Hirschzungenfarn (Asplenium scolopendrium syn. Phyllitis scolopendrium)

Wirkung:

schleimlösend, hustenlindernd, entzündungshemmend

Anwendungsbereiche:

unterstützt die Lymphgefäße, Lungenentzündung, Asthma, Husten, Bauchschmerzen, Störungen im Hormonhaushalt, Menstruationsstörungen, Lebererkrankungen, Beschwerden der Wechseljahre, Wassersucht, Milzleiden, Blasenleiden, Nierengrieß, starke Blutungen, Verbrennungen, Gurgelmittel, Mundspülung

Verwendete Pflanzenteile:

die jungen Blätter

Sammelzeit:

Mai bis August

Zu finden:

Geschützte Pflanze, die selten in Schluchten, Felsspalten, Mauern oder Schutthalden vorkommt.

Inhaltsstoffe:

Gerbstoffe, Schleim, Aminosäuren, Tannine

Sonstiges:

☕ Tee: 1 Teelöffel getrocknetes oder frisches Kraut mit etwa 150 g Milch aufkochen und kurz stehen lassen. 2 Tassen sind ausreichend.

Die Hirschzunge ist eine mehrjährige krautige Pflanze. Sie hat ungeteilte, länglich-zungenförmige, glänzend grüne Blätter, die 10 bis 60 Zentimeter groß sind und aus einem Wurzelstock in Büscheln wachsen. Das Rhizom ist aufrecht oder aufsteigend, bis 6 Zentimeter lang und dicht mit Spreuschuppen besetzt. Der Blattstiel ist ein Drittel bis halb so lang wie die Spreite, purpurbraun am Grund und sonst grün. Die Blätter bleiben im Winter grün, wobei die neuen Wedel im späten Frühjahr frisch hellgrün sind, während die älteren kräftig grün und ledrig fest sind. Auf der Unterseite der Blätter bilden sich rost-braunliche Sori, die schräg zur Mittelrippe angeordnet sind. Die Sporen reifen von Juli bis September. Die gabelig verzweigten Seitennerven werden als urtümliches Merkmal im Vergleich zu anderen Farnarten betrachtet.

Die Wirkung des Hirschzungenfarns auf die „Milz“, die seit der Antike bekannt ist, lässt sich mit dem „anatomischen Denken“, das seit dem 16. Jahrhundert vorherrscht, nur schwer erklären. Dieses Denken beurteilt körperliche Erscheinungen hauptsächlich nach Veränderungen von Organen und Zellen. Es verdrängte die frühere Säftelehre, die den Hirschzungenfarn mit der Melancholie verband. Im 15. Jahrhundert wurde angenommen, dass das Kraut auch gegen „furchtsame Träume, Schwermütigkeit und Traurigkeit“ hilft sowie bei Lebererkrankungen und schlecht heilenden Wunden und Geschwüren („Krebs“).

Der Farn habe laut Hildegard von Bingen eine derartig große Kraft, dass selbst der Teufel fliehe. Wer den Farn bei sich trägt, ist vor Verzauberungen beschützt.

Hildegard von Bingen: Sie ist warm und nützt der Leber, Lunge und den schmerzenden Gedärmen. Nimm Hirschzunge und mach einen Heiltrank und trinke davon, vor und nach dem Essen. Das nimmt innere Fäulnis und den Schleim. Trockne wiederum Hirschzunge langsam in der Sonne und pulverisiere sie dann. Nehme dieses Pulver oft auf nüchternen Magen und nach dem Essen und es nimmt den Schmerz vom Kopf und in der Brust und dämpft andere Schmerzen, die in deinem Körper sind.

Das Hirschzungenelixier nach Hildegard ist ein probates Mittel zur Vorbeugung und in vielen Apotheken vorrätig.

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Bild: Wikipedia, Hajotthu, CC BY-SA 3.0

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