Wirkung:
schlaffördernd, verdauungsfördernd, stopfend, stuhlregulierend
Anwendungsbereiche:
senkt den Cholesterinspiegel, Gicht, Rheuma, Arterienverkalkung, beugt Zahnfleischbluten vor, Heiserkeit, Husten, Katarrhen, ist ein natürliches Schlafmittel, stärkt und beruhigt die Nerven, Fettsucht, Steinleiden, Herzschwäche, Anämie, Hautalterung, Durchfall, Entzündungen im Darm, entgiften, stabilisiert den Blutzucker, wirken sich bei Herz- und Gefäßkrankheiten günstig aus, lindern Entzündungen, schützen die Schleimhäute von Magen und Darm, hemmen das Wachstum von Kariesbakterien
Verwendete Pflanzenteile:
Früchte
Sammelzeit:
Spätsommer und Herbst
Zu finden:
Selten zu finden auf Mostwiesen, ansonsten im eigenem Garten oder an abgelegenen Straßen.
Inhaltsstoffe:
Fruchtsäuren, Fruchtzucker, Gerbstoffe, Pektin, Vitamine A, B1, B6, C, E, Phosphorsäure, Kalium
Sonstiges:
☕ Tee: Getrocknete Apfelschalen kalt zusetzen, 8 bis 10 Minuten leicht kochen lassen und abseihen, einige Apfelstückchen verbessern dabei das Aroma. Mit den Apfelblättern angereichert, ist dies ein Mittel bei entzündeten Geschwüren (äußerlich und innerlich)
Der Kulturapfel ist ein sommergrüner Baum, der bis zu 15 Meter hoch werden kann. Die Wuchshöhe variiert je nach Sorte und Unterlage. Der Stammdurchmesser kann über 75 Zentimeter betragen. Die Laubblätter sind oft gesägt und haben verschiedene Formen. Das Holz ist hart und zählt zu den heimischen Edelhölzern. Die Blüten sind meist duftend und erscheinen im Mai. Sie benötigen nur fünf Prozent ihrer Blüten, um eine Ernte zu erzielen. Das Fruchtfleisch des Apfels entsteht nicht aus dem Fruchtknoten, sondern aus der Blütenachse. Äpfel reifen nach der Ernte und können durch bestimmte Bedingungen schneller reifen. Das Fruchtfleisch kann bei Kontakt mit Luft braun werden, was gesundheitlich unbedenklich ist. Die Kerne enthalten eine geringe Menge an Blausäure, die in geringen Mengen unbedenklich ist.
Alle Apfelsorten sind aus dem Stammvater, dem Holzapfel gezüchtet worden.
Neuere genetische Untersuchungen deuten darauf hin, dass der Kulturapfel vom Asiatischen Wildapfel (Malus sieversii) stammt und mit dem Kaukasusapfel (Malus orientalis) oder Kirschapfel (Malus baccata) gekreuzt wurde. Die genannten Wildapfelsorten wurden wahrscheinlich schon früh miteinander gekreuzt. Es ist sicher, dass im Kaukasus und im Mittleren Osten bereits vor 4000 Jahren Äpfel angebaut wurden.
Der Apfel wird besonders gern als Liebesorakel verwendet: Am Andreasabend, zu Weihnachten, zu Silvester oder Neujahr schält man einen Apfel, so dass die Schale nicht abreißt. Dann wird die Schale über die Schulter nach hinten geworfen und aus der Figur am Boden kann man den Anfangsbuchstaben des Namens des Liebsten erkennen.
Wer einen Ast besitzt, an dem sich eine Knospe, eine Blüte und eine Frucht befindet, dem wird der Eintritt in die jenseitige Welt zum Samhain (31.10.) gewährt.

Apfelmus bindet schädliche Stoffe im Darm und führt dazu, dass sie ausgeschieden werden. Der wissenschaftliche Beweis ist heute erbracht. Leider gibt es Menschen die zwar rohe Äpfel und Apfelsaft gut vertragen, aber beim Apfelmus sofort mit Durchfall reagieren.
Rohgeriebener Apfel ist stopfend und hilft bei Durchfall.
Äpfel wirken einer Übersäuerung entgegen, paradoxerweise gilt dies für die sauren und halbsauren Äpfel in noch höherem Maß als für süßere Exemplare.
„An apple a day keeps the doctor away“ (Ein Apfel am Tag hält den Arzt fern)
Der regelmäßige Verzehr von Äpfeln senkt das Risiko für Herz- und Gefäßerkrankungen, Asthma, Diabetes und Krebs, insbesondere Darm- und Lungenkrebs. Studien und Tierversuche zeigen, dass Äpfel eine krebsvorbeugende Wirkung haben, wahrscheinlich aufgrund von Pektinen und Polyphenolen wie Quercetin. In Tierversuchen entwickelten Mäuse und Ratten mit einer Apfelernährung bis zu 50 Prozent weniger Tumoren, die auch kleiner waren und weniger Metastasen bildeten. Der Effekt trat auch bei trübem Apfelsaft auf, der aufgrund seines hohen Gehalts an Procyanidinen wirksamer war.
Kelten und Germanen verarbeiteten die wohl kleinen und harten Früchte des einheimischen Apfels, der über viele Jahrhunderte hinweg in den Regionen Mitteleuropas kultiviert wurde. Sie verkochten das Obst zu Mus und gewannen Most daraus, was nicht nur zur Erfrischung diente, sondern auch bei Feierlichkeiten und gesellschaftlichen Anlässen genossen wurde. Den Saft vergor man zusammen mit Honig zu Met, einem beliebten Getränk in der damaligen Zeit, das häufig für seinen süßen Geschmack und seine berauschende Wirkung geschätzt wurde. Der spezielle Mostapfel wird zur Herstellung alkoholischer Getränke wie Apfelwein, Cidre, klaren Schnäpsen (Obstbrand und Calvados) verwendet, wobei die verschiedenen Apfelsorten jeweils ihre eigene Note und Geschmacksrichtung beisteuern können. Auch als Kochobst ist der Apfel hervorragend geeignet, da er vielseitig in der Küche einsetzbar ist. Kochapfel-Sorten sind meist sehr süß und trotzdem auch ziemlich sauer, und sie verlieren ihre feste Konsistenz und ihr Aroma beim Erhitzen nicht, was sie zu einer beliebten Zutat in vielen Rezepten macht. So gibt es etwa den Behm-Apfel, der seinen Namen den berühmten Mehlspeisen der Böhmischen Küche (außerhalb Ostösterreichs eher als Wiener Küche bekannt) verdankt, allen voran der zu internationalem Ruf gelangte Apfelstrudel, der in zahlreichen Variationen auf den Tischen vieler Haushalte landet. Der Apfel ist das ideale Obst zum Einkochen, da er durch seinen hohen Pektingehalt als natürliches Konservierungs- und Geliermittel wirkt, was die Haltbarkeit von Konfitüren und Marmeladen erheblich verlängert. Außer für Apfelmus wird er verwendet bzw. zugesetzt, um andere Obstarten einkochtauglich zu machen, was zur Beliebtheit des Apfels in der heimischen Küche beiträgt. Auch die Früchte vieler Wildäpfel kann man entsaften und zu Apfelgelee verarbeiten; einige sind aber ausschließlich gekocht genießbar, was die Vielfalt der Verwendungsmöglichkeiten unterstreicht und den Apfel zu einem unverzichtbaren Bestandteil vieler kulinarischer Traditionen in Mitteleuropa macht.
Vorsicht! Immer wieder kommen Schlankheitsmittel mit Apfelpektinen auf den Markt. Sie sind meistens stark überteuert, haben allerdings den Vorteil, dass man weniger Zeit braucht, um durch ihren Verzehr auf eine ordentliche Portion Pektine zu kommen. An biologisch aktiven Inhaltsstoffen haben sie allerdings gegenüber dem Original nichts zu bieten.
Hildegard von Bingen: Kränklichen schaden rohe Äpfel etwas. Gebraten oder gekocht sind sie gut für Gesunde und Sieche. Alte, runzelige Äpfel können Gesunde und Kranke gut roh essen. Die Frucht des Baumes ist zart und leicht verdaulich.
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