Fällen wird von chronischen Wirkungen, wie einer Psychose, berichtet. Es kann zu Rauschzustände und Halluzinationen kommen. Mit Alkohol wird die Wirkung noch verstärkt und es kann zu Fehlgeburten kommen. Bei zu hohen Dosen kann es zu Kopfschmerzen, Schweißausbrüche, Herzrasen (Tachykardie), Erbrechen, motorischer Unruhe, Halluzinationen und Benommenheit kommen. Vergiftungserscheinungen durch Muskatnuss werden selten berichtet.

Eine weitere Gruppe von Inhaltsstoffen sind Phenylpropanoide wie Myristicin, Safrol und Elemicin. Diese Stoffe wirken als delirante Halluzinogene. Safrol wirkt zudem in Ratten krebserzeugend und mutagen. Myristicin kann zum psychoaktiven Stoff MMDA metabolisiert werden. (Wikipedia)

Muskatnuss wird hauptsächlich als Gewürz oder Oleoresin verwendet, dank ihres einzigartigen Aromas, das sowohl süße als auch herzhafte Gerichte bereichert. Darüber hinaus findet sie auch Verwendung als Rauschmittel, da ihre psychoaktiven Eigenschaften in hohen Dosen eine veränderte Bewusstseinswahrnehmung hervorrufen können. In der Volksmedizin gilt sie als Aphrodisiakum, das die Lust und das sexuelle Verlangen anregen soll, und als Hypnotikum, weil sie beruhigende Effekte auf das Nervensystem hat. Ihre breite Anwendbarkeit in verschiedenen medizinischen und kulinarischen Traditionen macht die Muskatnuss zu einem wertvollen Gewürz, das in vielen Kulturen hoch geschätzt wird.

In der Küche wird Muskatnuss verwendet als Geschmacksverstärker in allen Kartoffelgerichten, zu Eiern, Fisch, in Suppen, Eintöpfe, Fleisch, Lammfleisch, Würste, Innereien oder in Brot.

Als Gewürze kann man es zu Spinat, Blumenkohl, Rosenkohl, Kohlrabi, Rotkohl, Erbsen, Karotten und Pastinaken nutzen. Aus dem gelb-orangen Fruchtfleisch werden Muskatnuss-Gelee und Muskatnuss-Sirup gekocht, die zu Pfannenkuchen gegessen oder für Cocktails verwendet werden.

Muskatöl ist ein wichtiges Aroma in der Lebensmittelindustrie, das gegenüber gemahlenen Muskatnüssen Vorteile wie bessere Dosierbarkeit, Haltbarkeit und geringere Kontaminationsrisiken bietet. Es wird in Backwaren, Sirupen, Getränken und Süßigkeiten verwendet sowie in Gewürzaromazubereitungen, die oft als Muskatnuss-Würzer verkauft werden. Ätherisches Muskatöl wird als Aromastoff in Zahnpasten und als Geschmackskorrigens (Geschmacksverbesserung) in Medikamenten genutzt. In der Parfümerie wird es oft herb-würzigen Männerparfümen zugesetzt.

Muskatbutter, ein halbfestes Pflanzenfett mit intensivem Muskatnussgeruch und -geschmack, wird durch Auspressen von Muskatnüssen gewonnen. Sie kann als Ersatz für Kakaobutter genutzt werden oder zusammen mit anderen Fetten wie Baumwollsamenöl oder Kokosnussöl verwendet werden. In Indien wird sie aus minderwertigen Samen hergestellt und findet Verwendung in Kerzen, Zahnpasten, Seife und Parfüm.

Die Muskatblüte ist auch als Macis bekannt, damals hielt man das Gewürz irrtümlich für die getrocknete Blüte des Muskatnussbaums, fälschlicherweise gelegentlich auch für die Rinde. Macis ist nicht die Blüte des Baumes im botanischen Sinne, sondern der getrocknete Samenmantel (Arillus), der die harte Schale der Muskatnuss umgibt. Im frischen Zustand ist dieser Mantel leuchtend rot bis orange. Nach der Ernte wird er vorsichtig von der Nuss gelöst, gepresst und an der Sonne getrocknet, wobei er seine charakteristische goldbraune, leicht hornartige Farbe annimmt. Macis ähnelt geschmacklich der Muskatnuss, ist aber feiner, milder, wärmer und vielschichtiger. Das Aroma wird oft als eine Mischung aus Muskat, einer leichten Honignote und einem Hauch Nelke beschrieben. Es verleiht Speisen einen subtilen, süßlich-würzigen Geschmack ohne die leicht bittere Note, die Muskatnuss manchmal haben kann.

Macis ist ideal für helle Saucen, Suppen, Ragouts, Fleischpasteten, Fischgerichte und Geflügel. In Deutschland wird es traditionell auch für die Herstellung von Wurstwaren wie Weißwürsten verwendet. Es harmoniert hervorragend mit Milchprodukten und wird in Cremes, Puddings, eingemachten Früchten und Kompott verwendet. Besonders in der Weihnachtszeit findet es sich in Lebkuchen und anderem feinen Gebäck. Es aromatisiert alkoholischen Punsch und andere Heißgetränke.

Hildegard von Bingen (Physica, Kapitel 1–21, De Nuce Muscata) empfiehlt die Muskatnuss gegen Depressionen (Dämpfung der Bitterkeit von Herz und Sinn) und mit Zimt und Nelken zur Minderung aller schädlichen Stoffe.

Bitte beachte: Der Besuch dieser Seiten, kann nicht den Besuch beim Arzt ersetzen. Solltest du ernsthafte oder unklare Beschwerden haben, solltest du unbedingt einen Arzt zu Rate ziehen.

Kommentar verfassen